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Vortrag – „Es ist nicht akzeptabel, jemanden im Vorfeld zum Schweigen zu bringen“

Wissenschaft

Audioplayer wird geladen Anzeige An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat eine für Dienstag geplante Vorlesung über Trans-Identitäten für Diskussionen gesorgt. Studentenverbände hatten im Vorfeld zu einer Demo aufgerufen sowie eine Absage der Vorlesung und die Entlassung der Professorin gefordert. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wies im Gespräch mit WELT TV die Forderungen zurück. Sie werde nicht „ohne genau zu wissen, ob der Schutzbereich der Wissenschaftsfreiheit überschritten ist oder nicht“ eine Vorlesung absagen, sagte Steinbeck. Gleichzeitig stellte sie klar, dass Studenten das Recht haben, ihre Meinung zu äußern: „Natürlich muss niemand schweigen, wenn etwas gesagt wird, das ihm nicht gefällt.“ Steinbeck betonte aber, dass die Universität ein Raum des „offenen Diskurses“ sei: „Es ist nicht akzeptabel, jemanden im Vorfeld zum Schweigen zu bringen.“ Wissenschaftlichen Argumenten müsse man mit wissenschaftlichen Argumenten begegnen – „und nicht dadurch, dass man die Debatte komplett verhindert“. Die Leitung habe sich dagegen entschieden, die Veranstaltung zu verbieten, „denn an der Universität herrscht nun mal Forschungs- und Wissenschaftsfreiheit.“ Anzeige Diskussion sei der „richtige Weg“ Die Vorlesung fand am Dienstag wie geplant statt, die Vorlesungszeit wurde sogar verlängert, so Steinbeck. Anschließend sei eine Diskussion geplant gewesen. „Ich glaube, das ist der richtige Weg.“ Wie die Rektorin schilderte, war am Dienstagmittag noch nicht bekannt, dass „diskriminierende oder menschenfeindliche Äußerungen“ geäußert worden waren. Es könne passieren, dass Forschungsergebnisse als belastend oder verletzend empfunden werden. „Solange wissenschaftliche Methoden eingehalten werden und der Stand der Forschung dargestellt wird, müssen wir das akzeptieren.“ Anzeige Aktivisten sprechen von „menschenfeindlichen“ Aussagen Hintergrund sind Diskussionen um einen wissenschaftlichen Vortrag an der Universität Düsseldorf von Professorin Ute Bayen. Die Psychologin hatte eine Vorlesung an der Uni angekündigt, in der sie sich kritisch mit „Trans-Identitäten“ auseinandersetzt. Bayen lehrt seit 2007 an der HHU. Zuvor forschte und unterrichtete sie an renommierten US-Hochschulen. Lesen Sie auch Studentenverbände forderten eine Absage des Vortrags sowie den Rauswurf der Professorin. „Die Psychologie-Professorin plant am Dienstag im Rahmen ihrer Veranstaltung Entwicklungspsychologie darüber zu sprechen, warum die Existenz von Trans*Identitäten wissenschaftlich nicht haltbar sei und die Verbreitung von ‚Trans-Ideologie‘ Kinder und Jugendliche gefährden würde“, heißt es in einem Demo-Aufruf auf Instagram. „Diese Aussagen sind nicht nur menschenfeindlich, sondern auch wissenschaftlich falsch.“ Die Veranstaltung habe „somit nichts an einer Universität zu suchen“. Lesen Sie auch Die Interessenvertretung für Trans-Personen TINBy und der Allgemeine Studierendenausschuss der HHU forderten ein Campusverbot sowie die Entlassung von Bayen. „Geforderte Konsequenzen waren unverhältnismäßig“ Wie Rektorin Steinbeck im Interview mit WELT TV schilderte, sei eine Formulierung in einer internen Mail Anstoß für die Proteste gewesen. Darin verwendete sie das Wort „Trans-Ideologie“ und äußerte sich dahingehend, dass „Trans-Ideologie“ gefährlich sein könnte für die Entwicklung von Jugendlichen. „Ich kann nachvollziehen, dass die Betroffenen Probleme haben mit dem Wort Trans-Ideologie“, sagte Steinbeck, „die geforderten Konsequenzen, Campusverbot, Entlassung waren aus Sicht der Hochschulleitung allerdings unverhältnismäßig.“ jho

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