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"Wahlarena": Schule will keine Minister von AfD und BSW

Allgemein

"Wahlarena" Sachsen-Anhalt Schulze zur AfD: "Ich mache mir auch um die Frauen Sorgen" Von Nina Jerzy 13.08.2026 - 01:14 UhrLesedauer: 4 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! In der MDR-"Wahlarena" durfte die Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt Fragen der Bürger beantworten. Zwei Themen waren besonders prominent. Von "Brandmauer" will Sven Schulze (CDU) zwar nicht sprechen. Den Begriff nutze er nicht, sagte Sachsen-Anhalts amtierender Ministerpräsident in der MDR-"Wahlarena". Auf die klare Frage "Brandmauer: ja oder nein?" antwortete der CDU-Spitzenkandidat am Mittwochabend aber: "Ich habe nicht vor, mit der AfD hier zusammenzuarbeiten." Sven Schulze (CDU), amtierender Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund (AfD) Eva von Angern (Die Linke) Armin Willingmann (SPD) Susan Sziborra-Seidlitz (Bündnis 90/Die Grünen) Lydia Hüskens (FDP) Claudia Wittig (BSW) Eine Absage gab es vom Reiner-Haseloff-Nachfolger aber in der Sendung auch an die Adresse der Linkspartei. Dabei waren zuletzt Spekulationen über eine möglicherweise nötige Koalition nach der Landtagswahl am 6. September lauter geworden, sollte die AfD die absolute Mehrheit verpassen. Die Parteien lagen zuletzt in Umfragen bei 41, 24 und 13 Prozent (SPD sieben, Grüne fünf Prozent). "Keiner hat aktuell eine Mehrheit", betonte der Ministerpräsident beim Duell der sieben Spitzenkandidaten Schulze: Keine Minister von AfD und Linken Schulze bezeichnete es in der "Wahlarena" als "ausgeschlossen", "dass in einem Kabinett, das ich leite, ein Minister der AfD oder der Linkspartei sitzt". Das heiße aber nicht, dass er diese beiden Parteien vergleiche. Der amtierende Ministerpräsident sagte, er wolle um Anhänger der AfD und Linken werben. Schulze räumte ein, die CDU habe in den vergangenen Jahren sicherlich manche Themen zu wenig beachtet. Das sei ein Fehler gewesen. Die AfD habe aber bei vielen Problemen keine Antwort, blicke nur in die Vergangenheit und rede Sachsen-Anhalt permanent schlecht. Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund forderte, statt über Brandmauern solle über Politik diskutiert werden. Die programmatischen Prioritäten seiner Partei brachte er auch in der MDR-"Wahlarena" mit seinem Wahlslogan "Deutschland zuerst" auf den Punkt. Deutschland dürfe nicht länger über seine Verhältnisse leben. Statt in die Ukraine solle Steuerzahlergelder lieber an die klammen Kommunen fließen. Das sagt Siegmund zur Migration In der Live-Sendung hatten rund 50 Bürger die Chance, den Spitzenkandidaten Fragen zu stellen. Ein 2015 aus Syrien geflüchteter Mann warf Siegmund vor, eine Diktatur aufbauen und die Gesellschaft mit der sogenannten Remigration "säubern" zu wollen. Der AfD-Spitzenkandidat erwiderte, er wisse nicht, wer den Zuschauer mit diesen Vorurteilen vorbereitet habe, was in der Politikerrunde auf Widerspruch stieß. Gefragt nach dem grassierenden Personalmangel etwa im Gesundheitswesen sagte Siegmund: "Migration: Ja, wenn es möglich ist." Wer anpacken wolle und es unter den gesetzlichen Rahmenbedingungen möglich sei, dann sage seine Partei nicht nein. Langfristig aber müsse die Gesellschaft aus eigener Kraft eigene Wege finden – etwa, indem zusammen mit Krankenkassen und Kammern schnellstmöglich unnötige Bürokratie abgebaut werde. Die AfD will zudem laut Siegmund insbesondere die Familien stärken, etwa durch Anreize, mehr Kinder zu bekommen. Das war in Kombination