Wagen aus der Air Force One geschleust: Trump bestätigt Täuschungsmanöver des Secret Service
Das Täuschungsmanöver auf dem Rückflug von US-Präsident Donald Trump aus der Türkei ist seinen Angaben zufolge auf Weisung seiner Personenschützer erfolgt. Er richte sich nach deren Vorgaben, sagte der Republikaner auf Nachfragen von Reportern. „Das liegt allein beim Secret Service.“ Das gelte auch für das Militär. „Ich tue, was sie sagen.“ Der Secret Service ist unter anderem für die Sicherheit des Präsidenten zuständig. Zum Hintergrund der Entscheidung machte Trump keine genauen Angaben. Er sagte: „Ich nehme an, dass es eine Bedrohung gab.“ Er habe nicht weiter nachgefragt. Zugleich schien der Präsident bemüht, dem Fall keine große Bedeutung beizumessen: „Ich bekomme viele Drohungen.“ Er ergänzte: „Jeder Präsident, der etwas bewirkt, ist mit zahlreichen Drohungen konfrontiert. Präsidenten, die nichts bewirken, bekommen keine Drohungen.“ Die „Washington Post“ hatte am Montag (Ortszeit) enthüllt, dass das Weiße Haus im Juli nach dem Nato-Gipfel nur vorgetäuscht hatte, dass Trump mit einer Regierungsmaschine aus Ankara abgeflogen war. Der 80-Jährige stieg dort vor laufenden Kameras in die Regierungsmaschine ein, stieg dann aber laut der Zeitung unbemerkt in einen seitlich an dem Jet platzierten Catering-Container. Dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug vom Typ C-32A, mit dem er nach Großbritannien flog. Rubio blieb an Bord des Lockvogel-Fliegers Nach der Landung der Regierungsmaschine in Großbritannien wechselte der Tross des Präsidenten von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, der Trump von Katar geschenkt worden war. Auch der Präsident stieg von der C-32A in die Maschine um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe, berichtete die „Washington Post“. In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus. Laut „Wall Street Journal“ seien die USA von Israel über Geheimdienstinformationen unterrichtet worden, welche die Drohung beinhalteten, die Air Force One mit schultergestützten Raketen anzugreifen. Die Presse und einige der engsten Mitarbeiter des Präsidenten seien an Bord der Air Force One geblieben, darunter Außenminister Marco Rubio. Medienbericht: Selbst Mitarbeiter des Weißen Hauses wussten nichts Der Zeitung zufolge sollen selbst einige Mitarbeiter des Weißen Hauses, die ebenfalls in der Türkei in den Regierungsjet gestiegen waren, nicht gewusst haben, dass Trump gar nicht an Bord war. Auch eine Journalistengruppe, die den Präsidenten regelmäßig auf seinen Reisen begleitet, war an Bord der Maschine. Laut dem Bericht sollen sie nicht über die mögliche iranische Bedrohung in Kenntnis gesetzt worden sein. Die Journalisten, die dachten, sie reisten mit Trump in der älteren Air Force One, wurden angewiesen, die Fensterläden in der Pressekabine geschlossen zu halten. Auf die Frage von Reportern, warum die Fensterläden geschlossen bleiben müssten, sagte Trump später, sie befänden sich „wahrscheinlich auf einem gefährlichen Flug“. Er fügte hinzu: „Aber wenn ich gehe, geht ihr auch. „Richtig?“ Die „Washington Post“ beruft sich in ihrem Bericht auf eingesehene Dokumente sowie auf Angaben eines mit dem Manöver vertrauten US-Beamten und einer weiteren Person, der Einzelheiten zu der Präsidentenreise bekannt sein sollen. Trump hatte ohnehin schon die Air Force One ausgetauscht Der Abflug Trumps aus der Türkei war bereits zuvor in den Schlagzeilen gewesen. Er war mit dem neuen Regierungsflieger in die Türkei gereist. Dann wurde bekannt, dass der Präsident für die Rückreise die ältere Regierungsmaschine nutzen würde. Medienberichte legten nahe, dass das umstrittene Geschenk Katars bei einer beschleunigten Umrüstung durch das US-Militär nicht alle Sicherheitsvorkehrungen entsprechend der älteren Maschine erhalten hatte. Nach der Reise kündigte Trump eine Nachrüstung der neuen Maschine an, ohne dabei ins Detail zu gehen. Welches Flugzeug heißt Air Force One? Noch während des Nato-Gipfels in der Türkei – die an Iran grenzt – hatte Trump die Bedeutung des Flugzeugwechsels heruntergespielt. Er werde um „der alten Zeiten wegen“ mit einer älteren Maschine fliegen. Auf die Berichte über Sicherheitsbedenken angesprochen sagte er in Ankara auf die Frage eines Journalisten: „Ich bin die Nummer 1 auf der Todesliste des Iran.“ Die USA griffen den Iran zusammen mit Israel am 28. Februar an.