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VW: Gehälter sollen laut Bericht bis 2030 eingefroren werden

Wirtschaft

Volkswagen will Gehälter bis 2030 offenbar einfrieren

Stand: 19.10.2026 21:29 Uhr

Viele VW-Beschäftigte könnten über Jahre keine Entgelterhöhungen mehr bekommen. Die IG Metall informiert über entsprechende Pläne und kündigt Widerstand "mit voller Wucht" an. VW spricht von "Spekulationen".

von Sophie Mühlmann

Laut IG Metall wurden die Belegschaften am Vormittag durch den europäischen Konzernbetriebsrat und den Weltkonzernbetriebsrat über das Vorhaben des VW-Konzernvorstandes im Intranet informiert. Die Personalverantwortlichen bei VW seien weltweit zu "Nullrunden bis 2030" angewiesen worden - also dazu, jegliche Entgelterhöhungen auszusetzen. Die neue Vorgabe sei bereits gültig und gelte seit Anfang Oktober, hieß es. Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet und sich auf interne Unterlagen bezogen. Darin sei von einer "Neuausrichtung" der internationalen Tarifverhandlungen die Rede. VW wollte die Angaben der Gewerkschaft nicht kommentieren. "Wir äußern uns nicht zu solchen Spekulationen", sagte ein Konzernsprecher. Über "tarifliche Themen jeder Art" solle zuerst intern, und zwar in Verhandlungen gesprochen werden.

Ohne Lohnerhöhungen drohen rund zehn Prozent Kaufkraftverlust

Für die betroffenen Beschäftigten könnten vier Jahre ausbleibende Lohnsteigerungen je nach Lebensalter eine Reallohnreduktion um zehn oder mehr Prozent bedeuten, so Dirk Dohse vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Der VW-Konzern beschäftigt in Deutschland insgesamt rund 275.000 Menschen. VW steckt seit Längerem in der Krise. Der Aufsichtsrat hatte Anfang September beschlossen, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen zu streichen - zusätzlich zu dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen. Zudem stehen vier Werke in Deutschland ab 2031 bis 2034 auf der Kippe. Anfang Oktober hatte der Konzern zudem angekündigt, eine Reihe von Tarifverträgen zu kündigen.

Widerstand "mit voller Wucht"

Die IG Metall hat mit scharfer Kritik reagiert. Offiziell sei bislang niemand auf sie als Tarifvertragspartei zugekommen, erklärte ein Sprecher. Konkrete Forderungen habe der Vorstand gegenüber der Gewerkschaft bis heute nicht formuliert. Eines stehe jedoch schon heute fest: Diesem Ansinnen werde die IG Metall sich mit größter Entschlossenheit entgegenstellen. "In der VW-Welt bahnt sich eine heftige Auseinandersetzung an. Die Konzernspitze wird ernten, was sie sät, und zwar mit voller Wucht." Über die Entwicklung der Entgelte entscheide bei Volkswagen der Verhandlungstisch, nicht ein Dekret aus der Vorstandsetage.

"Absurde Träume"

Auch der Betriebsrat übt scharfe Kritik und nennt das Vorgehen des Konzernvorstands "absurd". Während in Deutschland die Tarifrunden für 275.000 Beschäftigte gerade erst anliefen und arbeitgeberseitig noch keine Forderungen vorlägen, erfahre die weltweite Belegschaft von 660.000 Beschäftigten aus der Presse von einem globalen Nullrunden-Plan. "Ein solches Wunschdenken der Wolfsburger Arbeitgeberseite kann gar nicht real werden", hieß es. Statt "absurder Träume" solle der Vorstand lieber Ideen für wettbewerbsüberlegene Produkte entwickeln: Selbst eine Halbierung des VW-Haustarifs würde ein Fahrzeug nur um fünf Prozent günstiger machen.

IG Metall: Belegschaft längst in Vorleistung gegangen

Zudem sei ein Gehaltsstopp der falsche Weg, so der Sprecher: "Technologieführerschaft erringt man nicht, indem man die Sense an die Entgelte der Beschäftigten legt. Und die klügsten Köpfe gewinnt oder hält kein Unternehmen in einem Wettlauf nach unten." Schließlich sei die Belegschaft längst in Vorleistung gegangen: Bereits 2024 hätten die Beschäftigten erhebliche Entgeltbausteine aufgegeben, manche befristet, andere dauerhaft. Außerdem sei eine Entgelterhöhung, die bei Wettbewerbern in der Fläche bereits gezahlt werde, auf 2031 verschoben worden. Für die Beschäftigten in Niedersachsen wäre ein weiterer Einschnitt damit besonders brisant.

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