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Vor einer Sache graut ihr bei der Nutzung von KI

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„Wovor mir graut“: Merkel überrascht mit KI-Prognose

Von: Marcus Giebel

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Angela Merkel will im Privatleben bewusst auf KI-Hilfe bauen. Wegen des AfD-Erfolgs in Sachsen-Anhalt befürchtet sich zivilisatorische Rückschritte.

Köln – Die zeitliche Nähe machte es unumgänglich, dass Angela Merkel bei ihrem Auftritt bei der Digitalmesse Digital X in Köln auch auf Sachsen-Anhalt zu sprechen kam. „Mir als CDU-Mitglied blutet das Herz“, sagte die Altkanzlerin angesichts des historisch schlechten Abschneidens ihrer Partei mit nur 17,2 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl laut dem ZDF. Mit Blick auf den deutlichen Erfolg der AfD, die mit 43,8 Prozent knapp an einer Mehrheit im künftigen Parlament vorbeischrammte, sprach sie auch von einem wirklichen „Einschnitt, den wir in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erleben“.

Zugleich legte Merkel bei ihrem Auftritt im Rheinauhafen am Dienstag (8. September) den anderen Parteien nahe, sich nicht auf die AfD zu fixieren, sondern die eigenen Themen nach vorne zu stellen. Wenn die Rechtsaußen-Partei ein Rentenniveau von 70 Prozent fordere, „dann muss ich einfach mal begründen, dass das eine Forderung ist, die ist vom Mond oder vom Mars oder noch weiter weg“. Die demokratischen Parteien müssten auch stärker den Kontakt zu den Bürgern suchen, denn die individuelle Ansprache sei offenbar wichtiger geworden.

Merkel über KI im Haushalt: Altkanzlerin denkt an ihre Mutter

Viele Politiker müssen sich diesem neuen Zeitgeist augenscheinlich noch anpassen. Merkel will derweil in anderer Hinsicht mit der Zeit gehen. Auf das zentrale Thema des Events der Deutschen Telekom angesprochen, gab sie zu, sich einen mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausstaffierten Roboter zu wünschen, der ihr im Haushalt helfe. „Als meine Mutter älter wurde, habe ich immer gedacht: Warum gibt es niemanden, der ihr die Zitrone auspresst, weil ihre Hände das nicht mehr so gut gemacht haben?“, verwies die 72-Jährige im Gespräch mit Moderatorin Miriam Meckel auf ein konkretes Beispiel.

Allerdings wisse Merkel um die Tücken dieser KI-Roboter. Diese seien „vermeintlich toll“, doch es brauche noch Zeit, bis die Technik so weit sei, dass wirklich von einer selbständigen Hilfe gesprochen werden kann. Merkel ist daher noch skeptisch: „Wovor mir graut, ist, dass da versprochen wird ‚Er übernimmt Ihre Küchenarbeit‘ und dann muss ich die ganze Arbeit machen, weil er kennt ja meine Küche nicht und so weiter.“

Wichtig sei ihr, dass die Einrichtung eines solchen automatisierten Haushaltshelfers einfach vonstatten gehen müsse. Denn sie wolle „nicht ein Jahr brauchen, um ihn in Gang zu setzen“.

Leben mit der KI: Merkel hofft auf globalen Erfahrungsaustausch – „gewisse Transparenzpflicht“

Die Nutzung von KI sieht Merkel jedoch grundsätzlich positiv: „Es wird unser Leben verbessern, wenn ich nur an die Medizin denke.“ Sie könne auch in der Bildung junger Menschen gut eingesetzt werden oder ältere Menschen bei der Einrichtung eines neuen Fernsehers unterstützen.

Wichtig seien jedoch auch mehr Absprachen auf globaler Ebene. Denn Merkel warnt auch: „Wenn da also Risiken nicht mitgeteilt werden, wenn Erfahrungen nicht ausgetauscht werden, wenn nicht eine gewisse Transparenzpflicht der Tech-Unternehmen besteht, (…) dann gehen wir in eine sehr unbestimmte Zeit.“ Vorbilder seien die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA).

Merkel warnt vor AfD-Erfolgsrezept: „Dann gehen wir zivilisatorische Schritte zurück“

Die langjährige Regierungschefin und CDU-Vorsitzende gab zudem einen Einblick in ihr Privatleben. In diesem sei sie zwar nicht selbst aktiv in den sozialen Medien, allerdings nutze sie Instagram durchaus, um sich zu informieren. Dort scrolle sie „von Zeit zu Zeit“ und hole sich Feedback zu Themen, die sie beschäftigen.

Gewöhnungsbedürftig findet Merkel allerdings die auf den jeweiligen User zugeschnittenen Beiträge. Das sei „ein bisschen spooky“, findet sie. Etwa: „Wenn ich mich im Winter damit beschäftige, dass ich auf Schuhen ausrutsche, wenn es glatt ist, kriege ich Empfehlungen für Seniorenschuhe, die rutschfest sind.“

Wie sich verhindern lässt, von der AfD politisch aufs Glatteis geführt zu werden, versuchte Merkel ebenfalls, zu verdeutlichen. Denn die Partei setze auf Gefühle. Und diese seien „plötzlich genau so wichtig wie das Faktum“. Was seit der Aufklärung undenkbar schien. Setze sich dieses Modell durch, „dann gehen wir zivilisatorische Schritte zurück“. (Quellen: Digital X, ZDF) (mg)

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