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Vorschau MotoGP-Test Spielberg: Worum es geht, wer teilnimmt und wer nicht

Sport

(Motorsport-Total.com) - Der Red-Bull-Ring in Spielberg, am gerade vergangenen Wochenende der Austragungsort des Grand Prix von Österreich, steht zahlreichen Teams und Fahrern der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft einen weiteren Tag offen. Am Montag findet auf dem Kurs in der Steiermark ein Pirelli-Reifentest mit MotoGP-Bikes statt.

Abgesehen von privaten Tests mit Testfahrern sah der MotoGP-Testkalender 2026 zwei Termine vor, an denen die Stammfahrer ersten Kontakt aufnehmen konnten mit den Pirelli-Reifen, die beginnend mit der MotoGP-Saison 2027 die Reifen des derzeitigen Alleinausrüsters Michelin ablösen werden.

Der erste dieser zwei privaten Tests mit Stammpiloten fand am 22. Juni statt, dem Montag nach dem Grand Prix von Tschechien in Brünn. An jenem Tag wurden keine offiziellen Rundenzeiten veröffentlicht. Auf Basis der von Hand gestoppten Zeiten wurde aber davon ausgegangen, dass Aprilia-Werkspilot Marco Bezzecchi der Schnellste war.

An diesem Montag nun ist der Red-Bull-Ring in Spielberg Schauplatz des zweiten und letzten Pirelli-Tests der Saison, der Stammfahrern offensteht. Die nächste diesbezügliche Gelegenheit gibt es dann erst am 1. Dezember beim Valencia-Test, der zwei Tage nach dem dortigen Saisonfinale 2026 stattfinden wird und bereits als erster Tag im MotoGP-Testkalender 2027 gezählt wird.

Wenngleich der Spielberg-Test allen MotoGP-Piloten - Stammfahrern und Testfahrern - offensteht, haben die Hersteller beschlossen, ihre am Montag verfügbaren Motorräder entsprechend ihrer eigenen vertraglichen Interessen zu besetzen.

Aprilia, Ducati, Honda, Yamaha schieben ihren Stars Riegel vor

KTM hat, wie bereits im Juni in Brünn, Pedro Acosta gebeten, das 850-ccm-Motorrad für 2027 zu testen, obwohl der Spanier zur Saison 2027 zu Ducati wechseln wird. Die anderen Hersteller - namentlich Aprilia, Ducati, Honda und Yamaha - räumen Fahrern, welche nach der Saison 2026 die Fronten wechseln, diese Möglichkeit nicht ein.

Zu denjenigen, die das 850er-Motorrad ihres noch aktuellen Herstellers am Montag nicht testen dürfen, gehören Fabio Quartararo, der von Yamaha zu Honda wechselt, außerdem Jorge Martin, der von Aprilia zu Yamaha wechselt, außerdem Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio, die beide von Ducati-Teams zu KTM wechseln, sowie Francesco Bagnaia, der seine Zusammenarbeit mit Ducati beenden wird, um ab 2027 für Aprilia zu fahren.

Waren beim Brünn-Test im Juni Fahrer wie Marc Marquez und Fermin Aldeguer (Ducati), Marco Bezzecchi und Raul Fernandez (Aprilia), Luca Marini und Joan Mir (Honda), Toprak Razgatlioglu (Yamaha) und Pedro Acosta (KTM) zusammen mit den Testfahrern Dani Pedrosa und Pol Espargaro (KTM) sowie Augusto Fernandez (Yamaha) damit beauftragt, die Pirelli-Reifen für 2027 zu testen, so kommen diesmal in Spielberg noch ein paar neue Gesichter hinzu.

Andere hingegen werden am Montag gar nicht fahren, wie beispielsweise die Honda-Werkspiloten Joan Mir und Luca Marini, die nicht zum Spielberg-Test eingeladen wurden. Stattdessen werden Johann Zarco, Diogo Moreira und Testfahrer Takaaki Nakagami auf dem Red-Bull-Ring für Honda testen.

