Vor Dänemark: Fregatte aus Russland beschießt dänischen Hubschrauber
Knapp verfehlt
Russisches Kriegsschiff beschießt dänischen Helikopter
Von Tobias Schibilla
15.09.2026 - 07:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor der dänischen Insel Falster ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Ein russisches Schiff beschoss einen Hubschrauber der Luftwaffe Dänemarks.
Ein russisches Kriegsschiff hat am Montag zwei Leuchtraketen in Richtung eines dänischen Militärhubschraubers geschossen. Eine davon habe den Helikopter vom Typ Fennec nur knapp verfehlt. Das geht aus einem Bericht der dänischen Küstenwache hervor.
Der Vorfall ereignete sich in internationalen Gewässern vor Gedser, einem kleinen Ort an der Südspitze der dänischen Insel Falster. Wie die dänischen Streitkräfte mitteilten, befand sich der Fennec auf einem routinemäßigen Patrouillenflug, bei dem seine Mannschaft die russische Fregatte fotografierte. Daraufhin soll das Kriegsschiff zwei sogenannte Flares, also Leuchtmunition, in Richtung des Hubschraubers abgefeuert haben.
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Verletzt wurde nach Angaben des dänischen Verteidigungsministers Jeppe Bruus niemand. Auch der Hubschrauber wurde nicht beschädigt. Bei Flares handelt es sich um pyrotechnische Leuchtkörper. Auf See werden sie unter anderem als Signal- und Aufmerksamkeitssignale eingesetzt.
Dänemark bestellt russischen Botschafter ein
Die Regierung in Kopenhagen reagierte energisch auf den Vorfall. Verteidigungsminister Bruus bezeichnete den Vorfall gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau als ernst. Er sehe darin ein Zeichen dafür, dass Russland zu größeren Risiken bereit sei. Das Vorgehen der Besatzung des russischen Kriegsschiffs bezeichnete der Minister "höchst unprofessionell".
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Auch diplomatisch folgten Konsequenzen auf den Vorfall in der Ostsee: Dänemark bestellte den russischen Botschafter ein. Außenminister Lars Løkke Rasmussen werde den russischen Vertreter zu einem Gespräch über den Zwischenfall bitten, kündigte Bruus an. Ein Termin für das Treffen gab das Außenministerium in Kopenhagen nicht bekannt, weitere unmittelbare Maßnahmen stellten dänische Regierungsvertreter zunächst nicht in Aussicht.
An den Überwachungsmissionen in Nord- und Ostsee will Dänemark durch den Vorfall nichts ändern, erklärte Verteidigungsminister Bruus am Montag. Die Armee verfolge die legitime Aufgabe, die Vorgänge in seiner Umgebung – auch in internationalen Gewässern vor den dänischen Küsten – zu beobachten.
Spannungen zwischen Nato und Russland
Der Vorfall vor der dänischen Küste reiht sich in eine Phase erhöhter Spannungen an der Ostflanke der Nato ein, zu der auch Dänemark gehört. Erst am Wochenende griffen russische Drohnen Ziele in der Westukraine unmittelbar an der Grenze zum Nato-Mitglied Polen an. Eine Drohne traf nahe dem Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk einen Personenzug auf der Strecke zwischen Kiew und Warschau. Polen ließ wegen der Angriffe Kampfflugzeuge aufsteigen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk warnt seitdem vor weiteren russischen Provokationen und einer möglichen Ausweitung der Gefahr auf Nato-Gebiet.
Am Montag barg das polnische Militär zudem vor der Ostseeküste bei Rusinowo eine Drohne aus dem Meer. Eine erste Untersuchung deutet nach Angaben von Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf eine russische Militärdrohne vom Typ Gerbera hin. Noch ist allerdings ungeklärt, wie sie dorthin gelangte; nach Angaben des polnischen Militärs könnte sie aus internationalen Gewässern an die Küste getrieben sein.
In der Nacht zum Dienstag schossen Nato-Jets außerdem eine aus Richtung Belarus kommende Drohne über Litauen ab. Deren Herkunft und Typ waren am frühen Dienstagmorgen noch Gegenstand der Ermittlungen – einen russischen Ursprung hatten die litauischen Behörden zunächst nicht bestätigt.