VW ID. Cross vorgestellt: Kleines E-SUV mit großer Chance
Inhaltsverzeichnis close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Volkswagen präsentiert mit dem VW ID. Cross den vierten elektrischen Kleinwagen auf Basis des aktuellen Modularen E-Antriebsbaukastens Plus (MEB+): Dem kleinen SUV werden im Konzern die höchsten Verkaufszahlen zugetraut; der VW ID. Cross könnte beliebter werden als der Skoda Epiq, der Cupra Raval oder der VW ID. Polo. Der Grund für diese Annahme ist die Kombination aus der Karosserieform: Die Welt will Autos, die wie SUVs aussehen – und das durchaus gern auch von Kernmarke VW. Für die europäische Kundschaft könnte der Preis ein wichtiges Argument für oder gegen den VW ID. Cross sein: Bei rund 28.000 Euro geht es los. Weiterlesen nach der Anzeige Nach der Definition der geplanten Unterkategorie M1E ist der VW ID. Cross mit 4,15 m Länge tatsächlich ein Kleinwagen. In der Höhe misst er 1,58 m und in der Breite 1,79 m ohne Außenspiegel. Bei der Verkehrsfläche entspricht das ungefähr einem VW Golf V. Die Raumausnutzung ist wegen des elektrischen Antriebs sehr gut: Das Kofferraumvolumen beträgt 475 Liter (VW ID.3: 385 Liter), auf das sich weitere 22 Liter für ein Fach unter der vorderen Haube addieren. Der Frontantrieb schafft Platz Dieser Platz wird frei, weil anders als beim VW ID.3 mit Hinterradantrieb kein Elektromotor zwischen den Rädern sitzt: Die neuen Kleinwagen aus dem Volkswagen-Konzern haben Frontantrieb. Allerdings sind auch andere Hersteller auf dieses Layout gekommen. So hat der gleich lange und flachere Hyundai Ioniq 3 (Fahrbericht) immerhin 441 Liter. Der Ioniq 3 hat einen Radstand von 2,68 m, während es beim VW ID. Cross 2,61 m sind. Ein ausführlicher Test wird zeigen, wie bequem Menschen auf den Rücksitzen untergebracht sind. Bild 1 von 7 Vorstellung VW ID. Cross Teil eins (7 Bilder) Bei der ersten Sitzprobe, die im April bei einer statischen Präsentation in Hamburg möglich war, war der Raumeindruck insgesamt gut. Im Vergleich zum Polo ist die Sitzposition leicht erhöht, und das Interieurdesign ist weniger reduziert. Die vertikalen statt horizontalen Lüftungsdüsen unterstreichen die aufrechte Karosserieform. Der Rest ist bekannt: Volkswagen ist zu haptischen Bedienelementen zurückgekehrt. Das umfasst auch die Regelung der Klimatisierung. Einen zentralen Touchscreen gibt es selbstverständlich trotzdem. 75 kg Stützlast: Das reicht für zwei E-Bikes plus Fahrradträger Weiterlesen nach der Anzeige Volkswagen betont beim VW ID. Cross den Nutzwert. Er hat eine Anhängelast von bis zu 1200 kg, und die Stützlast liegt bei 75 kg, was für zwei E-Bikes plus Fahrradträger ausreichen sollte. Auch für die Dachlast nennt VW 75 kg, wodurch der VW ID. Cross „locker eines der immer beliebteren Dachzelte mit in den Urlaub nimmt und so zu einem kompakten Reisemobil“ wird, behauptet die Pressemeldung. Formal ist das sicher korrekt. In der Realität werden die Käufer des VW ID. Cross ganz normale Durchschnittsmenschen sein, bei denen dieser vermeintliche Kleinwagen vielleicht der einzige Pkw im Haushalt ist. Leider hat es VW versäumt, die umlegbaren Vordersitze aus der Studie in die Serie zu überführen – ein Nachteil für die diesbezüglich Interessierten. 316 oder 436 km Reichweite Für diese Kundengruppe ist die Reichweite möglicherweise ein wichtiger Faktor. Das sind unter dem Vorbehalt der finalen Typzulassung 316 oder 436 km. Wie bei den anderen elektrischen Kleinwagen aus dem Volkswagen-Konzern gibt es die Wahl zwischen einer Traktionsbatterie mit 37 oder 52 kWh. Die kleinere Version hat robuste und langlebige LFP-Zellen, die größere die performanteren NMC-Zellen. Weil LFP-Zellen eine geringere Energiedichte haben, ist das Leergewicht nahezu gleich: der ID. Cross wiegt 1539 (37 kWh) beziehungsweise 1548 kg mit der 52-kWh-NMC-Batterie. Die 37-kWh-Batterie kann mit einem 85 oder 99 kW leistenden Elektromotor bestellt werden. Die 52-kWh-Batterie ist vorerst ausschließlich mit 155 kW verfügbar. In beiden Fällen kommt der neue APP290 zum Einsatz, der besonders sparsam sein soll. Für den Standardladehub von 10 auf 80 Prozent verspricht Volkswagen 27 Minuten für die 37-kWh-Batterie oder 24 Minuten beim 52-kWh-Akku. Die maximale Ladeleistung mit Gleichstrom ist 90 kW beim 37-kWh-Akku oder 105 kW für die 52-kWh-Batterie. An der heimischen Wallbox mit Wechselstrom sind 11 kW serienmäßig drin. 22-kW-AC-Laden, das der Hyundai-Konzern gerade in immer mehr Modellen optional anbietet, kann VW nicht liefern. Zumindest ist der VW ID. Cross fürs bidirektionale Laden vorbereitet. Bild 1 von 7 Vorstellung VW ID. Cross Teil zwei (7 Bilder) Interne und externe Konkurrenz Der VW ID. Cross ist in den Ausstattungsvarianten Trend (Grundversion mit 85 kW Motorleistung), Life und Style erhältlich. Die Mitte Life bringt unter anderem adaptive Geschwindigkeitsregelung, 2-Zonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera und 18 Zoll große Leichtmetallräder mit. Im Style kommen unter anderem LED-Matrix-Scheinwerfer dazu. Optional und gegen Aufpreis sind zudem ein Harman-Kardon-Soundsystem, erweiterte Fahrassistenzsysteme sowie 12-Zonen-Massagesitze zu haben. Neben der hausinternen Konkurrenz in Gestalt des Skoda Epiq wird der VW ID. Cross gegen die Konkurrenten aus dem Hyundai-Konzern, gegen den Renault 4 oder den Mini Aceman bestehen müssen. Der Kia EV2 und der EV3 sind starke Alternativen, und der eingangs genannte Hyundai Ioniq 3 könnte die Wahl für jene sein, die einen Rest Sportsgeist im Alltag wollen. Der Erfolg oder Misserfolg des VW ID. Cross steht und fällt mit dem Preisgefüge. Neben den Listenpreisen zählen inzwischen auch bei Privatkunden vor allem die monatlichen Leasing- oder Finanzierungsraten. Zu selbstbewusst darf VW im Kleinwagensegment nicht sein. Sonst beginnt die konzerninterne Kannibalisierung.