Nicolo Bulega hat Spielberg-Test selber abgesagt

Ein weiterer Testfahrer, der ursprünglich für den Spielberg-Test vorgesehen war, hat selber abgesagt. Es handelt sich um Ducati-Testfahrer Nicolo Bulega. Der Italiener, der 2027 Stammfahrer im VR46-Team sein wird, hatte vergangene Woche bei einem privaten Test mit der 850er-Ducati in Mugello einen schweren Sturz. In einer Woche hat Bulega in Cremona seinen ersten Matchball, um Superbike-Weltmeister 2026 zu werden. Aus diesem Grund will er kein Risiko eingehen.

Bei Yamaha, wo am Montag bis zu vier Motorräder auf die Strecke gehen könnten, erklärte Sportdirektor Massimo Meregalli Anfang September, dass Toprak Razgatlioglu und Moto2-Pilot Izan Guevara dabei sein werden. Guevara steigt zur Saison 2027 in die Königsklasse auf, um bei Pramac-Yamaha die Nachfolge von Jack Miller anzutreten.

Obwohl sich Pirelli gewünscht hatte, dass alle Fahrer, die im nächsten Jahr in der MotoGP-Klasse an den Start gehen werden, die nächstjährigen Reifen noch vor Saisonende 2026 testen können, muss man bei Pirelli bis zum Valencia-Test am 1. Dezember warten, bis das gesamte Starterfeld sein Feedback zum Sortiment der neuen MotoGP-Reifen für 2027 abgeben kann.

Maverick Vinales beim Spielberg-Test dabei

Bei KTM wird neben Pedro Acosta und Pol Espargaro auch Maverick Vinales am Montagstest in Spielberg teilnehmen. Hintergrund der Maßnahme: Bei Tech3 und KTM will man herauszufinden, ob es die Verfassung von Vinales' linker Schulter ihm ermöglicht, in zwei Wochen beim Grand Prix von Japan in Motegi in den Rennbetrieb zurückzukehren oder nicht.

Vinales hat seine körperliche Vorbereitung in den vergangenen Wochen intensiviert und ist am vergangenen Freitag auf dem Circuit de Alcarras in Spanien auf ein Straßenmotorrad gestiegen, um seine verletzte Schulter zu testen und zu stärken. Nachdem er sich bei diesem Test gut gefühlt hatte, sprach der Tech3-Pilot mit KTM, wo man ihm für Montag in Spielberg ein Motorrad zur Verfügung stellt.

Vinales hatte sich ursprünglich bereits beim Grand Prix von Deutschland 2025 auf dem Sachsenring an der linken Schulter verletzt. Nach Operation begann für ihn ein Auf und Ab und Renneinsätzen und Pausen. In diesem Jahr musste er nach den Wintertestfahrten und den Grands Prix von Thailand und Brasilien bei der dritten Saisonstation (USA) aufgeben, um sich erneut einer Operation zu unterziehen.

Nach seiner Rückkehr im Mai in Barcelona nahm Vinales an sechs Grand Prix teil, bei denen er jedoch nie in den Top 10 ins Ziel kam. Seitdem war es sein Ziel, zurückzukehren, sobald es seine Schulter zulässt. Das war bei den ersten drei Rennen nach der Sommerpause - Silverstone, Misano, Spielberg - noch nicht der Fall.

Vinales' neues Ziel ist es jetzt, den Test am Montag zu fahren, denn nur am Lenker eines MotoGP-Bikes kann er einschätzen, ob die Erholung während der vergangenen Wochen ausreichend war, um für die Asien-Tournee wieder in den Rennbetrieb zurückzukehren.

Im Alter von 31 Jahren und mit der Erfahrung aus elf MotoGP-Saisons hat Vinales für 2027 keinen Platz mehr im Feld der Königsklasse gefunden, nachdem er weder mit KTM noch mit Tech3 eine Einigung zur Vertragsverlängerung erzielen konnte. Tech3-KTM hat für 2027 Luca Marini und den aus der Moto2-WM aufsteigenden Australier Senna Agius unter Vertrag genommen. Im KTM-Werksteam werden Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio die Stammpiloten 2027 sein.

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