DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,08 % 64.364,85 USD 09:15:18 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

VW muss sparen, aber wo - in Emden, Hannover oder in Wolfsburg?

Nation

Job-Abbau und Werksschließungen bei VW: Welche Standorte könnte es treffen? Stand: 09.07.2026 15:41 Uhr Mögliche Werksschließungen, Jobabbau, weitere Sparpakete: Der VW-Aufsichtsrat muss sich heute mit heiklen Themen befassen. Es geht um die Zukunft des Konzerns. Alle Entwicklungen hier im Blog. Auch Standorte in anderen Bundesländern stehen in Frage Die VW-Sparpläne betreffen nicht nur Standorte in Niedersachsen, sondern auch in Sachsen und Baden-Württemberg. Laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins "Spiegel" soll die Produktion im Werk der VW-Tochter Audi in Neckarsulm (Baden-Württemberg) im Jahr 2034 auslaufen. Cavallo: "Die Beschäftigten sind verunsichert" Bei dem Protest in Wolfsburg präsent ist Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo. "Wir wissen, dass wir in der Krise stecken", so Cavallo im Gespräch mit NDR Niedersachsen. "Wir verschließen als Arbeitnehmerseite auch gar nicht die Augen davor." Man erwarte vom Konzern aber einen ganzheitlichen Zukunftsplan. In einer Rede forderte Cavallo auch Unterstützung von der Politik. Wir haben tagtäglich in den Standorten mit Kolleginnen und Kollegen zu tun, die Angst haben vor der Zukunft. Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende VW Proteste auch bei VW in Wolfsburg Dort haben sich nach Angaben der IG Metall rund 500 Teilnehmende versammelt. Die Einschätzungen unserer Reporter vor Ort liegen bei etwa 300 Menschen. Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg verzögert sich Der Aufsichtsrat kommt heute in Wolfsburg zusammen. Eigentlich sollte die Sitzung um 14.30 Uhr anfangen. Nach NDR Informationen verzögert sich der Beginn der Sitzung - offenbar wird eine Präsidiumssitzung vorgezogen. Das zeige die Dringlichkeit und Schwierigkeit der Beratungen, kommentiert NDR Reporterin Annette Deutskens. Proteste in Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter Begleitet wird die Sitzung auch in Wolfsburg von einer Vertrauensleute-Aktion. Vor dem Werk in Braunschweig gibt es ebenfalls eine Protestaktion, dort kamen nach NDR Informationen mehrere Dutzend Menschen zusammen. In Salzgitter schätzt die IG Metall die Teilnehmenden-Zahl auf rund 400. Auch Oberbürgermeister Frank Klingebeil (CDU) ist dort dabei. Protestaktion in Hannover In Hannover nehmen vor dem VW-Werkstor im Stadtteil Stöcken ebenfalls viele Menschen an einer Protestaktion teil. Eine NDR Reporterin schätzt die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort auf rund 250 Personen. Hunderte Menschen bei VW-Protest in Emden Auch vor dem Werkstor in Emden versammeln sich Betriebsräte und Vertrauensleute bei einer Protestaktion. Die Polizei geht von 300 Teilnehmenden aus. Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) schätzt, dass rund 600 Menschen vor Ort sind. VW-Werk in Emden: Nicht ausgelastet, aber modernisiert Neben den Werken in Zwickau, Neckarsulm und Hannover droht Medienberichten zufolge auch das reine Elektro-Werk in Emden die Schließung. Dort hatte es zuletzt im April und Mai dieses Jahres Schließtage gegeben, weil das Werk nicht ausgelastet war. Jahrelang liefen dort rund 250.000 Autos pro Jahr vom Band, 2024 wurden nur 123.000 Fahrzeuge produziert. Für Automobilexpertin Helena Wisbert macht eine Schließung des Werks in Emden und auch des Werks in Zwickau wenig Sinn. "Diese Werke wurden modernisiert und sind auf die Zukunftstechnologie der Elektromobilität ausgerichtet worden", sagte sie im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Milliarden Euro sowie Fördergelder seien dort geflossen. VW: "Wir teilen Sorgen um die Zukunft des Konzerns" Mit Blick auf die angekündigten Protestaktionen sagte ein VW-Sprecher: "Wir können nachvollziehen, dass sich die Belegschaft Sorgen um die Zukunft unseres Unternehmens macht." Der Vorstand und der Aufsichtsrat teilten diese Sorgen. Deswegen habe der Vorstand einen umfangreichen Zukunftsplan entwickelt, der nun im Aufsichtsrat erörtert werde. "Ziel ist es, den Volkswagen Konzern inklusive aller Marken und Tochtergesellschaften schneller, robuster und wettbewerbsfähiger zu machen", so der Sprecher. "Wer keine Ideen mehr hat, dem bleibt nur das Sparen" Der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann (Grüne) warnt davor, die Komponentensparte in Braunschweig aus dem Konzern zu lösen. Das Braunschweiger Werk ist das älteste des Konzerns und produziert unter anderem Batteriesysteme und Fahrwerk-Komponenten. Laut Hoffmann wurden im vergangenen Jahr Komponenten für 5,6 Millionen Fahrzeuge aus Braunschweig geliefert. Ausgerechnet diesen Standort in eine eigene Gesellschaft abzuschieben, aus der man ihn später scheibchenweise verkaufen kann - können wir nicht einfach hinnehmen. Andreas Hoffmann, Grünen-Landtagsabgeordneter Die Krise sei das Ergebnis jahrelanger Managementfehler und fehlenden Muts: "Wer keine