Wachsende Jugendkriminalität Schweden senkt Alter für Strafmündigkeit
In Schweden hat das Parlament dafür gestimmt, das Alter der Strafmündigkeit von 15 auf 14 Jahre zu senken. Für das Gesetz sprachen sich 281 Abgeordnete aus - darunter auch die oppositionellen Sozialdemokraten. 66 Abgeordnete votierten dagegen. Das Parlament beschloss zudem, die Strafmilderung für Jugendliche zu streichen. Jugendliche unter 18 Jahren können nun zu Haftstrafen von bis zu 18 Jahren verurteilt werden. Ursprünglich härtere Maßnahmen geplant Eigentlich wollte die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Ulf Kristersson straffällig gewordene Kinder bereits ab dem Alter von 13 Jahren inhaftieren. Dabei ging es um Jugendliche, die des Mordes oder anderer schwerer Straftaten beschuldigt werden. Sie musste diesen Vorschlag jedoch im Juni zurückziehen, da sie im Parlament dafür keine Mehrheit fand. Kampf gegen Organisierte Kriminalität Schweden kämpft seit mehr als zehn Jahren gegen zunehmende Gewalt im Zusammenhang mit der Organisierten Kriminalität. Hauptsächlich ist diese auf Konflikte zwischen rivalisierenden Banden und Kämpfe um die Kontrolle des Drogenmarktes zurückzuführen. Die Banden rekrutieren zunehmend Minderjährige unter 15 Jahren für Anschläge und Schusswaffenangriffe, da ihnen bisher im Falle einer Festnahme keine Haftstrafe drohte. Das Gesetz tritt am 10. September in Kraft - und damit drei Tage vor der Parlamentswahl in dem skandinavischen Land. Kristerssons bürgerliche Minderheitsregierung wird von den rechtsnationalen Schwedendemokraten gestützt. Eine härtere Migrationspolitik ist ein zentrales Element der Regierung. In Umfragen liegen die Moderaten von Kristersson knapp hinter den Schwedendemokraten.