Vorpommern: Abiturientin erhebt nach „Fickt euch“
Audioplayer wird geladen Anzeige Mit den Worten „Fickt euch einfach nur alle!“ hat eine Abiturientin bei der Abschlussfeier eines Gymnasiums in Mecklenburg-Vorpommern für einen Eklat gesorgt. Auslöser war die hohe Durchfallquote ihres Jahrgangs am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow, über die zuerst die Zeitung „Nordkurier“ berichtete und ein Video der Rede veröffentlichte. Nun erklärt die Schülerin ihr Verhalten und macht auf weitere Missstände am Gymnasium aufmerksam. Für sie und weitere 16 Schüler, die die Prüfung nicht bestanden, hätte es aufgrund der Vorbenotung keinen Grund gegeben, von einem Nichtbestehen auszugehen. Anzeige Die Benotung sei für sie nicht nachvollziehbar gewesen, „daher hätten wir dann gerne mit unseren Lehrern über die für uns überraschend schlechten Ergebnisse gesprochen“, berichtet sie im Nachhinein dem „Nordkurier“. Doch keine der Lehrkräfte habe etwas dazu gesagt. Die Schülerin habe die Zeugnisübergabe also als letzte Gelegenheit gesehen, um darauf hinzuweisen, „dass hier offensichtlich etwas nicht ganz passt“, erklärt sie weiter. Hälfte aller Schüler schreibt null Punkte in Mathematik Besonders bei der Matheprüfung habe es Überraschungen gegeben, denn die Hälfte aller Schüler habe null Punkte geschrieben. Nur drei Schüler hätten die Klausur bestanden, wie die 18-Jährige erzählt. Anzeige Lesen Sie auch Bereits in ihrer Rede hatte sie angeprangert, dass es seit zwei Jahren keinen vernünftigen Matheunterricht gegeben habe. „Inkompetente Lehrer“, häufige Lehrerwechsel, eine aus ihrer Sicht unzureichende Vorbereitung auf die Prüfungen sowie veraltete Unterrichtsmethoden seien dafür verantwortlich gewesen. An anderer Stelle hatte sie ironisch erklärt: „Aber stimmt. Für das Ergebnis des Mathematikunterrichts sind wir ganz alleine verantwortlich.“ Hat ein Lehrer dafür gesorgt, dass Schüler durch die Deutschprüfung fallen? Ebenso auffällig sei das Ergebnis der mündlichen Deutschprüfungen gewesen, berichtet sie nun dem „Nordkurier“. Ein Lehrer hätte bei nur drei Schülern an der Prüfung teilgenommen – und genau diese drei Schüler seien durch die Prüfung gefallen. Dabei habe der Lehrer mit allen dreien im Lauf der Schulzeit „Ärger gehabt“, es habe Elterngespräche gegeben. „Ich will niemandem etwas unterstellen, aber ich finde es gut, wenn hier geprüft wird, ob es da Zusammenhänge gibt“, sagt sie. Lesen Sie auch Hintergrund der Rede war, dass 17 von 52 Schülern die Abiturprüfungen dieser Schule nicht bestanden, eine weitere Person sei gar nicht erst zur Prüfung zugelassen worden. „Damit sind 34 Prozent von uns durchgefallen“, hatte die Abiturientin gesagt, die sich selbst als Betroffene bezeichnet. Lesen Sie auch Weltplus ArtikelNeben der Spur Nach Daten der Kultusministerkonferenz lag die Abitur-Durchfallquote in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt im Jahr 2024 bei rund 7,4 Prozent. „Sind wir wirklich alle zu blöd gewesen? Haben wir nicht gelernt?“, fragte sie mit Blick auf die hohe Zahl gescheiterter Abiturprüfungen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Schlussteil der Rede. Es habe Lehrer gegeben, die gesagt hätten, die Durchfallquote sei zu erwarten gewesen. „An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen – ganz ehrlich: Fickt euch einfach nur alle!“, hatte die Schülerin gerufen. shem