Wahl: Sozialdemokraten stärkste Kraft – Ausgang offen
Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kommen in der Hochrechnung auf 17,5 Prozent und würden damit im Vergleich zur Wahl 2022 (20,54 Prozent) Verluste verzeichnen. »Wahrscheinlich geht gerade eine Schockwelle durch die Reihen der Schwedendemokraten. Damit hatten sie nicht gerechnet«, sagte der Politikwissenschaftler Tommy Möller der Nachrichtenagentur TT.
Welches politische Lager am Ende eine Mehrheit der 349 Sitze im schwedischen Reichstag für sich beanspruchen kann, wird sich erst noch zeigen. Die Parteien, die Andersson als Ministerpräsidentin unterstützen – neben den Sozialdemokraten die Linken, Grünen und die liberale Zentrumspartei – liegen bei 49,1 Prozent. Die bisherige Koalition von Kristersson aus drei Parteien sowie die Rechtspopulisten kommen zusammen auf 49,3 Prozent.
Migration und Bandenkriminalität als Wahlkampfthema
Rund acht Millionen Schwedinnen und Schweden waren aufgerufen, abzustimmen. Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Herausforderungen des Landes im Umgang mit Migration, um Bandenkriminalität und um eine Verschärfung des Strafrechts. Aber auch um die Frage, ob die Rechtspopulisten in Schweden erstmals Teil einer Regierung werden könnten.
»Sie (die Schwedendemokraten, Anm. d. R.) haben einen schwedischen Weg des Populismus entwickelt. Er ist nicht laut oder schreiend, sondern wirkt gemäßigter, bleibt aber provokant«, hatte Wahlforscher Torbjörn Sjöström vom schwedischen Meinungsforschungsinstitut »Novus« laut der ARD vor der Wahl erklärt.