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Wahl: CDU erstmals seit 2023 nicht vorn – Linke bei 20 Prozent

Nation

Steigende Zustimmung für die politischen Ränder, deutlicher Druck auf die Mitte – würden die Berliner schon in dieser Woche in der Abgeordnetenhaus-Wahl abstimmen, bekäme die regierende CDU von Senatschef Kai Wegner wohl nur noch 17 Prozent. Sie ist damit erstmals seit der Abgeordnetenhaus-Wahl 2023 nicht mehr stärkste Kraft, sondern landet lediglich auf dem vierten Rang. Das geht aus der Umfrage für den aktuellen Berlin-Trend von Infratest dimap hervor, die im Auftrag des Senders RBB erhoben worden ist. Allein seit April 2026 ging es für die Christdemokraten um zwei Prozentpunkte runter. Bei der Wahl im Februar 2023 hatte die CDU 28,2 Prozent der Stimmen geholt. Vorn steht in der aktuellen Umfrage die Linke mit 20 Prozent. In bisherigen Berlin-Umfragen war die Partei nie die stärkste Kraft gewesen, will mit Spitzenkandidatin Elif Eralp aber das Rote Rathaus erobern. Bei der letzten Wahl war die Linke bei 12,2 Prozent gekommen. SPD nur auf Rang Fünf Dazugewonnen haben den neuen Zahlen zufolge auch die Grünen unter Spitzenkandidat Werner Graf – einen Punkt auf nun 19 Prozent (2023: 18,4 Prozent). Die AfD käme mit Spitzenkandidatin Kristin Brinker auf 18 Prozent (2023: 9,1 Prozent) und somit auf den dritten Platz. Erst nach der CDU folgt als derzeit letzte der im Landesparlament vertretenen Parteien mit 13 Prozent die SPD. Die Sozialdemokraten von Landeschef Steffen Krach haben zum letzten Berlin-Trend somit einen Prozentpunkt verloren. 2023 hatten 18,4 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der Partei gemacht. Das BSW, das auch in den bisherigen Umfragen stets unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde lag, landet bei drei Prozent. Auch die FDP zöge laut Berlin-Trend mit drei Prozent nicht ins Abgeordnetenhaus ein. Die aktuellen Koalitionsparteien CDU und SPD haben seit Monaten in allen Umfragen keine Mehrheit. Als wahrscheinlich gilt, dass sich nach der September-Wahl drei Abgeordnetenhaus-Fraktionen für ein Bündnis finden müssen. Anders wäre kein stabiler Senat möglich. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete die Umfrage im Interview mit dem Tagesspiegel als „Warnsignal für die Stadt“. Die CDU werde in den kommenden Wochen dafür kämpfen, „dass Berlin nicht nach links abdriftet“. „Der Wahlkampf ist mit dem heutigen Tag ein anderer“, sagte Wegner. Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linkspartei, zeigte sich erfreut über die Spitzenposition ihrer Partei in der jüngsten Umfrage. „Dass wir in den Umfragen vorn liegen, zeigt: Viele Menschen wollen ein Berlin, das gerecht und bezahlbar ist“, sagte Eralp. Sie schränkte ein: „Umfragen sind noch keine Stimmen. Deshalb werde ich gemeinsam mit meiner Partei bis zum Wahltag um jede Stimme kämpfen, damit ein anderes Berlin möglich wird.​​​​​​​​​​​“ Ein Sprecher des SPD-Spitzenkandidaten Krach verwies auf die finale Wahlkampfphase. „Wer im Roten Rathaus sitzen soll, entscheiden die Wähler am 20. September, und bis dahin kämpft die SPD dafür, dass es Steffen Krach ist“, so der Sprecher. Mitte Juni hatte eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Tagesspiegel die CDU noch bei 22 Prozent gesehen. Dahinter folgten mit 18 Prozent die AfD, mit 17 die Grünen und mit 15 die Linke. Die SPD landete in jener Umfrage mit 14 Prozent auf dem fünften Platz. Für die repräsentative Umfrage wurden laut RBB zwischen dem 25. und 29. Juni insgesamt 1165 Menschen online und telefonisch befragt.

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