Wadephul trifft Lawrow: Gespräche über Ukraine
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Gespräche in New York: Wadephul sieht weiter Uneinigkeit – Lawrow fand Treffen überflüssig
Von: Paula Völkner
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Außenminister Wadephul hat seinen russischen Amtskollegen Lawrow getroffen. In den Gesprächen ging es um den Ukraine-Krieg und den Anschlagsversuch in Leipzig.
New York – Update, 21:25 Uhr: Nach den Gesprächen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Außenminister Johann Wadephul in einem Video über seine Forderungen an Moskau berichtet. „Russland muss aufhören, diesen Krieg zu führen. Russland muss aufhören, uns anzugreifen“, erklärt der CDU-Politiker darin. Durch zahlreiche Kollegen aus anderen Staaten sei ihm übermittelt worden, dass Russland bereit sei, zu sprechen. Deutschland, Europa und die Welt wollen Frieden, sagt Wadephul: „Und deswegen war ich der Auffassung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, zu sprechen.“
Neben einer Deeskalation in der Ukraine forderte Wadephul nach eigener Aussage von Russland, Getreideexporte wieder zu ermöglichen. Auch habe er mit Blick auf den Anschlagsversuch in Leipzig deutlich gemacht, dass „da eine rote Linie überschritten“ worden sei. Deutschland habe reagiert und würde wieder reagieren, „wenn Souveränitätsrechte durch Russland verletzt werden“.
Gespräch in New York: Lawrow sieht keinen Fortschritt – Wadephul spricht von Uneinigkeit in wesentlichen Punkten
Im ZDF erklärte Wadephul zudem: „Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden.“ Er habe Lawrow „angeboten, zu deeskalieren, insbesondere auch mit Blick auf die Situation in der Ukraine, aber das hat noch keine offenen Ohren gefunden“. Ob es weitere Gespräche geben werde, liege im Wesentlichen in russischer Hand, sagte der Bundesaußenminister. „Wenn Russland bereit ist, konstruktiv zu reden, und vor allen Dingen, wenn Russland bereit ist, von seinem Krieg gegen die Ukraine abzulassen, wird man sicherlich sprechen können.“
Lawrow sagte nach dem Gespräch, keinerlei Fortschritte zu sehen. „Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äußerungen betrachtet, habe ich nichts anderes gehört“, sagte Lawrow auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur in New York. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt: „Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können: ‚Lesen Sie meine Erklärung‘.“
Nach Gespräch mit Wadephul: Lawrow richtet Vorwürfe an den Westen
Update, 19:05 Uhr: Nach dem Treffen mit Außenminister Johann Wadephul richtet Russlands Außenminister Sergej Lawrow in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung deutliche Vorwürfe in Richtung Westen. Die europäischen Länder täten alles, um die Aussicht auf Friedensverhandlungen zur Ukraine zu vereiteln, sagte Lawrow in New York. Zu Moskaus Verantwortung äußerte er sich nicht.
Zudem sagte der russische Außenminister: „Die westliche Minderheit, die fünf Jahrhunderte lang auf Kosten fremder Ressourcen dominierte, gibt ihre Versuche nicht auf, ihre Privilegien zu bewahren und allen ihre Regeln aufzuzwingen.“ Dem Westen warf er vor, „immer häufiger auf rohe Gewalt“ zurückzugreifen, „unberechenbar und abenteuerlich“ zu handeln und „das Leben und das Wohlergehen von Millionen, wenn nicht sogar Milliarden von Bewohnern unseres gemeinsamen Planeten“ zu gefährden.
Überraschende Gespräche zwischen Wadephul und Lawrow: Ukraine-Krieg und Anschlagsversuch in Leipzig
Update, 18:11 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat Russland beim Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow aufgefordert, „den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen“. Wadephul verurteilte nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen die „anhaltende, immer zielgerichtetere russische Aggression“ gegen die ukrainische Zivilbevölkerung und forderte einen Rückzug russischer Truppen und einen dauerhaften Waffenstillstand.
Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Delegationskreise weiter berichtet, machte der CDU-Politiker zugleich deutlich, dass jederzeit die Möglichkeit einer Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis beider Regierungen bestehe. Dafür brauche es jedoch die ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung, den Ukraine-Krieg zu beenden und an der Wiederherstellung einer dauerhaften Friedensordnung in Europa mitzuwirken, sagte Wadephul demnach.
Wadephul soll zudem klargemacht haben, dass Vorfälle „wie der kürzliche Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe“ Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der vor mehr als viereinhalb Jahren von Russland angegriffenen Ukraine nicht erschüttern würden. Sie würden jedoch das von Russland ohnehin bereits schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Deutschland weiter beeinträchtigen.
Wadephul trifft Lawrow – erstes bilaterales Außenminister-Treffen seit Jahren
Erstmeldung: Am Rande der UN-Generaldebatte hat sich Bundesaußenminister Johann Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Es ist das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Jahren. Das Gespräch finde auf Initiative der deutschen Seite statt, zitiert die russische Nachrichtenagentur Tass die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.
Ein letztes Treffen dieser Art fand zwischen Lawrow und der damaligen deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im Januar 2022 statt. Damit ist das Gespräch zwischen Wadephul und Lawrow das erste auf dieser Ebene seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Außenministerebene blieben jedoch aus.
Bemühungen um Ende des Ukraine-Kriegs: Treffen zwischen Wadephul und Lawrow
Das Treffen in New York findet vor dem Hintergrund anhaltender Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges statt. Zum Abschluss des Treffens, gut 20 Minuten später, gaben sich die beiden Außenminister im Besprechungsraum zum Abschied die Hand. Wadephul äußerte sich beim Verlassen inhaltlich nicht zu den Ergebnissen des Gesprächs. Fragen beantwortete er zunächst nicht.