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Waldbrand-Drohnen werden in Cochstedt stationiert

Technologie

Katastrophenschutz Neue Waldbrand-Drohnen werden in Cochstedt stationiert Stand: 18.07.2026 08:29 Uhr Große Waldbrände gehören zu den anspruchsvollsten Einsätzen für die Feuerwehr. Das Gelände kann schwer zugänglich sein und damit die Kameraden am Boden dennoch den Überblick behalten, können moderne Drohnen wertvolle Bilder aus der Luft liefern. Am Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt im Salzlandkreis wird seit Jahren an neuen Technologien geforscht. Am Freitag ist dort eine Waldbrand-Drohne vorgestellt worden, die künftig im Ernstfall in Sachsen-Anhalt eingesetzt werden könnte. von Michel Holzberger, MDR SACHSEN-ANHALT Auf den ersten Blick erinnert die neue Drohne eher an ein kleines Flugzeug als an die bekannten Multikopter. Das System trägt den Namen "Trinity" und verfügt über eine Flügelspannweite von mehr als zwei Metern. Das "Mini-Flugzeug" kann senkrecht starten und landen und über 90 Minuten lang große Gebiete in kürzester Zeit kartieren, erklärt Sicherheitsforscher Ralf Berger. Er spricht auch von einem operationellen Mehrwert im Einsatz: "Wir haben vor einigen Monaten in Bayern am Saurüsselkopf beim verheerenden Waldbrand gesehen, dass eben das System jede Nacht ein aktuelles Lagebild geliefert hat. Auch wurden die Einsatzkräfte mit der Position der aktuellen Feuerfront und der Glutnester versorgt." Cochstedt im Mittelpunkt der Forschung Nach den positiven Erfahrungen in Bayern soll die Drohne nun umfangreich in Cochstedt getestet werden. Der Standort bietet laut Berger dafür ideale Voraussetzungen. Der ehemalige Flughafen verfügt über ausreichend Platz und hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Forschungsstandort etabliert. Vor diesem Hintergrund unterzeichneten das Bayerische Rote Kreuz und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Freitag eine entsprechende Kooperation. Davon sollen künftig auch die Feuerwehren in Sachsen-Anhalt profitieren. Gerade bei großen Waldbränden, etwa am Brocken, könnte die Technik zum Einsatz kommen. DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla erklärt: "Wir werden zwei Drohnen gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz hier in Cochstedt stationieren und diese sind dann auch zügig verfügbar. Der Brocken ist ja glücklicherweise nah dran und so wird man dann gemeinsam alles tun, um solch einen Waldbrand in den Griff zu bekommen." Auch das DRK Sachsen-Anhalt will nachziehen Die neuen Möglichkeiten stoßen auch beim Deutschen Roten Kreuz in Sachsen-Anhalt auf großes Interesse. Der Landesverband kann sich vorstellen, künftig enger mit dem Drohnenzentrum in Cochstedt zusammenzuarbeiten und strebt auch eine Kooperation an. DRK-Landespräsident Roland Halang sieht dabei weit mehr Möglichkeiten als nur die Waldbrandbekämpfung: "Die Einsatzbereiche, wo Drohnen helfen können, etwa Menschen in Not zu finden, auch nachts zum Beispiel, war uns theoretisch bekannt. Aber heute ist es uns praktisch präsentiert worden, wie hautnah und gut das funktioniert und dass wir besser aufgestellt sind, wenn wir uns um das Thema kümmern." Halang zufolge soll geprüft werden, wie sich die Technologie künftig stärker in den Katastrophenschutz und die Rettungsarbeit integrieren lässt. Vom insolventen Flughafen zum nationalen Drohnenzentrum Dass Cochstedt als Drohnenstandort einmal bundesweit gefragt sein wird, war früher undenkbar. Zu DDR-Zeiten war das Gelände zunächst ein Flugplatz der sowjetischen Streitkräfte. Nach dem Mauerfall wurde daraus ein ziviler Flughafen. Die Passagierzahlen reichten aber nicht aus, sodass die Betreibergesellschaft schließlich 2016 Insolvenz anmeldete. 2018 wurde dann politisch entschieden, ein nationales Drohnen-Testzentrum aufzubauen - 2021 folgte die offizielle Eröffnung. Das DLR hat als Betreiber viele Millionen investiert und das ehemalige Terminal des Flughafens zum Hauptgebäude des Testzentrums umbauen lassen. Und weil der Standort seitdem stetig wächst, sprach Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) am Freitag auch von einer Erfolgsgeschichte. Cochstedt gilt mittlerweile als eines der wichtigsten Zentren für Drohnenforschung in Deutschland und ist möglicherweise künftig auch ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung großer Waldbrände in Sachsen-Anhalt. MDR (Michel Holzberger, Ingvar Jensen)

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