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Vorsprung zur SPD schmilzt

Nation

Spannende Entwicklung bei der politischen Stimmung in MV: Die SPD von Regierungschefin Manuela Schwesig holt weiter gegenüber der AfD auf. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere für den Nordkurier. Demnach kommt die SPD derzeit auf 33 Prozent der Stimmen – das sind zwar 6,6 Punkte weniger als zur Landtagswahl 2021, aber 4 Punkte mehr als bei der Nordkurier-Umfrage Anfang August. Die AfD bleibt auf Platz eins – mit 36 Prozent wie vor einem Monat und einem Plus von 19,3 Punkten gegenüber 2021.

Nach dem einschneidenden Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt treffen Kanzler Merz und AfD-Chefin Weidel im Rededuell direkt aufeinander. Weidel eröffnet die sogenannte Generaldebatte mit harten Attacken, wie das folgende Video zeigt:

Die CDU stürzt auf ein historisches Tief ab

Der Zuwachs bei der SPD geht weiterhin zulasten kleinerer Parteien. Die Linken liegen stabil bei 11 Prozent (+1,1 zu 2021). Die CDU dagegen lässt erneut Federn: 7 Prozent Zustimmung – das ist ein historisch niedriger Wert für die Partei. Bedeutet: 3 Punkte weniger als Anfang August, minus 6,3 zur Landtagswahl 2021. Die Grünen kommen weiterhin auf 5 Prozent (-1,3 zu 2021) und wären damit ebenfalls im neuen Landtag vertreten.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) landet wieder bei 4 Prozent. Die FDP verliert und wird jetzt unter „Sonstige“ geführt – zusammen 4 Prozent. INSA Consulere hat im Zeitraum vom 1. bis 8. September 1000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in MV befragt – repräsentativ. Die maximale Fehlertoleranz liegt den Demoskopen zufolge bei +/- 3,1 Prozent.

Überrascht reagiert Politikwissenschaftler Prof. Jochen Müller, Universität Greifswald, auf den CDU-Wert. „Die Umfrage spricht dafür, dass die SPD-Kampagne verfängt. Sie stellt Manuela Schwesig klar ins Zentrum, greift Sorgen vor einer AfD-geführten Regierung auf und rahmt die Wahl als Zweikampf. Das kann noch sehr knapp werden.“

Die CDU dagegen habe es schwer, „gegen diese Zuspitzung Aufmerksamkeit zu bekommen“, so Müller. „Zugleich bleibt die Brandmauer ein Thema, bei dem sie kaum gewinnen kann, weil Wählerschaft und eigene Basis unterschiedliche Erwartungen haben.“ Bitter für die CDU: Bis Ende 2024 lag sie fast gleichauf mit der SPD – dann drifteten die Zustimmungswerte auseinander.

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD hat am meisten Potenzial zu weiteren Stimmen

Damit deutet derzeit vieles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen AfD und SPD zum Wahltag hin. Dieser Eindruck verstärkt sich bei der Betrachtung des zusätzlichen Wählerpotenzials. Denn: Weitere 18 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, die SPD zu wählen, quasi als zweite Option bei strategischen Überlegungen. Bei der AfD liegt das zusätzliche Potenzial bei 4 Prozent. Bei den Linken sind es 17, bei der CDU 15, bei den Grünen 13 und beim BSW 18 Prozent.

Interessant ist auch die Gegenprobe: 51 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich nicht vorstellen, die AfD zu wählen. 40 Prozent sind es bei der CDU, 39 bei den Grünen. Weitere Parteien: Linke 33, BSW 31 und SPD 26 Prozent. INSA-Chef Hermann Binkert: „Acht Prozent der Wähler entscheiden sich für Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.“ Das wiederum könnte noch einige Veränderungen durch strategische Wechsel bringen.

Für eine mögliche Regierungsbildung in MV nach dem 20. September bedeuten diese Zahlen: Rot-Rot-Grün hätte im neuen Landtag eine Mehrheit, weitere denkbare Konstellationen dagegen nicht. Eine Koalition mit der AfD haben die anderen Parteien bislang ausgeschlossen.

Eine Umfrage für den NDR sieht die AfD jetzt bei 38 Prozent. Hier sinkt die Linke auf 9 Prozent.

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