DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,29 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber -5,59 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -1,26 % 113,43 USD 21:59:57 WTI +2,08 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,27 % 77.405,43 USD 23:59:51 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:29 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:27:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 22:43:25 EUR/JPY -0,23 % 175,650 JPY 22:43:25

VW-Chef Blume in Zwickau: Region hofft auf Zukunftsversprechen

Wirtschaft

Stand: 26.08.2026 14:56 Uhr

In Zwickau und ganz Südwestsachsen geht die Angst um, dass Volkswagen sein Werk am Standort Mosel nach 2030 schließt. Davon wären nicht nur die Beschäftigten dort betroffen, sondern auch Zehntausende in anderen Branchen, deren Geschäfte direkt und indirekt von VW abhängen. Wenn Konzernchef Blume am Mittwoch erstmals an einer Betriebsversammlung in Zwickau teilnimmt, erhoffen sich deshalb alle von ihm nur eins: eine klare Aussage zur Zukunft des Standorts.

von MDR SACHSEN

Gemeinsam mit Beschäftigten von Zulieferern haben Dutzende Mitarbeiter von Volkswagen in Zwickau für eine Zukunft des Standortes demonstriert. Hintergrund ist der Besuch von Volkswagenchef Oliver Blume, der am Nachmittag erstmals an einer Betriebsversammlung am Standort Zwickau-Mosel teilnimmt. Im Mittelpunkt stehen der angekündigte Sparkurs und die unsichere Zukunft der E-Auto-Fabrik.

In der Belegschaft sei die Verunsicherung groß, sagte Betriebsratschef Mario Albert MDR SACHSEN. Bei der Betriebsversammlung wolle er Blume an die Einhaltung der geltenden Verträge erinnern. Der Vorsitzende des VW-Sachsen-Gesamtbetriebsrates, Mike Rösler, hatte im Vorfeld des Besuchs ebenfalls Klartext gefordert: "Die Kolleginnen und Kollegen hier bauen mit Leidenschaft Autos und brauchen eine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht."

VW-Betriebsrat: "Hochgradige Unsicherheit"

Bis 2030 gilt auch in Zwickau eine Standortgarantie. Für die Zeit danach wird das Werk als eines von vieren in Deutschland genannt, dem die Schließung droht. Allerdings gibt es von der Konzernspitze bisher dazu keine klare Aussage. Die Informationen stammen aus zweiter Hand und erreichten die Beschäftigten bisher nur über die Medien. Die Folge sei eine hochgradige Unsicherheit, beklagte Rösler.

In Wolfsburg nichts Neues

Auch bei der Betriebsversammlung im VW-Stammwerk in Wolfsburg am Dienstag erklärte Konzernchef Blume nur, Ziel des Umbauplans sei eine Zukunft für alle Standorte. Ein Aus für Emden, Hannover, Zwickau und Audi in Neckarsulm sei noch nicht beschlossen, sondern nur die letzte Option. Und diese sei auch immer die teuerste. Zugleich räumte er ein, für die vier Standorte "können wir heute noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030-er Jahre darstellen" – sprich, gibt es nicht genug Aufträge.

Dabei gilt die Fabrik in Zwickau als Pionier in der Elektromobilität bei Volkswagen. Dort werden seit 2020 ausschließlich E-Autos gebaut. Weil die Nachfrage nach den dort gefertigten Modellen aber zuletzt zu gering war, ist die Zahl der Beschäftigten von einst 11.000 bereits auf aktuell 8.000 gesunken. Und der Abbau von mehr als 1.000 weiteren Jobs ist schon beschlossen. Kommendes Jahr soll eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.

Alternativen gesucht

Betriebsrat Rösler verweist auf die Sparanstrengungen in allen Bereichen in Zwickau und die Suche nach neuen Geschäftsfeldern, um den Standort zu erhalten. So gewinnt derzeit die Demontage von gebrauchten Fahrzeugen an Bedeutung. Die Zahl der damit beschäftigten Mitarbeiter soll bis Jahresende auf 100 und perspektivisch auf bis zu 1.000 steigen. Eine weitere Hoffnung ist der Bau von Modellen, die Volkswagen bisher nur in China herstellt, zum Beispiel die SUV ID.Unyx 08 und ID.Era 9X.

Eine ganze Region bangt

VW-Chef Blume hatte bereits mehrfach erklärt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Dazu sagt VW-Sachsen-Betriebsrat Rösler unter Verweis auf die Bemühungen in Zwickau: "Ich hoffe, dass der Vorstand seinen Job macht und uns diese Lösungen endlich präsentiert." Sollte die Fabrik tatsächlich schließen, würden die Folgen weit über die Belegschaft hinausreichen. Denn betroffen wären auch Zulieferbetriebe, Dienstleister, Handwerker und der Handel. Mitarbeiter aus diesen Branchen sagten MDR SACHSEN, überall werde mit den Zwickauer VW-Beschäftigten mitgezittert und mitgehofft.

MDR (stt/kbe)/dpa

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren