Vor Jahrestag: Trump brüstet sich als Helfer am Ground Zero
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New York – Vor dem 25. Jahrestag des Terror-Horrors vom 11. September 2001 am Freitag sorgt Donald Trump (80) erneut mit angeblichen Erlebnissen nach den verheerenden Attacken auf die New Yorker Twin Towers für Aufregung. Bei einer Gedenkveranstaltung vor dem Weißen Haus, zu der die Hilfsorganisation „Tunnel to Towers Foundation“ einen 6,4 Meter langen Stahlträger aus dem zerstörten World Trade Center (WTC) mitgebracht hatte, erzählte der US-Präsident: Zwei Feuerwehrleute, „kräftige Kerle“, hätten ihn nahe dem damaligen U.S. Steel Building (heute One Liberty Plaza) hochgehoben und weggetragen, weil sie befürchteten, das Gebäude könnte einstürzen. „Sie haben mich buchstäblich hochgehoben“, sagte Trump dramatisch.
Trump erzählte über 9/11-Einsatz
Allerdings: Für eine aktive Rolle Trumps bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten unmittelbar nach dem Terroranschlag fehlen bis heute unabhängige Belege!
Das erwähnte Gebäude heißt heute „One Liberty Plaza“ und liegt tatsächlich unmittelbar bei Ground Zero . Es wurde durch Trümmer der einstürzenden Türme beschädigt, blieb aber strukturell intakt.
Das noch größere Fragezeichen gilt dem Zeitpunkt. Stunden nach seiner Rede präzisierte Trump selbst, dass sich die Episode nicht am Tag des Grauens abgespielt habe. Vielmehr sei er „kurz danach“ vor Ort gewesen. „Alles, was ich gesagt habe, entspricht exakt den Tatsachen“, ging er auf Truth Social in die Defensive.
Trumps Erlebnisse im rauch- und ascheverhangenen New York werden seit Jahren hinterfragt. Zuletzt behauptete er, bereits am folgenden Tag mit rund 100 Bauarbeitern seiner Firmen an Ground Zero „lange und hart“ gearbeitet zu haben. In früheren Versionen hieß es noch, er habe beim Beseitigen der Trümmer „ein bisschen geholfen“.
Trump: „Ich sah Menschen aus den Türmen springen“
2015 sagte Trump zudem, er habe Menschen aus den Twin Towers springen sehen – aus seinem Apartment im mehr als sechs Kilometer entfernten Trump Tower in Midtown Manhattan. Das Weiße Haus lieferte auf Medienanfragen bisher keine zusätzlichen Belege für Trumps Darstellung.
Fix dokumentiert sind bislang zwei TV-Interviews vom 13. September 2001, zwei Tage nach den Anschlägen, vier Blocks von Ground Zero entfernt. Dort sagte Trump, er komme gerade vom Katastrophenort und habe rund 100 Männer im Einsatz. Videos belegen damit zumindest seine Präsenz in der Gegend an diesem Tag.
Der eigentliche Jahrestag wird von Trump am Freitag nicht in New York begangen, sondern am ebenfalls damals angegriffenen Pentagon. Vizepräsident JD Vance (42) soll dagegen an der Zeremonie in New York teilnehmen.