Waffenkontrolle in Berngau endet tödlich: Zwei Behördenmitarbeiter sterben - Verdächtiger gefasst
Nach den Schüssen bei einer Waffenkontrolle in Berngau in der Oberpfalz konnte die Polizei den mutmaßlichen Schützen in der Nacht überwältigen. Stundenlang redeten erfahrene Spezialisten auf den verschanzten Mann ein, versuchten, ihn vom Aufgeben zu überzeugen. Vergeblich. Der mutmaßliche Täter, der bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt in der Oberpfalz erschossen haben soll, wollte sich partout nicht ergeben. Der Einsatz zog sich bis in die Nacht. Gegen 2.20 Uhr griffen die Einsatzkräfte dann schlagartig zu.
Mit Hilfe von Sprengmitteln und Schüssen nahmen sie den 60-jährigen Deutschen fest. „Zum Tatmotiv können derzeit noch keine Angaben gemacht werden“, erklärt die Polizei in einem Pressebericht in der Nacht. „Das Ganze ging auf jeden Fall nicht widerstandslos, weil die Beamten auch schießen mussten“, so eine Polizeisprecherin laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Die Schüsse verletzten den mutmaßlichen Täter leicht am Bein; er wurde im Anschluss medizinisch versorgt.
Erst am späten Donnerstagabend gegen 22.50 Uhr meldete die Polizei, dass es ein weiteres Todesopfer gebe. „Spezialkräfte haben inzwischen eine weibliche Leiche aus dem Wohnhaus geborgen, in dem sich der bewaffnete Tatverdächtige weiterhin aufhält.“, hieß es in der Pressemitteilung.
Offenbar handelt es sich um eine weitere Behördenmitarbeiterin, deren Verbleib zunächst unklar war. Die Auffindesituation spreche demnach dafür, dass die Frau bereits im Zuge der zu Einsatzbeginn gemeldeten Schussabgaben am Nachmittag tödlich verletzt wurde. Zuvor wurde bereits ihr getöteter männlicher Kollege geborgen.
Zuvor routinemäßige Waffenkontrolle
Den Schüssen vorausgegangen war laut Polizei eine routinemäßige Waffenkontrolle durch zwei Mitarbeiter des Landratsamtes Neumarkt in der Oberpfalz. Dabei geht es unter anderem darum, ob die Waffen richtig gelagert werden. Doch statt dies unter Beweis zu stellen, soll der 60-Jährige das Feuer auf die beiden Kontrolleure eröffnet haben.
Am Donnerstagnachmittag gegen 14 Uhr waren bei der Polizei und der Integrierten Leitstelle Meldungen über schussähnliche Geräusche in Berngau eingegangen. Die kleine Gemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz wurde daraufhin zum Schauplatz eines Großeinsatzes: Das Gebäude wurde von zahlreichen Kräften umstellt. Vor Ort waren unter anderem SEK und Hubschrauber. Die Menschen im Ort sollten derweil ihre Häuser nicht verlassen oder zumindest den abgesperrten Bereich um das Haus des Verdächtigen meiden.
Hubschrauber vor Ort
Schüsse in der Oberpfalz: Zwei Behördenmitarbeiter sterben - Großeinsatz in Berngau
Der genaue Ablauf der Geschehnisse ist derzeit unklar und Gegenstand der Ermittlungen. Sicher ist, dass es sich bei den Getöteten um einen 45-jährigen Mitarbeiter und eine 54-jährige Mitarbeiterin des Landratsamtes Neumarkt handelt, so die Polizei.
Warum die Kontrolle derart eskalierte, ist noch unklar. Die Ermittler haben bisher nicht mitgeteilt, ob der 60-Jährige, der bei der Festnahme am Bein verletzt wurde, schon befragt werden konnte. Auch welche und wie viele Waffen der mutmaßliche Schütze besitzt, ist öffentlich nicht bekannt. Auch muss noch geklärt werden, ob es bisher Probleme bei Kontrollen bei dem Mann gab und warum er die Waffen besaß.
Schon bald werden ihn die Ermittler der Kripo Regensburg in enger Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth befragen.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, gegen 6.50 Uhr.