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„Wal wird zeitnah obduziert“: Kran hieft sieben Meter langen Kadaver vor Insel Dänholm aus der Ostsee

Nation

Der tote Buckelwal aus dem Greifswalder Bodden ist auf der Ostsee-Insel Dänholm vor Stralsund mit einem Kran aus dem Wasser gehoben und auf einen Tieflader verfrachtet worden. Das sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums Stralsund. Nach kurzer Fahrt zur Sektionsstelle soll die Obduktion noch am Vormittag beginnen. Auf der Insel Dänholm befindet sich eine Außenstelle des Meeresmuseums, das sogenannte Nautineum. Am Abend zuvor war der Wal an Gurten von einem Schiff zum Dänholm geschleppt worden. Das tote Tier war am Donnerstagmorgen im Greifswalder Bodden auf dem Rücken treibend in der Nähe der Fahrrinne entdeckt worden. Eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund bestätigte dem Tagesspiegel auf Anfrage, dass man vor Ort eine Begutachtung des rund sieben Meter langen Kadavers durchgeführt habe. „Eine wissenschaftliche Kollegin des Deutschen Meeresmuseums war dann vor Ort und stellte den Tod des Wals fest.“ Die Sprecherin ergänzte: „Der Wal wird nun zum Deutschen Meeresmuseum gebracht und dort möglichst zeitnah obduziert.“ Umweltminister Backhaus zeigt sich „betrübt“ Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns unter Minister Till Backhaus berichtete dem Tagesspiegel am Donnerstagnachmittag auf Anfrage, dass der regionalen Wasserschutzpolizei bereits am Morgen gemeldet worden war, dass ein lebloser Wal im Greifswalder Bodden treibt. Der Umweltminister dankte dem Team der Wasserschutzpolizei und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee, die nach der Sichtung mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz waren, sowie dem Deutschen Meeresmuseum für die Untersuchung des Tieres.„Dennoch betrübt es mich, dass wir nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres den Tod eines Buckelwals in der Ostsee feststellen müssen, dieses Mal direkt in den Hoheitsgewässern des Landes“, so Backhaus. Die nun geplante Obduktion solle demnach klären, „woran solche hier nicht heimischen Tiere in unseren Gewässern sterben und vielleicht, warum sie überhaupt in das für sie nicht geeignete, teils sogar lebensfeindliche Umfeld einschwimmen“. Backhaus ergänzte: „Mehr Tiere bedeuten aber offenbar auch mehr Irrläufer, die in die Ostsee einschwimmen.“ Um weiteren Strandungen entgegenzuwirken, müsse man zwingend „mehr über diese Tierart erfahren“. Wal wurde zuvor mehrfach in Ostsee gesichtet In den vergangenen Tagen war immer wieder ein Wal in der Ostsee vor der deutschen und später der polnischen Küste gesehen worden. Ob es sich bei dem jetzt gefundenen Tier und bei den Sichtungen um dasselbe Tier handelt, sei bisher unklar, sagte ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums. Auch die Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums betonte gegenüber dem Tagesspiegel: „Derzeit kann noch nicht gesagt werden, ob es sich um den Wal handelt, der sich zuletzt vor Polen aufhielt.“ Der vor Polen gesichtete Wal wurde vor dem Badeort Miedzyzdroje entdeckt. Nachdem die polnische Wasserrettung WOPR die Umweltschutzorganisation WWF Polen informiert hatte, untersuchte diese das Tier mithilfe Patroullienbootes. Nach Angaben der Umweltschutzbehörde sei das Tier mehr als sechs Meter lang gewesen. „Es war ein Wal, aber wir können nicht sagen, welche Art es war oder ob es sich um das gleiche Exemplar handelt, das in Deutschland gesichtet wurde“, sagte ein WWF-Sprecher nach der Sichtung in Polen.

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