Vonovia verkauft 975 Wohnungen in Lüneburg
Lüneburg: Immobilienkonzern Vonovia verkauft fast 1.000 Wohnungen Stand: 20.08.2026 12:34 Uhr Das Unternehmen Vonovia hat seinen Bestand von fast 1.000 Wohnungen in Lüneburg für 55 Millionen Euro verkauft. Die Stadt prüft den Vorgang derzeit noch. In der Politik gehen die Meinungen zu dem Immobilien-Deal auseinander. von Janina Possel Käufer ist nach Angaben der Stadt eine Gemeinschaftsgesellschaft, bestehend aus dem Londoner Immobilieninvestment-Unternehmen Tristan Capital Partners und der Lüneburger Porth Immobiliengruppe. Rund 700 der verkauften Wohnungen befinden sich in Kaltenmoor. In dem von Hochhäusern geprägten Stadtteil beklagen Mieterinnen und Mieter seit Jahren Missstände. Weitere 200 Einheiten befinden sich laut Stadt am Schützenplatz und in Neu Hagen, 72 in der Weststadt. Das Ziel im Zuge des Eigentümerwechsels ist laut Stadt unter anderem, die Wohnqualität für Mieterinnen und Mieter zu verbessern. Dazu gehöre insbesondere die Sanierung der "teilweise deutlich sanierungsbedürftigen Fassaden und weiterer erforderlicher Gebäudeteile", heißt es. 700 Vonovia-Wohnungen in Kaltenmoor: Stadt prüft Vorkaufsrecht Der Eigentumsübergang der 700 Wohnungen im Sanierungsgebiet Kaltenmoor sei mit Abschluss des Kaufvertrages aber noch nicht vollzogen, so die Stadt. Der Kaufvorgang unterliege einer "sanierungsrechtlichen Genehmigungspflicht nach dem Baugesetzbuch". Vor diesem Hintergrund kündigte die Stadt an, prüfen zu wollen, ob und unter welchen Voraussetzungen der Verkauf mit den Zielen und Zwecken der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme vereinbar sei. Zudem verfügt die Stadt eigenen Angaben zufolge in dem Gebiet über ein gesetzliches Vorkaufsrecht. Ob dieses genutzt oder darauf verzichtet wird, müsse noch durch den Rat entschieden werden. Kurzfristig landete das Thema "Vonovia" auch auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstag. SPD fordert Vorkaufsrecht für Vonovia-Wohnungen Nach Angaben des SPD-Ortsvereins Lüneburg wurden bereits Mieterhöhungen für die verkauften Wohnungen angekündigt. "Für die rund 3.000 Menschen, die dort leben, geht es damit ganz konkret um die Frage, ob ihr Zuhause bezahlbar bleibt", heißt es in einer Mitteilung der Partei. Die Wohnungen sollten "dauerhaft bezahlbarer Wohnraum in kommunaler Hand werden", so die SPD weiter. Sie fordert Aufklärung darüber, welche Gespräche die Stadt mit Vonovia und der Porth-Gruppe wann und worüber geführt hat. Gleichzeitig müsse geklärt werden, inwiefern das Vorkaufsrecht der Stadt genutzt werden könnte. "Wenn die Stadt jetzt noch die Möglichkeit hat, hunderte Wohnungen dauerhaft in kommunale Hände zu bekommen, dürfen wir nicht einfach zusehen". FDP sieht Vonovia-Verkauf als Chance für Kaltenmoor Aus Sicht des FDP-Stadtverbands Lüneburg ist der Verkauf ein "bedeutender Vorgang für die Stadtentwicklung, den Wohnungsmarkt und insbesondere den Stadtteil Kaltenmoor". Die Gebäude stammen laut FDP aus einer Zeit mit anderen baulichen Standards, viele der Hochhäuser seien mittlerweile rund 60 Jahre alt. "Wer jetzt seriös über Kaltenmoor spricht, muss anerkennen: Sanierung ist notwendig, aber sie wird nicht von heute auf morgen gelingen", heißt es in einer Mitteilung der Partei. Entscheidend sei nun, ob der neue Eigentümer tatsächlich investiere, mit der Stadt kooperiere und Verantwortung für den Bestand übernehme. Nach Auffassung der FDP ist mit der Porth-Gruppe ein regionaler Akteur eingebunden, der den Lüneburger Markt kenne und Erfahrung mit Immobilienentwicklung und Sanierung mitbringe.