Von Hollywood ans GZSZ-Set! Julian Krenn erfüllt sich einen Lebenstraum
Neues Gesicht im KiezVon Hollywood ans GZSZ-Set! Julian Krenn erfüllt sich einen Lebenstraum GZSZ-Neuling war lange auf der Suche nach sich selbst Mit Benni übernimmt er eine Figur, die ihn von Anfang an fasziniert hat. Benni ist im Ausland aufgewachsen und kommt nach Berlin, wo für ihn ein völlig neuer Lebensabschnitt beginnt. Er stürzt sich mit großer Begeisterung ins Leben, trägt aber gleichzeitig Fragen und Verletzungen mit sich herum, die ihn prägen. „Mich hat an Benni sofort sein Hintergrund, sein Alter und vor allem seine Persönlichkeit gereizt. Er ist erst 16, impulsiv, extrovertiert, voller Widersprüche und trägt gleichzeitig einiges mit sich herum.“ Schon während des Castings habe sich für Julian Krenn etwas richtig angefühlt. „Ich hatte schon von Anfang an ein Gefühl von Verbundenheit mit dem Team. Als ich in der zweiten Runde vom Casting die Leute kurz kennengelernt habe, hat sich alles so natürlich angefühlt. Genau diese Dualität macht die Erfahrung für mich so besonders: Einerseits geht ein großer Traum in Erfüllung, andererseits fühlt es sich erstaunlich vertraut an.“ Geboren in Budapest, aufgewachsen in Prag und Budapest, geprägt von verschiedenen Ländern, Kulturen und Sprachen – Julians Lebensweg war alles andere als gewöhnlich. Fragen nach Identität und Zugehörigkeit begleiten ihn bis heute. „Die Welt hat mich zerrissen und ich habe mich in sie verliebt deswegen.“ Vielleicht fühlt sich Julian Krenn seiner neuen Rolle auch deshalb so verbunden. Die Suche nach Identität, Zugehörigkeit und dem eigenen Platz im Leben verbindet Schauspieler und Figur. „Ich wusste lange nicht, wo ich hingehöre. Die Frage nach Identität und nach einem Zuhause hat mich eigentlich mein ganzes Leben begleitet.“ „Dafür bin ich GZSZ und dem gesamten Team dankbar!” Die Begegnung mit anderen Menschen hat Julian Krenn schon immer fasziniert. Die Begegnung mit sich selbst war dagegen lange Zeit schwieriger. Heute würde er rückblickend nichts an seinem bisherigen Weg ändern. „Familie war für mich nie ein Ort. Familie und Freunde sind Menschen. Und das ist Zuhause.“ Seit seinem Umzug nach Potsdam freut sich Julian Krenn auf jeden einzelnen Drehtag: „Es ist großartig, jeden Tag aufs Neue, ans Set zu kommen. Mit jedem Drehtag entdecke ich neue Seiten an mir als Schauspieler und auch als Mensch und lerne dazu. Dafür bin ich GZSZ und dem gesamten Team unglaublich dankbar.“ Julian Krenn im großen Interview Erinnerst du dich noch an den Moment, als du erfahren hast, dass du die Rolle bekommen hast? „Ja. Ich hatte gerade in meiner Budapester Wohnung gesungen, als mich ein Anruf meiner Agentin unterbrach. Ich habe erst einmal weitergesungen.” Was hat dich an Benni sofort gereizt? „Mich hat an Benni sofort sein Hintergrund, sein Alter und vor allem seine Persönlichkeit gereizt. Er ist erst 16, impulsiv, extrovertiert, voller Widersprüche und trägt gleichzeitig einiges mit sich herum. Als Schauspieler eröffnet mir das unglaublich viel Spielraum. Gerade weil Benni manchmal aneckt und nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft, muss ich meine eigenen Grenzen im Spiel erweitern, um seine Zustände wirklich nachvollziehen zu können. Genau das macht mir extrem viel Spaß. Auf einer persönlicheren Ebene hat Benni aber noch etwas ganz anderes in mir berührt. Durch meinen eigenen Hintergrund begleiten mich die Themen Zugehörigkeit und Identität schon mein ganzes Leben. Benni trägt ähnliche Fragen in sich – natürlich auf seine ganz eigene Art. Dadurch gibt er mir die Möglichkeit, mich auch mit meinen eigenen Themen auseinanderzusetzen. Manchmal fühlt es sich fast so an, als würde Benni mir erlauben, in meine Jugend zurückzukehren und etwas nachzuholen, das ich damals vermisst habe. Ich