VW-Werk Hannover: Krisentreffen zur Zukunft des Standorts am Montag
Sorge um Standort
Letztes Krisentreffen: VW-Werk Hannover wartet auf Antworten
Von t-online, mkr
30.08.2026 - 20:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Für die 2030er-Jahre fehlt dem VW-Werk Hannover eine wettbewerbsfähige Belegung. Nun soll der Vorstand seine Sparpläne erklären.
Bei Volkswagen endet am Montag eine Serie von außerordentlichen Betriebsversammlungen. Um 9.30 Uhr kommen Vorstand und Belegschaft im Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken zusammen. Es ist das neunte und letzte Treffen der aktuellen Reihe.
Nach Informationen des "Handelsblatts" soll sich Konzernfinanzchef Arno Antlitz den Fragen der Beschäftigten stellen. Am Freitag, 4. September, will der VW-Aufsichtsrat Reuters zufolge über den Umbau des Konzerns beraten. Dabei könnten die bislang offenen Sparpläne konkreter werden.
Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt erklärt, Volkswagen könne für die Werke in Hannover, Emden und Zwickau sowie für den Audi-Standort Neckarsulm derzeit keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen. Eine Entscheidung über Werksschließungen sei jedoch nicht gefallen. Diese seien "immer die teuerste und letzte Lösung", sagte Blume.
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Hannover fehlen die Stückzahlen
Im Werk Hannover arbeiten rund 11.000 Menschen. Dort entstehen vor allem der elektrische ID.Buzz sowie Multivan und California. Der klassische Transporter wird seit dem Produktionsende des T6.1 im Jahr 2024 nicht mehr in Stöcken gebaut. Die aktuelle Generation läuft im Zuge der Kooperation mit Ford in der Türkei vom Band.
Dadurch hat das Werk ein wichtiges Volumenmodell verloren. 2017 baute Volkswagen in Hannover noch mehr als 200.000 Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr waren es nach Informationen des "Handelsblatts" rund 113.500.
Der Hannoversche Betriebsratsvorsitzende Stavros Christidis fordert deshalb eine Rückkehr des klassischen Bullis. Es gebe aus der Tarifrunde 2024 die Zusage, dass das Modell auch in den 2030er-Jahren wieder in Hannover gebaut werde, sagte er nach einem Treffen mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD).
Betriebsrat lehnt Werksschließungen ab
Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte zuletzt die Kommunikation des Vorstands. Betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen schloss sie aus Sicht der Arbeitnehmervertretung aus.
Cavallo verwies auf die Vereinbarungen von Ende 2024. Demnach sollen bei Volkswagen, Audi, Porsche und der Softwaretochter Cariad bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen. Davon entfallen 35.000 auf die Volkswagen AG. Der Abbau soll freiwillig und vor allem über Altersteilzeit erfolgen.
Nach Ansicht des Vorstands reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus. Volkswagen müsse Kosten senken und Überkapazitäten abbauen. Allein in Europa sieht der Konzern ungenutzte Kapazitäten von mehr als 500.000 Fahrzeugen pro Jahr.
Ob weitere Stellen betroffen sein werden und welche Folgen der verschärfte Sparkurs für Hannover hat, ist bislang offen. Die Betriebsversammlung ist der letzte Termin der aktuellen Reihe vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag.
Verwendete Quellen
Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
handelsblatt.com: "Kooperation mit Ford wird für Volkswagen zum Bulli-Bumerang"
igm-bei-vw.de: "Erster von drei Standortbesuchen in Niedersachsen"
volkswagen-group.com: "Oliver Blume presents key levers of plan for the future at Volkswagen AG Annual General Meeting" (Sprache: Englisch)
volkswagen-group.com: "Executive Board Presents Future Plan" (Sprache: Englisch)
marketscreener.com: " Volkswagen-Chef ringt im Sparkurs mit rivalisierenden Anteilseignern und verärgerten Beschäftigten "
Quellen anzeigen
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