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Vor diesem 34-jährigen Chinesen zittert das Silicon Valley

Wirtschaft

In der KI-Szene sorgt gerade ein Gründer für ordentlich Wirbel – und es ist nicht einer der bekannten US-Tech-Milliardäre wie Elon Musk, Sam Altman oder Dario Amodei. Es ist: Yang Zhilin. Der 34-Jährige ist KI-Forscher und Gründer von Moonshot AI. Mit seinem neuen Open-Weight-Modell „Kimi K3“ sorgt er gerade für Aufsehen, auch im Silicon Valley. „Kimi K3“ ist das neueste KI-Modell aus China, über das gerade alle sprechen. Besonders bei Programmierung und KI-Agenten kann es mit den Spitzenmodellen von US-Labs wie OpenAI und Anthropic mithalten, kostet dabei aber deutlich weniger. Für China ist das ein weiterer großer Schritt im Rennen um die Vorherrschaft bei künstlicher Intelligenz. Der Mann hinter Moonshot AI Yang wurde 1992 in Shantou in der chinesischen Provinz Guangdong geboren. Seine akademische Reise führte ihn zunächst an die renommierte Tsinghua-Universität und später an die Carnegie Mellon University in Pennsylvania, wo er bei den KI-Forschern Ruslan Salakhutdinov und William Cohen promovierte. „Er ist absolut brillant“, sagte Salakhutdinov am Freitag in einem Beitrag auf X über Yang. In einem weiteren Beitrag erklärte Salakhutdinov, dass Yang nach seinem Abschluss von den großen Tech-Unternehmen intensiv umworben wurde, sich jedoch entschlossen hatte, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Schon während seiner Zeit an der Carnegie Mellon knüpfte Yang Kontakte in die erste Liga der KI-Welt. Er arbeitete als Praktikant bei Google Brain und Meta und veröffentlichte mehrere Forschungsarbeiten. Unter anderem dazu, wie weit Sprachmodelle mit Kontext umgehen können und wie sich Prompts für bessere Ergebnisse optimieren lassen. Zurück nach China: Vom Forscher zum Unternehmer Bevor Yang mit Moonshot AI sein eigenes KI-Unternehmen aufbaute, sammelte er Erfahrung in einigen der wichtigsten KI-Projekte Chinas. Er arbeitete unter anderem an Huaweis „PanGu“-Modell und am multimodalen Großprojekt „Wu Dao“ der Beijing Academy of Artificial Intelligence. Parallel gründete er Recurrent AI. Das ist ein Startup, das KI für die Analyse von Verkaufsgesprächen einsetzte und Unternehmen helfen sollte, ihre Vertriebsteams effizienter zu machen. Einer von Yangs Grundsätzen bei der Entwicklung von KI ist es, auf Skalierbarkeit zu setzen: „Wenn man ein Problem durch Skalierung lösen kann, sollte man es nicht mit einem neuen Algorithmus lösen. Der Wert eines neuen Algorithmus liegt darin, eine bessere Skalierung zu ermöglichen“, erklärte er dem Journalisten Xiaojun Zhang in einem auf LinkedIn veröffentlichten Interview. Anfang 2023 gründete Yang gemeinsam mit seinem Team Moonshot AI. Die Gruppe brachte bereits viel technisches Knowhow mit und hatte zuvor an einer Reihe wichtiger KI-Technologien gearbeitet, darunter Transformer-XL, RoPE, Group Normalization, ShuffleNet, MuonClip und Mooncake. Moonshot AI wurde erstmals einem größeren Publikum bekannt, als das Unternehmen seinem Foundation-Modell „Kimi K2“ ein außergewöhnlich großes Kontextfenster spendierte, das die Verarbeitung umfangreicher Dokumente ermöglicht. Inzwischen bietet Moonshot auch den KI-Assistenten Kimi an und hat sein Angebot auf Bereiche wie Programmierung, Forschung und autonome KI-Agenten ausgeweitet. Dabei konnte das Startup die Unterstützung großer chinesischer Investoren wie Alibaba und Tencent gewinnen. Mit Kimi K3 hat Moonshot AI den großen Sprung auf die internationale Bühne geschafft und Yang Zhilin ist plötzlich einer der Namen, über die die KI-Szene weltweit spricht. Der Vercel-Chef Guillermo Rauch sorgte auf X für Aufsehen und nannte Kimi K3 das erste offene Modell, das in einem großen Web-Engineering-Test die geschlossenen Modelle der Konkurrenz übertreffen konnte. Auch Wharton-Professor Ethan Mollick zeigte sich begeistert und meinte, das Kimi K3 „bisher am nächsten an der Grenze“ sei. Yangs Vision: Das nächste große KI-Unternehmen kommt noch „Das ultimative AGI-Unternehmen wird die heutigen Giganten in den Schatten stellen – mit der doppelten oder dreifachen Größe. Nicht unbedingt OpenAI, aber ein solches Unternehmen wird es geben“, sagte Yang in seinem Interview mit Zhang. Warum Yan Zhilin die USA verlassen hat Nach dem Start von Kimi K3 äußerten einige bekannte Köpfe aus der Tech-Szene ihr Bedauern darüber, dass Yang nicht in den USA geblieben ist, um bei einem amerikanischen KI-Labor zu arbeiten. Der bekannte Investor und Milliardär Vinod Khosla machte dafür unter anderem die restriktivere Einwanderungspolitik der Trump-Regierung verantwortlich. „Ein noch größeres Problem ist, dass wir mit unserer Einwanderungspolitik für hochqualifizierte Fachkräfte brillante Talente aus anderen Ländern abschrecken“, sagte er als Reaktion auf die Nachricht vom Erfolg von Kimi K3. Die Trump-Regierung hat die Regeln für die Einwanderung verschärft, auch für ausländische Studierende. Außerdem führte sie eine Gebühr von 100.000 Dollar für Unternehmen ein, die bestimmte ausländische Fachkräfte über ein H-1B-Visum einstellen wollen. Ein Gericht stoppte diese Regel später, der Streit darüber ist aber noch nicht beendet. Im Mai kam dann noch mehr Unruhe auf. Ein Hinweis der US-Einwanderungsbehörde deutete darauf hin, dass manche Antragsteller ihre Green Card möglicherweise nicht mehr aus den USA heraus beantragen können, sondern das Land während des Verfahrens verlassen müssten. Diese Woche führte die Regierung außerdem eine neue Regel ein, die festlegt, wie lange Menschen mit Studentenvisa in den USA bleiben dürfen. Salakhutdinov betonte jedoch, dass das Einwanderungssystem der USA zwar kompliziert und „unsicher“ sein könne, Yang aber schon immer den Plan gehabt habe, nach China zurückzukehren und sein eigenes Startup zu gründen. „Ich erinnere mich, dass er mir sagte, wenn er nicht wenigstens versuchen würde, sein eigenes Unternehmen zu gründen, würde er es für den Rest seines Lebens bereuen. Ich respektiere das, und er hatte Recht“, schrieb Salakhutdinov auf X. Externer Inhalt nicht verfügbar Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Umschalten auf „an“ stimmst du zu. 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