Wagner, Merz, Merkel - roter Teppich zum Festspieljubiläum
Berlin ist weit weg - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die jüngsten Turbulenzen um den Umbau seines Kabinetts quasi hinter sich gelassen und seine Ankunft bei den Bayreuther Festspielen sichtlich genossen: Lächelnd und an der Seite seiner Frau Charlotte, die ein grünes, glänzendes Abendkleid trug, schritt er über den roten Teppich. Den größten Applaus der Zaungäste bekam allerdings seine Vor-Vorgängerin Angela Merkel: Sie und ihr Mann Joachim Sauer sind seit vielen Jahren Stammgäste am Grünen Hügel zu Bayreuth. Sie trafen wenige Minuten vor Beginn des Festakts ein: Anders als sonst gab es in diesem Jahr keine Opernpremiere, sondern eine Jubiläumsveranstaltung mit Beethovens 9. Symphonie. Richard Wagner veranstaltete die Festspiele vor 150 Jahren das erste Mal. Außerdem ungewöhnlich: Nach den Turbulenzen um eine Gedenkveranstaltung zeigten sich die Bayreuther Festspielchefin Katharina Wagner und der jüdische Publizist Michel Friedman gemeinsam zum Auftakt des Festivals. Am Sonntag soll Friedman bei einer Gedenkveranstaltung für in der NS-Zeit verfolgte und ermordete Künstler sprechen. Um diese Veranstaltung hatte es Wirbel gegeben, weil Wagner Friedman zunächst eingeladen hatte, dann die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen verschoben werden sollte. Schließlich entschuldigte sich Wagner bei Friedman. Katharina Wagner selbst hatte sich jahrelang nicht offiziell auf dem roten Teppich gezeigt. In diesem Jahr nun begrüßte sie dort unter anderem Merkel mit herzlichen Worten und ließ sich an der Seite des Bayreuther Oberbürgermeisters Andreas Zippel (SPD) fotografieren. Die Urenkelin von Festspielgründer Richard Wagner war sichtlich in Jubiläumsstimmung - und das, obwohl sie kurz vor Festspielstart noch wegen einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus behandelt worden war. Zudem traf Kanzler Merz in Bayreuth erneut auf Protagonisten der von ihm beschlossenen Personalveränderungen: So war auch die bisherige Bundesgesundheitsministerin und künftige Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) zu Gast, außerdem Philipp Amthor (CDU), der künftige Bund-Länder-Koordinator im Kanzleramt.