Ideen mehr hat, dem bleibt nur das Sparen. Genau das erleben wir gerade." Hoffmann wolle heute bei der Kundgebung am Braunschweiger Werktor "an der Seite der Beschäftigten" stehen. Protest in Osnabrück: "Wir stehen hinter euch" Um 9.30 Uhr versammeln sich Vertrauensleute und Betriebsräte zum Protest vor dem VW-Werk in Osnabrück. Laut einer NDR Reporterin sind rund 80 Menschen vor Ort. Michael Tepe, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Osnabrück, sagte: "An alle anderen Standorte die Botschaft, wir in Osnabrück stehen hinter euch, so wie ihr auch immer hinter uns gestanden habt." In Osnabrück ist das Ende der VW-Produktion bereits beschlossen - dort wird nur noch bis Mitte kommenden Jahres das T-Roc-Cabrio produziert. Bislang ist offen, wie es danach mit der Fabrik und den rund 2.300 Beschäftigten weitergeht. Automobilexperte Raasch im Interview Die Not, Verbrenner und E-Autos gleichzeitig anbieten zu müssen, habe die Konzernprobleme maßgeblich mitverursacht, sagt Branchenkenner Philipp Raasch im NDR Interview. ID.Buzz bereitet VW Probleme In Hannover etwa ist die Nachfrage nach dem dort gefertigten Elektrobus ID.Buzz deutlich geringer als ursprünglich geplant. Zum Start 2022 war man bei VW noch von gut 120.000 Fahrzeugen ausgegangen, die jährlich vom Band rollen sollten, verkauft wurden bislang aber deutlich weniger: 2023: 28.600 Fahrzeuge 2024: 29.900 Fahrzeuge 2025: 60.700 Fahrzeuge IG Metall: Vorstand schweigt - "das geht so nicht!" Bleiben Strukturen bei VW erhalten? Europas größter Autobauer VW steht unter Druck. Bei der Sitzung könnte es heute auch um die Strukturen bei VW gehen und die Frage, ob der Konzern weiterhin mit seinen vielen Marken erhalten bleibt. Automobilexpertin Helena Wisbert sagte dem NDR Niedersachsen: So wie bisher, mit den aktuellen Strukturen, sei VW langfristig nicht wettbewerbsfähig. In Europa etwa sei der Markt gesättigt, das Vorkrisen-Niveau von 2019 werde voraussichtlich nie wieder erreicht werden. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management, formulierte es noch drastischer: "Wenn VW jetzt nicht eine grundlegend neue Struktur schafft, die langfristig tragbar ist, dann reden wir in zwei, drei Jahren tatsächlich über die Abwicklung von VW." Automobilindustrie sieht Reformbedarf Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, sieht in der gesamten Automobilbranche Reformbedarf. Dazu gehörten "leider auch notwendige Personalanpassungen". Diesen Handlungsbedarf zu leugnen, sei wegen seiner Konsequenzen "unsozial". Wie lange der Aufsichtsrat beraten wird und ob tatsächlich mit konkreten Ergebnissen zu rechnen ist - auch das ist unklar. Aufsichtsratssitzung begleitet von Protest Dass im Aufsichtsrat tatsächlich über massive Sparmaßnahmen gesprochen wird, war in den vergangenen Wochen über verschiedene Medienberichte durchgesickert. Konzernchef Oliver Blume hat erkennen lassen, wie ernst es ihm mit dem verschärften Sparkurs ist. Im Frühjahr etwa kündigte er an, "jeden Stein" umdrehen zu wollen, um VW bei den Kosten auf Spur zu bringen. Was sagt der Aufsichtsrat heute zu diesen Plänen? Wann und wo gibt es in Niedersachsen Proteste und Aktionen? 9.30 Uhr VW Osnabrück: Aktion der Vertrauensleute und Betriebsräte 11.20 Uhr MAN-Werk Salzgitter: Vertrauensleute-Aktion vor dem Haupttor 13.30 Uhr VW-Werk Emden: Aktion der Betriebsräte und Vertrauensleute vor dem Werkstor 13.30 Uhr VW Nutzfahrzeuge Werk Hannover: Vertrauensleute-Aktion auf dem Werksgelände, Höhe Sektor 13 14.00 Uhr VW-Werk Braunschweig: Vertrauensleute-Aktion vor dem Werkstor an der Guntherstraße 14.00 Uhr VW-Werk Salzgitter: Vertrauensleute-Aktion 14.00 Uhr VW-Stammwerk Wolfsburg: Vertrauensleute-Aktion 14.15 Uhr Pressekonferenz mit Betriebsrats-Chefin Daniela Cavallo und dem Bezirksleiter der IG Metall, Thorsten Gröger Land lehnt Werksschließungen ab Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Bei der Aufsichtsratssitzung könnte es nun zu einem heftigen Schlagabtausch kommen. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen stellen dort die Mehrheit, und auch das Land, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist, lehnt Werksschließungen ab. Fallen 100.000 Stellen weltweit weg? Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung waren verschärfte Sparpläne des Konzerns durchgesickert. Laut "Manager Magazin" könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Wenn tatsächlich 50.000 Stellen zusätzlich abgebaut werden und vier Werke geschlossen werden sollen, dann muss der Konzern mit erheblichem Widerstand der Arbeitnehmerseite rechnen. Guten Morgen! Begleitet von einem bundesweiten Aktionstag der IG Metall berät heute der VW-Aufsichtsrat über neue Sparpläne des Vorstands. Um 14.30 Uhr kommen die Mitglieder des Kontrollorgans in Wolfsburg zur nicht-öffentlichen Sitzung zusammen. Die IG Metall hat zeitgleich zum Protest an 18 deutschen Standorten aufgerufen. In Wolfsburg ist unmittelbar vor Beginn der Aufsichtsratssitzung eine Kundgebung geplant.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren