DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:20:01 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:20:01 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 21:28:50 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,45 % 4.025,80 USD 21:18:41 Silber -0,01 % 53,95 USD 21:18:01 Brent -1,23 % 110,33 USD 21:18:30 WTI -1,77 % 101,44 USD 21:18:50 Bitcoin -0,42 % 79.690,27 USD 21:28:51 EUR/USD -0,38 % 1,11780 USD 21:28:45 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 21:28:52 EUR/CHF +0,54 % 0,92500 CHF 21:28:53 EUR/JPY +0,24 % 176,018 JPY 21:28:54

VW plant Abbau von 100.000 Stellen - vier deutsche Werke vor dem Aus

Wirtschaft

Startseite

Wirtschaft

VW plant Abbau von 100.000 Stellen – vier deutsche Werke vor dem Aus

Von: Lennart Niklas Johansson Schwenck

Uns auf Google folgen

VW plant offenbar den Abbau von bis zu 100.000 Stellen weltweit. Vier deutsche Werke stehen vor der Schließung. Niedersachsen stellt sich dagegen.

Wolfsburg – Beim Volkswagen-Konzern bahnt sich eine neue Runde massiver Einschnitte an. Laut einem Bericht des Manager Magazins, plant der Vorstand um Konzernchef Oliver Blume den weltweiten Abbau von bis zu 100.000 Stellen. Das wäre doppelt so viel wie das Abbauziel, das Ende 2024 mit der IG Metall vereinbart worden war: damals 50.000 Jobs bis 2030, ausdrücklich ohne Werksschließungen.

Von den Plänen betroffen wären dem Bericht zufolge vier Produktionsstandorte in Deutschland. Mittelfristig sollen die VW-Werke in Hannover, Emden und Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm geschlossen werden, jeweils wenn die dort aktuell gefertigten Modelle auslaufen. Eine offizielle Bestätigung des Konzerns gibt es bislang nicht. Besonders das Werk in Zwickau gilt als symbolisch heikel, denn der Standort war mit erheblichem Aufwand zum reinen Elektroauto-Werk umgebaut worden und galt als Vorzeigeprojekt der VW-Elektrostrategie.

Vier deutsche VW-Werke betroffen: Niedersachsen lehnt Schließungen klar ab

Die Landesregierung Niedersachsen, die mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt ist und Stimmrecht im Aufsichtsrat besitzt, reagierte mit einer gemeinsamen Erklärung. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und Vize-Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne) teilten mit: „Das Land Niedersachsen wird keiner Entwicklung zustimmen, die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt oder die bewährte Mitbestimmung infrage stellt.“

Weiter heißt es: „Die Zukunft von Volkswagen wird nicht dadurch gewonnen, dass man immer neue Werksschließungen oder immer größere Stellenabbauprogramme in den Fokus stellt. Entscheidend ist, dass der Konzern wieder aus eigener Stärke überzeugt – mit wettbewerbsfähigen Fahrzeugen, innovativen Produkten, einer konsequenten Nutzung von Synergien und einer klaren strategischen Ausrichtung.“ Auch die IG Metall ist alarmiert. Die Bezirksleiterin für Baden-Württemberg, Barbara Resch, erklärte laut SWR: „Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre das ein Frontalangriff auf die Zukunft der Industriearbeitsplätze! Werksschließungen und massiver Stellenabbau sind keine Strategie für die Zukunft der deutschen Automobilindustrie.“

Das VW-Cashflow-Wunder und die satten Boni: Ein Muster mit Geschichte

Man kommt nicht drumrum, dass das Management des VW-Konzern mit Blume als Titanic-Kapitän bei der ganzen Sache einen faden Beigeschmack mitliefert. Denn was heute nach Notbremse aussieht, hat Vorgeschichte. Anfang Januar hatte VW überraschend einen Netto-Cashflow von sechs Milliarden Euro gemeldet, nachdem zuvor noch ein Ergebnis von null prognostiziert worden war. Analysten sprachen damals von „kreativer Buchführung“ und bezweifelten die Substanz der Verbesserung.

Die sechs Milliarden reichten im Januar „ziemlich exakt“ aus, um eine Bonusschwelle für das Management zu erreichen. Wie das Geld tatsächlich zusammenkam, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die Wirtschaftswoche berichtete unter Berufung auf VW-Insider, ein Teil des Cashflows sei durch interne Firmenverschiebungen über Luxemburger Holdinggesellschaften entstanden. Zeitgleich hatte Konzernchef Oliver Blume bei einer Führungskräfte-Klausur in Berlin angekündigt, die Konzernkosten bis 2028 um 20 Prozent zu senken. Ein Insider erwartete bereits damals Werksschließungen. Vier Monate später scheint genau das Realität zu werden. Es ist, wie es ist. Das Management kassierte seine Boni dank des fragwürdigem Cashflow-Tricks, und nun sollen 100.000 Jobs wegfallen.

Konzernumbau und Aufsichtsrat am 9. Juli

Neben dem Stellenabbau plant VW laut Manager Magazin eine tiefgreifende Neuordnung der Konzernstruktur: Kernmarke und Komponententochter sollen als eigenständige Gesellschaften ausgegliedert werden, um Börsengänge einzelner Marken zu ermöglichen. VW-Finanzchef Arno Antlitz hatte bei der Vorlage der Quartalsergebnisse 2026 bereits klargemacht: „Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend verändern und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen.“

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren