Vor Leipzig und "El Clasico": Real Madrid, Mourinho und Vini Jr. unter Druck
Wohl kaum etwas ist verlässlicher als die nie abebbende Gerüchteküche, in der sich Real Madrid seit jeher bewegt. Und die Betriebsamkeit in dieser virtuellen Institution nimmt gerade wieder so richtig Fahrt auf. Es geht um - wie so häufig - den Trainer.
José Mourinho, "the special one" (der Besondere), wie er sich einst selbst nannte, steht offenbar schon jetzt gehörig unter Druck. Denn: Die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig. Vor allem in der heimischen Liga, wo der Erzrivale FC Barcelona nach nur neun Spieltagen schon sechs Punkte Vorsprung hat. Real hat sogar schon zwei Spiele verloren - Majestätsbeleidigung.
Deschamps in Warteschleife?
Offenbar soll der ehemalige Nationaltrainer Frankreichs, Didier Deschamps, bereit stehen. Der gnadenlose Präsident Florentino Perez soll den 58-Jährigen bereits kontaktiert haben, für den Fall, dass es in dieser Woche schief geht für die Madrilenen. Geduld war schließlich noch nie eines der hervorstechendsten Merkmale bei den Verantwortlichen der "Königlichen".
Am Mittwochabend (ab 21 Uhr im Audiostream und im Live-Ticker bei sportschau.de) geht es für Mourinho und sein Team bei RB Leipzig darum, in der Champions League die makellose Bilanz nach zwei Siegen in zwei Partien beizubehalten. Am Sonntag geht es dann im "El Clasico" in Barcelona um alles.
Keine Entwicklung der Mannschaft
Vor allem deshalb, weil sich bereits in der vergangenen Saison aus Sicht Reals entwürdigende Szenen im Stadion Camp Nou abspielten, als sich Barca mit einem 2:0 in diesem ewigen Duell zum Meister krönte. Mehr Demütigung geht kaum. Immerhin, dafür konnte Mourinho nichts, weil er da noch bei Benfica Lissabon beschäftigt war.
Aktuell vorgeworfen werden dem Coach von den Kritikern aber nicht nur die Niederlagen, sondern auch, dass er die Mannschaft nicht weiterentwickeln würde. Für einen Spieler scheint sogar das Gegenteil eingetreten zu sein: Vinicius Jr. ist meilenweit von seiner Bestform entfernt, die ihn noch im Jahr 2025 zu einem Kandidaten für den Ballon D'Or machte, den der beste Fußballer des Jahres erhält.
Vinicius Jr: Trennung und Schönheitschirurgie
Der Brasilianer hatte nach einem Angebot vom FC Arsenal im vergangenen Sommer seinen bis 2027 laufenden Vertrag in Madrid bis 2032 verlängert - für jährlich wohl 25 Millionen Euro netto. Und das trotz der Schönheitsoperationen sowie dem Trennungsprozess von der portugiesischen Influrencerin Virginia Fonseca (27), die zu seinem dauerhaften Formtief beigetragen haben sollen.
Kürzlich hatte Mourinho, dem Verschwörungsmythen alles andere als fremd sind, noch wissen lassen, dass, wenn er in der Rolle seines Schützlings gewesen wäre, einen Wechsel vorgezogen hätte. Schließlich, so befand Mourinho, sei die dauerhafte Kritik an Vini Jr. in den Medien nur schwer erträglich. Ein Schelm, wer deshalb glauben könnte, dass der Coach den 26-Jährigen gerne losgeworden wäre.
Sperre in La Liga
Nun ist es anders gekommen und Mourinho muss zusehen, dass er den extrovertierten Fußballprofi wieder hinbekommt. Es bereite ihm regelrecht Schmerzen wenn er dabei zusehe, wie sich sein Spieler wieder zurück zu dem Profi entwickeln will, "der Spiele gewinnt, der Titel holt, der den Unterschied ausmacht“.
Gegen die Leipziger könnte Vinicius Jr. mitspielen. In La Liga ist er gesperrt, nachdem er gegen den FC Villarreal vor einem nicht gegebenen Treffer einem Gegenspieler an den Haaren zog und sich nach der Aberkennung vehement beim Schiedsrichter beschwerte.
Mourinho: "Unantastbar ist nur das Wappen"
Ganz klar ist es aber nicht, dass Vinicius Jr. gegen Leipzig tatsächlich in der Startelf stehen wird. Mit dem Ex-RB-Spieler Yan Diamonde (140 Millionen Euro Ablöse) hat der zuvor als unantastbar geltende Superstar einen veritablen Konkurrenten bekommen.
"Unantastbar ist das Wappen und was Spieler in unantastbar verwandelt, sind nicht Spielführerbinden, der Status, Ablösesummen oder Betriebszugehörigkeit. Sondern einzig die Leistung auf dem Platz“, sagte Mourinho vor der Partie.
Der Konkurrenzkampf ist endgültig eröffnet - auch, damit der Trainer von den möglichen Leistungssteigerungen seiner Spieler ganz persönlich profitieren kann.