Vorstandsmitglied von Mercedes droht auch Bremer Werk mit Schließung
Bei einer Betriebsversammlung in Sindelfingen forderte Vorstandsmitglied Michael Schiebe geringere Arbeitskosten. Andernfalls müsse man zwei deutsche Werke schließen. Das könnte auch Bremen treffen.
Ein Sprecher des Konzerns bestätigte, dass der Mercedes-Produktionsvorstand gegenüber Beschäftigten die Schließung von zwei Werken in Deutschland angekündigt hat, sollten die hiesigen Kosten nicht reduziert werden. Gelinge dies nicht, werde man ein deutsches Aufbauwerk sowie ein deutsches Powertrainwerk schließen müssen.
Bei Aufbauwerken handelt es sich um Werke, in denen die Autos zusammengebaut werden. In Deutschland hat Mercedes-Benz diese Werke neben Sindelfingen noch im badischen Rastatt und in Bremen. Bei Powertrainwerken handelt es sich um Werke, in denen Komponenten für das Auto hergestellt werden. Diese gibt es in Stuttgart-Untertürkheim, Affalterbach bei Stuttgart, Berlin, Hamburg, Kamenz (Sachsen) sowie Kölleda und Arnstadt (Thüringen).
Fast 3.000 Bremer Mercedes-Mitarbeiter protestieren gegen Sparkurs
Am Werk in Hemelingen waren drei Demonstrationszüge gestartet. Die Teilnehmer gingen gegen die angekündigten Sparpläne in der Branche auf die Straße. Bundesweit gab es Proteste.
Bundesweite Proteste
Zuletzt hatte Mercedes-Benz seinen Sparkurs verschärft. Damit trat der Stuttgarter Autobauer auch eine öffentliche Diskussion über Arbeitskosten los. Denn in einem Schreiben an die Beschäftigten in Deutschland schlug der Vorstand unter anderem vor, für das gleiche Geld mehr zu arbeiten.
Deswegen gab es am Montag bundesweit Kundgebungen. Etwa 175.000 Menschen folgten einem Protestaufruf der Gewerkschaft IG Metall, teilte ein Sprecher mit. Auch in Bremen beteiligten sich knapp 3.000 Personen daran.