VW-Mitarbeiter bangen um Jobs: Konzernchef Blume spricht in Emden
Stand: 26.08.2026 12:29 Uhr
VW-Konzernchef Oliver Blume hat heute Vormittag zur Belegschaft des Werks in Emden gesprochen - neue Informationen nannte er nicht. Kritik kam vom Betriebsrat, Oberbürgermeister Kruithoff überreichte Blume eine Resolution.
Nach der Ankunft per Businessjet wurde Blumes Auto nach NDR Informationen auf dem Weg zum Werk kurzzeitig von Mitarbeitenden eines VW-Zulieferers blockiert. In Halle Eins des Werks in Emden wurde der VW-Konzernchef anschließend mit den Pfiffen von mehr als 4.000 Beschäftigten empfangen. Wie Teilnehmende dem NDR Niedersachsen berichteten, sagte Blume bei der Betriebsversammlung, er nehme die Sorgen der Emder ernst. Spekulationen, denen zufolge in Emden künftig Rüstungsgüter gebaut werden sollen, wiesen sowohl er als auch der Betriebsrat zurück.
Betriebsrat fordert Gewissheit für Beschäftigte
Kritik kam laut Teilnehmenden von dem Betriebsrats-Chef des Emder VW-Werks, Manfred Wulff. Gegenüber Blume habe er von Managementfehlern gesprochen und Klarheit für die rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefordert. Der Schlüssel zur Effizienz sei die Vollauslastung des Werkes, sagte er. Schon im Vorfeld hatte er aus Sicht der Belegschaft die schlechte Kommunikation des VW-Vorstands kritisiert. "Die Belegschaft ist verunsichert", sagte Wulff.
Bürgermeister überreicht Resolution
Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hat Blume zudem eine Resolution des Rats der Stadt zum Erhalt des Werks überreicht. "Die Lage ist ernst hier in Ostfriesland", hatte Kruithoff dem NDR Niedersachsen im Vorfeld der Betriebsversammlung gesagt. "Ich glaube, dass wir alle verstanden haben, dass es so nicht bei VW weitergehen kann, aber es braucht Klarheit und nicht diese lange Phase der Unsicherheit", sagte Kruithoff. "Die Menschen hier wollen nur eins - nämlich Arbeit und sie wollen weiter Autos bauen."
Blume: "Werksschließungen nicht beschlossen"
Die Produktion in Emden steht neben dem Werk in Zwickau, in dem heute ebenfalls eine Betriebsversammlung stattfindet, seit der Ankündigung weiterer Sparvorhaben im Fokus. Beide Werke gehören nach Angaben der VW-Führung neben dem Werk für VW-Nutzfahrzeuge in Hannover und dem Audi-Werk in Neckarsulm zu den Standorten, für die es noch keine wettbewerbsfähige Nutzung für die 2030er-Jahre gibt. "Das heißt aber nicht, dass Werksschließungen beschlossen sind", betonte Blume zuletzt immer wieder. Ziel sei es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen.
Lies besucht Werk in Emden