Währungsintervention Japan und USA stützen fallenden Yen
Japan hat erstmals seit Jahrzehnten gemeinsam mit den USA am Devisenmarkt interveniert, um den schwächelnden Yen zu stützen. Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte, dass man in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten Yen gekauft habe, um "übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen" der japanischen Landeswährung einzudämmen. Der Yen war in den vergangenen Wochen und Monaten stark unter Druck geraten und Ende Juli gegenüber dem US-Dollar auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen - unter anderem eine Folge von höheren US-Zinsen und steigenden Erdölpreisen im Zuge des Iran-Kriegs. Ende vergangener Woche legte er wegen der Intervention stark zu und setzte die Kursgewinne am Montag weiter fort. Zwar verbilligt eine schwache Währung die Exporte einer Volkswirtschaft, wovon Japan in den letzten Jahren deutlich profitierte. Gleichzeitig wird jedoch der Warenimport teurer und die Kaufkraft der eigenen Bevölkerung vermindert. Finanzministerin Katayama betonte, die Regierung in Tokio stehe weiterhin in engem Austausch mit den USA und werde bei Bedarf weitere Maßnahmen am Devisenmarkt ergreifen. "Wir sind immer da, um Japan zu helfen" US-Präsident Donald Trump wertete die gemeinsame Intervention als Beleg für die guten Beziehungen zwischen Tokio und Washington. "Sie haben einen schwächelnden Yen und wollten ein bisschen Unterstützung. Wir sind immer da, um Japan zu helfen", sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Flug von New Jersey nach Washington. Der Eingriff komme auch der Weltwirtschaft zugute. Analysten zufolge unterstreicht der Schritt die Entschlossenheit beider Länder, weltweite Auswirkungen eines Ausverkaufs des Yen und japanischer Staatsanleihen zu verhindern. Dies hätte den Aufwärtsdruck auf die ohnehin steigenden Renditen von US-Staatsanleihen verstärken können. Die Financial Times zitierte Analysten mit der Schätzung, die japanische Intervention könnte eine Größenordnung von 8,45 Billionen Yen (rund 46 Milliarden Euro) gehabt haben. Daten der Bank of Japan (BOJ) deuten darauf hin, dass Tokio bereits am Donnerstag im Alleingang Dollar im Wert von knapp 59 Milliarden verkauft haben könnte, um den Yen zu stützen. Währungsinterventionen sind selten Um die Interventionen zu finanzieren, griff Japan laut dem amerikanischen Finanzminister Scott Bessent am Freitag auf die sogenannte FIMA-Repo-Fazilität der US-Notenbank Fed zurück. Diese 2020 eingeführte Einrichtung ermöglicht es ausländischen Zentralbanken, gegen die Hinterlegung von US-Staatsanleihen kurzfristig Dollar-Kredite von bis zu 60 Milliarden Dollar zu erhalten. Japan ist mit Beständen von 1,14 Billionen Dollar der größte ausländische Gläubiger der USA. Durch die Nutzung der Fazilität kann sich Tokio Dollar-Liquidität beschaffen, ohne seine US-Staatsanleihen direkt verkaufen zu müssen, was die Renditen am US-Anleihemarkt in die Höhe treiben würde. Bessent regte an, den Rahmen dieser Fazilität in den kommenden Monaten aufzustocken. Eine solche Ausweitung müsste jedoch vom Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh gebilligt werden. Staatliche Währungsinterventionen kommen nur relativ selten vor. Zuletzt gab es eine solch bilateral abgestimmte Maßnahme zwischen Tokio und Washington Ende der 1990er Jahre. Zudem intervenierten 2011 die G7-Staaten gemeinsam am Devisenmarkt, um den Yen nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe von Fukushima zu stützen.