bin in verschiedenen Ländern aufgewachsen und hatte nie eine klassische deutsche Teenagerzeit. Auch Benni hatte das nie, erlebt sie jetzt – und dadurch darf auch ich sie ein Stück weit miterleben. Vielleicht ist er genau der Teil in mir, den ich früher nie wirklich ausleben konnte. Und ganz ehrlich: Er ist einfach irgendwie cool.” Du hast bereits für internationale Produktionen vor der Kamera gestanden. Für welche? „Meine erste internationale Rolle spielte ich 2020 im englischsprachigen Kinofilm ,Silent Zone’. Seitdem durfte ich für zahlreiche internationale Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera stehen, darunter die Emmy-prämierte Serie ,Fallen’, ,FBI: International’, ,Pupin’ und die Netflix-Serie ,Death by Lightning’. Im Filmbereich folgten Produktionen wie ,Desperate Journey’ sowie „Pretty Lethal“, bei dem ich mit Schauspielerinnen wie Maddie Ziegler, Lana Condor und Uma Thurman arbeiten durfte. Auch mit ungarischen Regisseuren habe ich bereits zusammengearbeitet – unter anderem für ,Kémfeladatok Kezdőknek’ und ,Moulin’, den neuen französischsprachigen Film des Oscar-Preisträgers László Nemes. Neben meiner Rolle vor der Kamera durfte ich dort auch den Castingprozess begleiten. Über einen Monat hinweg spielte ich mit allen Schauspielerinnen und Schauspielern die Castingszenen durch. Diese intensive Arbeit hinter den Kulissen war für mich eine unglaublich lehrreiche Erfahrung. Zu meinen jüngsten Projekten zählen zwei Produktionen, die noch nicht veröffentlicht wurden. Ein persönliches Highlight war eine gemeinsame Szene mit Adam Driver. Außerdem stand ich vor wenigen Monaten mit Elle Fanning vor der Kamera. Im deutschsprachigen Bereich hatte ich vor GZSZ nur eine einzige Szene im ZDF-Fernsehfilm ,Die Frau ohne Gesicht’.” Was nimmst du aus diesen Erfahrungen mit ans GZSZ-Set? „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, mich von meiner eigenen Vorstellung einer Szene zu lösen und offen für echte Zusammenarbeit zu sein. Gerade wenn man der Regie und den Mitspielenden vertraut, entsteht oft etwas, das man allein nie hätte planen können. Als Schauspieler sehe ich nur den Moment, den ich gerade spiele. Die Regie hat das große Ganze im Blick. Meine Aufgabe ist es deshalb, Benni authentisch zum Leben zu erwecken und mich voll auf den Prozess einzulassen. Mit der Zeit habe ich gelernt, nicht mehr alles kontrollieren zu wollen oder einer bestimmten Idee hinterherzulaufen, sondern den Moment entstehen zu lassen. Genau dann werden Szenen für mich am ehrlichsten und Benni wird lebendig. Ich habe außerdem gelernt, dem Ungewissen zu vertrauen. Manchmal entwickelt sich eine Szene völlig anders als ursprünglich gedacht – und genau darin liegt oft die Magie. Es sind die Momente, in denen man sich selbst überrascht. Dafür muss man aufmerksam und vor allem offen sein, bereit, die kleinen Dinge wahrzunehmen und zuzulassen, die eine Szene verändern können. Mit jeder Erfahrung ist auch das Vertrauen in mich selbst gewachsen und in die Erkenntnis, dass ich einen Moment nicht künstlich produzieren muss. Wenn man wirklich präsent ist, bringt eine Szene oft schon alles mit, was sie braucht. Außerdem habe ich gelernt, dass es am Set keine Ausreden gibt. Das Drehbuch kann sich kurzfristig ändern, plötzlich befindet man sich in einer ganz anderen körperlichen Situation oder stellt erst kurz vor der Szene fest, dass man nebenbei noch einen Teller Nudeln essen muss. Solche Veränderungen sind keine Hindernisse, sondern Teil unseres Berufs. Sie anzunehmen und in die Szene zu integrieren, ist jedes Mal eine neue Herausforderung – und genau das macht mir heute großen Spaß. Und natürlich gehört auch Geduld dazu. Am Set wartet man oft länger, als man tatsächlich spielt. Manchmal kostet dieses Warten sogar mehr Energie als die eigentliche