DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,69 % 4.437,30 USD 23:00:00 Silber +0,36 % 65,11 USD 22:59:58 Brent +1,67 % 88,52 USD 22:59:58 WTI +1,42 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin -0,03 % 63.003,97 USD 02:09:26 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:57 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 00:09:58 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,38 % 184,365 JPY 23:29:57

VW prüft offenbar Ausgliederung der Kernmarke

Wirtschaft

Startseite Wirtschaft VW-Chef prüft radikalen Umbau – und rührt an einem deutschen Tabu Von: Marcel Reich Uns auf Google folgen VW-Chef Oliver Blume prüft laut Bericht die Ausgliederung der Kernmarke. Der Plan könnte das VW-Gesetz aushebeln und stößt auf Widerstand. München – Europas größter Autobauer steht vor dem tiefgreifendsten Einschnitt seiner fast 90-jährigen Geschichte. VW-Chef Oliver Blume erwägt laut einem Bericht des Manager Magazins, die Kernmarke Volkswagen aus dem Konzern auszugliedern und in eine eigenständige Gesellschaft zu überführen. Auch die Komponentensparte soll demnach verselbstständigt werden. Der Plan könnte das seit 1960 geltende VW-Gesetz aushebeln – und stößt bereits auf massiven Widerstand bei Gewerkschaften, Betriebsrat und der niedersächsischen Landesregierung. VW-Chef Blume prüft offenbar Ausgliederung der Kernmarke Der Aktienkurs von Volkswagen notiert so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr. Investoren verlieren die Geduld. Ulrich Hocker, Präsident der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz und Vertreter von Kleinaktionären, spricht von einer „Über-Mitbestimmung“, die weltweit einzigartig sei. „Das funktioniert nur, wenn wir in einer Wachstumsphase sind“, sagte er. „Irgendwann muss jeder einsehen, dass eine größere Transformation durchgeführt werden muss, um das Überleben dieses Konzerns zu garantieren.“ Investoren drängen auf tiefgreifenden VW-Umbau Gleichzeitig berichtet das Manager Magazin von bis zu 100.000 Stellen, die in den nächsten Jahren bei VW wegfallen könnten. Das wäre doppelt so viel wie bislang vereinbart. Die Produktion in den Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm stehe auf der Kippe. Der VW-Betriebsrat hat nach eigenen Angaben bislang keine konkreten Zahlen vom Konzernvorstand erhalten. In einer internen Mitteilung im Konzern-Intranet heißt es, konkrete Ziele für einen Stellenabbau seien in dem erhaltenen Antwortpaket nicht aufgetaucht, obwohl mögliche Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl „natürlich Teil der Fragen waren“. Der Vorstand habe dem Konzernbetriebsausschuss intern jedoch bereits mitgeteilt, dass die bisher vereinbarten Stellenreduzierungen seiner Meinung nach nicht ausreichen würden. Bis zu 100.000 Jobs könnten bei VW wegfallen Im Zentrum des Konflikts steht das VW-Gesetz aus dem Jahr 1960. Es räumt dem Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Aktien hält, faktisch eine Sperrminorität ein. Für die Errichtung und Verlegung von Produktionsstätten ist eine Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsrat nötig. Beschlüsse, die nach dem Aktiengesetz eine Dreiviertelmehrheit erfordern, müssen bei Volkswagen sogar mit vier Fünfteln der Stimmen getroffen werden. Sollte Blume die Kernmarke ausgliedern, könnte das ein erster Schritt sein, diese Regelungen zu umgehen, hieß es aus Finanz- und Juristenkreisen. In der Vergangenheit war bereits der Versuch der Europäischen Kommission gescheitert, das VW-Gesetz vor dem Europäischen Gerichtshof zu Fall zu bringen. VW-Gesetz steht im Zentrum des Machtkampfs Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies stellte sich klar gegen entsprechende Pläne. Sein Bundesland werde nicht für Maßnahmen stimmen, welche die Mitbestimmung verringerten – diese sei ein „integraler Bestandteil der Erfolgsgeschichte von Volkswagen“. Stattdessen sprach er sich für die Produktion von in China entwickelten Volkswagen-Modellen in deutschen Werken aus – eine Idee, die auch Blume selbst ins Spiel gebracht hat. Niedersachsen stellt sich gegen Eingriffe in Mitbestimmung Auch die Arbeitnehmerseite reagiert scharf. IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Betriebsratschefin Daniela Cavallo und IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger erklärten gemeinsam: „Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen.“ Analysten sehen die Lage differenzierter. Die UBS erwartet einen Kompromiss und geht davon aus, dass Volkswagen angesichts nötiger Rückstellungen für eine Restrukturierung seine Gewinnprognose senken dürfte. Analysten sehen mögliche Vorteile einer Ausgliederung Die Analysten der Citi sehen hingegen finanzielle Vorteile in einer Ausgliederung der Kernmarke. Sie verglichen das Modell mit einer „Bad Bank“, in die schwächere Geschäfte ausgegliedert werden könnten, während die Holding selbst unabhängiger von geopolitischen Verwerfungen und der Konjunkturflaute würde. Zur Verdeutlichung der Bewertungslücke verweisen die Citi-Analysten auf eine auffällige Zahl: Die Mehrheitsanteile an der Nutzfahrzeugholding Traton und dem Sportwagenbauer Porsche, die bei VW liegen, sind zusammen rund 44 Milliarden Euro wert – während der Marktwert des gesamten VW-Konzerns bei lediglich 37,6 Milliarden Euro liegt. (Verwendete Quellen: Manager Magazin, Ntv, Zeit) (mare)

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