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VW ID. California Cruise: Schlichter Elektro-Camper auf dem Caravan Salon

Wirtschaft

Was in ihm steckt – und was nicht

VW zeigt ersten Elektro-California

Von Christopher Clausen

Aktualisiert am 28.08.2026 - 10:53 UhrLesedauer: 3 Min.

VW zeigt auf dem Caravan Salon in Düsseldorf seinen ersten Elektro-California. Das Modell überrascht – allerdings anders als erwartet.

Vielleicht waren die Erwartungen noch etwas zu hoch, als VW Nutzfahrzeuge vor rund zwei Wochen für den Caravan Salon in Düsseldorf (beginnt am 28. August 2026) mit dem ID. California Cruise einen laut damaliger Pressemitteilung "ersten Ausblick auf die elektrische Zukunft der California Familie" versprach. Jetzt wurde er präsentiert, und es stellt sich heraus: Ein vollwertiger Elektro-Camper ist dieses Modell (noch) nicht.

Es hat allerdings schon eine ganze Weile gedauert, bis aus der ersten Ankündigung Realität wurde. VW hatte schon einmal an einem California auf Basis des ID. Buzz gearbeitet, das Projekt aber 2023 zunächst gestoppt. Damals bestätigte Volkswagen, dass das durch den Campingausbau zwangsläufig höhere Gewicht mit dem verfügbaren Elektroantrieb nicht zufriedenstellend kompensiert werden könne.

Schätzungen zufolge hätte ein ID. Buzz mit einer dem damaligen California vergleichbaren Ausstattung die Marke von drei Tonnen überschritten – mit Folgen für die Reichweite und auch die Zielgruppe: Mit einem Führerschein der Klasse B dürfen derzeit Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von höchstens 3,5 Tonnen gefahren werden. Bei einem schweren Basisfahrzeug bleibt damit entsprechend wenig Spielraum für Campingausbau, Passagiere, Gepäck und weitere Zuladung.

Eine dicke Matratze, California-Insignien und ein spezieller Modus

Dieses Problem eines gewichtsintensiven Ausbaus stellt sich beim ID. California Cruise jedoch nicht. Faktisch handelt es sich um einen klassischen ID. Buzz, entweder mit langem oder kurzem Radstand. Hinzu kommt eine einfache Campingausstattung mit einer rund zwei Meter langen und 1,20 Meter breiten Klappmatratze, die auf ein stabiles Brett über die umgeklappten Rücksitze gelegt wird. So etwas gibt es auch schon im "Gute Nacht-Paket" des ID. Buzz für 2.600 Euro – nur ist die Matratze beim California mit neun Zentimetern etwas dicker.

Dazu kommen in der California-Ausstattung Lüftungsgitter für die vorderen Seitenfenster und Verdunklungselemente für alle Scheiben sowie das Glasdach, falls mitbestellt. Zusätzlich gibt es zwei Campingstühle und einen Campingtisch. Einen Campingkocher oder Küchenutensilien, wie man es von Nachrüst-Campingboxen für größere Autos kennt, gibt es nicht. Vergleichbar ist diese schlichte Campingausstattung mit dem California Beach auf Basis des Multivans, nur hat dieser noch ein Aufstelldach.

Erkennbar ist der ID. California Cruise an speziellen Sitzbezügen mit integriertem California-Schriftzug, einem California-Schriftzug am Heck sowie einer speziellen "Cruise"-Beklebung an den Fahrzeugseiten.

Ein weiterer Unterschied zum "Gute-Nacht-Paket" des herkömmlichen ID. Buzz ist der sogenannte California-Modus im Infotainmentsystem: Ein zusätzliches Steuergerät erlaubt die gezielte Anpassung von Licht- und Komfortfunktionen, versorgt USB-Anschlüsse dauerhaft mit Energie. Zudem kann die Klimatisierung den Innenraum je nach Bedarf bis zu 48 Stunden lang heizen oder kühlen.

Basis für den ID. Buzz California Cruise ist der ID. Buzz Pro mit großem 78-kWh-Akku für rund 460 Kilometer Reichweite mit "Interieur Style Paket", "Komfortpaket" und "PowerSocket" als Adapter, um etwa einen Campinggrill an das Bordnetz des ID. Buzz anzuschließen.

Für einen Startpreis ab 60.761 Euro gebe es damit einen Preisvorteil gegenüber einem vergleichbar ausgestatteten ID. Buzz Pro (ab 56.060 Euro), der mit "Gute-Nacht-Paket" (2.600 Euro mit dünnerer Matratze) und den entsprechenden Ausstattungspaketen bei rund 61.400 Euro starten würde – ohne aber die entsprechenden California-Insignien zu tragen. Zum Vergleich: Ein California Beach mit Verbrennungsmotor kostet knapp über 66.000 Euro. Losgehen soll es Anfang 2027 mit den ersten Auslieferungen.

Wem das Ganze zu schlicht ist: Es soll bis 2028 noch mehr kommen, verspricht VW: "Der ID. California Cruise bildet den Auftakt einer neuen Generation vollelektrischer Campervans, die in den kommenden Jahren schrittweise erweitert wird." Bis dahin will die EU auch die Führerscheinrichtlinien der Klasse B so verändert haben, dass Besitzer dieses Führerscheins Fahrzeuge bis 4,25 Tonnen bewegen dürfen. Dann dürften auch größere Modelle mit E-Antrieb möglich werden. Möglicherweise auch ein richtiger Elektro-Campingbus.

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