Waldbrand im Müritz-Nationalpark: Feuer breitet sich noch weiter aus
Stand: 15.07.2026 20:40 Uhr Im Müritz-Nationalpark sind inzwischen über 200 Hektar Wald abgebrannt. Das Feuer hat nun auch die Baumkronen erreicht. Damit wird der Kampf gegen die Flammen für die Feuerwehr schwieriger. Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hat sich am Mittwoch weiter ausgebreitet. Nun seien auch Baumkronen in Brand geraten, berichtet eine NDR Reporterin vor Ort. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten versucht, dies zu verhindern, da solche Brände schwer zu löschen seien. Das Feuer breite sich nun in der Höhe aus. Durch den dichten Baumbestand im Nationalpark könnten Funken leicht von Krone zu Krone überspringen. Explosionen durch Munitionsreste Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hält die Einsatzkräfte seit Montag in Atem. Inzwischen hat der Brand eine Fläche von mehr als 200 Hektar erfasst. Zudem kommt es immer wieder zu Explosionen von im Boden liegender Munition. Das sei deutlich hörbar, sagte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Dabei gehe es auch um größere Kaliber. In der Vergangenheit seien etwa Panzersprenggranaten in dem Gebiet gefunden worden. Munition erschwert die Löscharbeiten Die Einsatzkräfte dürfen den ehemaligen Truppenübungsplatz nicht betreten, um den Brand direkt zu bekämpfen. Sie müssen nach Angaben des Landkreises einen Sicherheitsabstand von rund 1.000 Metern einhalten. Aus diesem Grund können auch technische Maßnahmen wie Beregnungsanlagen erst in sicherer Entfernung aufgebaut werden. Unterstützung soll zudem aus anderen Bundesländern kommen. Es sei bundesweit eine Anfrage nach weiteren Kreisregnern gestellt worden, so der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Wind trieb Feuer wieder Richtung Granzin Nach Angaben des Landkreises hatte sich der Wind mehrfach gedreht und aufgefrischt. Wegen der starken Rauchentwicklung sollten Anwohner in der Umgebung Fenster und Türen geschlossen halten. Zuletzt lag die Feuerfront etwa 1,4 Kilometer von Granzin entfernt. Die Evakuierung des Ortes wurde deshalb aufrechterhalten. Einsatz dauert voraussichtlich mehrere Tage Nach Einschätzung des Landkreises werden die Löscharbeiten noch mehrere Tage andauern. Hoffnung setzt die Einsatzleitung auf angekündigten Regen, der frühestens am Donnerstag, eher aber am Freitag erwartet wird. Behörden und Polizei rufen Anwohner und Urlauber weiterhin dazu auf, das Gebiet weiträumig zu meiden. Der Landkreis warnt ausdrücklich davor, den Nationalpark zu betreten. Der Radfernweg zwischen Berlin und Kopenhagen, der durch den Müritz-Nationalpark führt, sei aktuell nicht befahrbar, teilte eine Sprecherin des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte mit. Zwischen Neustrelitz und Waren gebe es aber eine Ausweichstrecke. Granzin erneut evakuiert Am Dienstagabend mussten die rund 100 Einwohner Granzins ihre Häuser erneut verlassen. Grund dafür war eine veränderte Windrichtung, durch die sich die Flammen wieder in Richtung der Ortschaften ausbreiteten. Für Betroffene steht weiterhin das Bürgerzentrum in Peckatel als Notunterkunft zur Verfügung. Nach Angaben der Einsatzleitung ist die Stimmung unter den Bewohnern trotz der belastenden Situation ruhig. "Wir haben in der Notunterkunft Feldbetten vorbereitet, die auch eine Möglichkeit zum Schlafen bieten", erklärte der Leiter des Rettungsdienstes, David Bäcker. Auch eine Versorgung mit Getränken und Essen sei vor Ort gegeben. Evakuierung schon am Montagabend Schon am Montagabend war das Dorf Granzin vollständig evakuiert worden. Auch die Orte Krienke und Speck sollten geräumt werden. Die Lage beruhigte sich angesichts nachlassenden Windes jedoch soweit, dass die Bewohner vorerst die Erlaubnis bekamen, in ihre Häuser zurückzukehren. Rauchwolke kilometerweit zu sehen Das Feuer war offenbar in der Nähe des Aussichtsturms auf dem Käflingsberg entstanden und hatte sich wegen der Trockenheit und des Windes rasch ausgebreitet. Die Rauchwolke war aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Aus anderen Landkreisen war noch am Montagabend Verstärkung eingetroffen, darunter zum Beispiel ein Spezialfahrzeug von der Insel Rügen für die Bekämpfung von Waldbränden. Bürgertelefon eingerichtet Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat für Betroffene und Anwohner unter den Nummern (0395) 57087-8230/ -8070/ -8190 ein Bürgertelefon eingerichtet.