Arbeit. Umso wichtiger ist es, im entscheidenden Moment voll präsent zu sein.” Du bist in verschiedenen Städten und Ländern aufgewachsen und sprichst mehrere Sprachen. Wo überall? Und wie viele Sprachen sprichst du? „Ich bin als Sohn deutsch-österreichischer Eltern in Budapest geboren. Kurz nach meiner Geburt sind wir nach Prag gezogen, wo ich die ersten acht Jahre meines Lebens verbracht habe. Dort besuchte ich eine englischsprachige Schule. Meine Mutter ist in den USA aufgewachsen und mein Vater ist Englischlehrer. Deshalb gehörte Englisch neben Deutsch schon früh ganz selbstverständlich zu unserem Familienalltag. Danach sind wir zurück nach Budapest gezogen. Dort habe ich weitere zehn Jahre gelebt, bis ich mit 18 mein Abitur gemacht habe. Mit der Zeit wurde Ungarisch zu meiner dritten Muttersprache. Meine prägendsten Erfahrungen, Freundschaften und ein großer Teil meiner Jugend fanden auf Ungarisch statt. Mit 15 begann ich außerdem Französisch zu lernen und legte schließlich auch mein Abitur auf Französisch ab. Ein Jahr später brachte ich mir Italienisch selbst bei. Während meines Schauspielstudiums lebte ich eine Zeit lang mit einem italienischen Mitbewohner zusammen – das hat mir sehr geholfen. Im vergangenen Jahr arbeitete ich außerdem im Budapester Burgviertel als italienischsprachiger Tourguide. Ich habe mich schon immer sehr für andere Sprachen und Kulturen interessiert. Vielleicht gerade deshalb hat es mich lange geärgert, als Kind kein Tschechisch gelernt zu haben. Als ich mit 18 zum Schauspielstudium nach Prag zurückkehrte, hatte ich umso mehr Motivation, die Sprache zu lernen und machte schnell Fortschritte.” Wie hat dich dieser internationale Hintergrund geprägt? „Die Welt hat mich zerrissen und ich habe mich in sie verliebt deswegen. Ich bin unglaublich dankbar für das Leben, das ich führen durfte. Ich durfte in wunderschönen und interessanten Ländern aufwachsen, mehrere Sprachen lernen und Menschen kennenlernen, die die Welt auf ganz unterschiedliche Weise sehen. Dadurch bin ich von Natur aus sehr weltoffen und neugierig geworden. Die Begegnung mit anderen Menschen hat mich immer fasziniert. Die Begegnung mit mir selbst war dagegen lange schwieriger. Ich wusste lange nicht, wo ich hingehöre. Die Frage nach Identität und nach einem Zuhause hat mich eigentlich mein ganzes Leben begleitet. Als wir nach Budapest gezogen sind, konnte ich kein Wort Ungarisch. Ich wurde in meiner ersten Schule gemobbt und hatte das Gefühl, meine Welt verloren zu haben – meine Freunde in Prag, meine Sprache und mein Gefühl von Sicherheit. Als Kind hätte ich mir so sehr gewünscht, dass Menschen zuerst mein Herz sehen und nicht meine fehlenden Ungarischkenntnisse oder meine Nationalität. Später habe ich mich mit der Rolle des Außenseiters angefreundet, trotzdem blieben viele Fragen. Sprache spielte dabei immer eine große Rolle in meinem Leben. Ich hatte lange Schwierigkeiten, mich auszudrücken. Vielleicht hat genau das meinen Traum vom Schauspiel genährt. Schauspiel erlaubt mir, mich so auszudrücken, dass Sprache irgendwann keine Grenze mehr ist. Dass man verstanden werden kann, ohne alles erklären zu müssen. Mein internationales Leben hat mich gelehrt, mich immer wieder neu anzupassen. Ich habe gelernt, dass es selten nur eine Wahrheit gibt. Wenn man verschiedene Kulturen und Perspektiven kennenlernt, wird man vorsichtiger darin, andere Menschen zu beurteilen. Deshalb versuche ich, Menschen nicht über ihre Herkunft, ihren Beruf oder ihren Lebenslauf wahrzunehmen, sondern über das, was sie als Mensch ausmacht. Familie und Freunde sind heute über verschiedene Länder verteilt. Man verabschiedet sich oft und beginnt immer wieder von vorne. Gleichzeitig habe ich dadurch verstanden, dass Familie für mich nie ein Ort war. Familie und Freunde sind