VW verkauft erneut weniger Autos - gewisse Lichtblicke beim E-Auto-Geschäft
Europas größter Autobauer VW verliert bei den Verkäufen weiter an Boden. Weltweit lieferte der Konzern von Juli bis September knapp 1,9 Millionen Fahrzeuge aller Marken aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen mitteilte. Im zweiten Quartal hatte der Rückgang bei 8,6 Prozent gelegen, zu Jahresbeginn bei vier Prozent.
Zuwächse in Europa und Südamerika konnten den Einbruch in China nicht ausgleichen. Dort lieferte VW im dritten Quartal knapp 406 000 Fahrzeuge aus – 38,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Volkswagen kämpft dort mit starkem Preisdruck und der wachsenden Konkurrenz heimischer Hersteller. „Der deutlich rückläufige Gesamtmarkt in China bleibt eine branchenweite Herausforderung. Gleichzeitig beginnen unsere neuen, lokal entwickelten Elektromodelle ihre Wirkung zu entfalten“, teilte Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander mit, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. Gegenüber dem Vorjahresquartal habe man in der Volksrepublik im dritten Quartal rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge übergeben können. Dazu zählen neben reinen E-Autos auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender.
Ein Lichtblick ist das Geschäft mit E-Autos in Europa. Dort war in den ersten neun Monaten dieses Jahres jedes fünfte ausgelieferte Modell ein reiner Stromer. „In unserem Heimatmarkt sehen wir einen deutlich beschleunigten Trend zu vollelektrischen Fahrzeugen. Hauptgründe dafür sind die derzeit hohen Kraftstoffpreise und das größere Angebot an Einstiegsmodellen“, so Sander. Der Anteil der E-Autos am Auftragsbestand in Europa habe im dritten Quartal bei rund 40 Prozent gelegen. Weltweit aber war die Nachfrage nach VW-Stromern rückläufig. Im dritten Quartal gingen die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge um 4,7 Prozent zurück.
Bei den einzelnen Marken des Konzerns ist die Entwicklung unterschiedlich. Während VW und Audi im dritten Quartal jeweils beinahe 20 Prozent weniger Autos auslieferten und auch bei Porsche ein 15-Prozent-Minus zu Buche steht, zeigte sich Škoda stabil. Der Nutzfahrzeugholding Traton, zu der Scania und MAN gehören, gelang es, ihre Verkäufe um mehr als zehn Prozent zu steigern.