mit der Forderung nach einer "Bildungspflicht" statt einer Schulpflicht (mit der Möglichkeit, Kinder daheim zu unterrichten) das Thema, das unter den anderen Spitzenkandidaten für besonders viel Kritik sorgte. Sven Schulze warnt vor Spaltung "Ich mache mir auch um die Frauen Sorgen", sagte Schulze, nachdem ein Zuschauer eigentlich nach dem Schutz queerer Menschen gefragt hatte. Der Ministerpräsident warf der AfD vor, Kinder aus der Schule nehmen und die Frauen zurück an den Herd verbannen zu wollen. Man müsse "große Angst" haben, dass Sachsen-Anhalt ein gespaltenes Bundesland wird, warnte Schulze. Die FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens bezeichnete es als "unglaublich naiv" zu glauben, mit mehr Geburten in 20 Jahren mehr Fachkräfte zu haben. Die Krise müsse über Migration gelöst werden und dafür müsse Sachsen-Anhalt sich als attraktiver Standort präsentieren, an dem Menschen sich wohlfühlen können, forderte die Landesministerin für Infrastruktur und Digitales. Eva von Angern von der Linken sagte, junge Menschen würden Sachsen-Anhalt aus Furcht vor der AfD verlassen. An Infoständen erlebe sie "Menschen, die die nackte Angst haben", darunter Frauen, behinderte Personen oder Arbeitgeber, die Migranten beschäftigten. Nachdem Siegmund an Schulen eine "Regenbogenideologie" ausgemacht hatte, konterte die Linken-Fraktionschefin im Landtag: "Da kämpfe ich für die Regenbogenflagge als Zeichen der Solidarität." Wahlduell: SPD contra BSW Bei der Frage, ob Hochschulen nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen stärker im Bereich der militärischen Abwehr forschen sollen, gerieten der Sozialdemokrat Armin Willingmann und Claudia Wittig vom BSW aneinander. Sie warnte vor einer "Militarisierung" der Hochschulen und dass sich Deutschland den Krieg nach Hause "einlade". Zudem werde viel aufgebauscht und nicht jeder Drohnenvorfall sei ein russischer Angriff. Wegen der chronischen Unterfinanzierung würden Hochschulen aber teils Angebote der Rüstungsindustrie annehmen, sagte Wittig. "Das ist blanker Unsinn", fuhr Willingmann dazwischen. Der Ex-Hochschulrektor und ehemalige Wirtschafts- und Wissenschaftsminister des Landes sagte, die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen gehöre der Vergangenheit an. Das BSW und die AfD würden Dinge falsch darstellen und so dem Land schaden. Loading... Loading... Loading... In einer Videobotschaft fragte eine Rentnerin Siegmund, wie die AfD queere Menschen oder Ausländer vor Gewalt schützen wolle, wenn durch einen möglichen Wahlsieg seiner Partei andere Rechtsextreme und Neonazis Aufwind bekämen und sich rechter Terror breitmache. Siegmund erwiderte, der Rechtsstaat müsse härter gegen jegliche Art von Extremismus vorgehen. Allerdings werde eher seine Partei Opfer von Gewalt. Die Dame habe sicherlich keine Angst, nachts im Park von einem AfD-Anhänger angegriffen zu werden. Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz sagte, jeder Christopher-Street-Day-Umzug in Sachsen-Anhalt müsse seit Jahren mit einem großen Polizeiaufgebot geschützt werden, um Angriffe insbesondere von Rechtsextremen zu verhindern. Das sei eine reale Gefahr. Sachsen-Anhalt sei ein Land voller wunderbarer, vielfältiger Menschen, die Angst vor einer AfD-Regierung hätten. "Wir können stolz auf Sachsen-Anhalt sein und das sind wir auch und zwar mit Regenbogenflagge und mit Deutschlandflagge. Das muss uns nicht 'ne AfD erst beibringen", sagte Sziborra-Seidlitz und bekam dafür Applaus von Zuschauern.

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