Menschen. Und das ist Zuhause. Dieses Gefühl von Zusammenhalt ist dadurch sogar noch stärker geworden. Rückblickend würde ich nichts davon ändern. Es gab Zeiten, in denen ich dachte, nirgendwo richtig dazuzugehören. Heute sehe ich darin ein Geschenk. Dieses Leben hat mir gezeigt, dass der Mensch viel grenzenloser ist, als wir oft glauben. Dass das, was uns verbindet, immer größer sein wird als das, was uns voneinander trennt. Manchmal habe ich mich in der Welt verloren. Aber genau auf diesem Weg habe ich langsam angefangen, mich selbst zu finden – und dadurch auch mehr Zugang zur Welt. Und die Welt ist echt cool.” Welche Sprache sprichst du am liebsten – und gibt es eine, die du gerne noch lernen würdest? „Grundsätzlich würde ich Ungarisch sagen – auf Ungarisch finde ich mich ziemlich amüsant. Im Moment macht es mir aber besonders viel Spaß, mein Deutsch wieder regelmäßig zu sprechen. Es fühlt sich an, als würde ich mich selbst neu kennenlernen oder einen Teil von mir wiederentdecken. Anfangs musste ich erst wieder in den Rhythmus finden. Inzwischen merke ich schon nach wenigen Wochen einen riesigen Unterschied. Genau diese Herausforderung gefällt mir.” Wo lebst du aktuell? „Seit ich die Rolle bekommen habe, bin ich von Budapest nach Potsdam gezogen. Was die Zukunft bringt, weiß ich noch nicht. Aber ich komme immer mehr in Deutschland an und fühle mich hier sehr wohl.” Wie würdest du dich Menschen beschreiben, die dich noch nicht kennen? „Positiv, kreativ, kommunikativ, energisch, ehrgeizig, perfektionistisch und selbstkritisch. Gleichzeitig bin ich neugierig, erfinderisch – und manchmal auch einfach ein bisschen komisch.” Was machst du, wenn du gerade nicht vor der Kamera stehst? „Wenn ich nicht vor der Kamera stehe, beschäftige ich mich viel mit Bewegung. Sport war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens – egal ob Schwimmen, Krafttraining, Yoga, Laufen oder Skateboardfahren. Besonders interessieren mich Bewegungsformen, die Körper, Wahrnehmung und Bewusstsein miteinander verbinden. Außerdem singe ich sehr gerne und spiele ein wenig Gitarre und Klavier. Musik ist für mich ein weiterer Weg, Emotionen auszudrücken und kreativ zu sein. Wenn ich zur Ruhe kommen möchte, lese, schreibe oder koche ich gerne.” Wie entspannst du nach einem langen Drehtag? „Am liebsten gehe ich schwimmen, fahre mit dem Fahrrad in den Wald oder mache Atemübungen, singe und meditiere. Danach koche ich meistens und bereite mich in Ruhe auf den nächsten Drehtag vor.” Was war bisher die größte Herausforderung deiner Schauspielkarriere? „Das Schauspiel mit persönlichen Beziehungen zu vereinbaren. Dieser Beruf bringt viel Ungewissheit mit sich. Viele Beziehungen haben darunter gelitten oder sind daran zerbrochen. Einen Plan B hatte ich allerdings nie. Für mich gab es immer nur die Schauspielerei. Ich weiß aber auch, dass diese kompromisslose Leidenschaft für Menschen an meiner Seite nicht immer einfach war. Bis heute beschäftigt mich die Frage, wie man beides miteinander in Einklang bringen kann.” Was möchtest du den GZSZ-Zuschauerinnen und -Zuschauern mit auf den Weg geben? „Es gibt mehr Menschen, als man denkt, die zuhören möchten – Menschen, die einem den Schmerz nehmen oder ihn zumindest mit einem teilen wollen. Deshalb sollte man sich trauen und nicht schweigen. Schmerz verbindet uns, weil ihn jeder Mensch kennt. Und genau darin liegt für mich das Schönste auf dieser Welt: Verbindung.” Worauf freust du dich jetzt am meisten? „Ich freue mich auf jeden einzelnen Drehtag – gefühlt immer mehr. Je mehr ich in den Flow komme, die Menschen hier besser kennenlerne und tiefer in die Arbeit eintauche, desto mehr Türen öffnen sich. Ich möchte einfach so viel wie möglich mitnehmen, weil ich hier jeden Tag unglaublich viel lerne.” Verwendete Quellen: RTL