DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Waldbrand im Müritz-Nationalpark: Keine Entwarnung in Sicht

Nation

Stand: 17.07.2026 07:06 Uhr Die Brandbekämpfung im Müritz-Nationalpark dauert an: Die rund 400 Einsatzkräfte sind vor Ort. Das Brandgebiet umfasst inzwischen rund 360 Hektar Waldfläche. Einen Katastrophenfall hat der Landkreis bislang nicht ausgerufen. Auch am Freitag gibt es keine Entwarnung. Das Feuer breitet sich zwar weiter aus, allerdings deutlich langsamer als in den vergangenen Tagen. Nach Angaben der Einsatzleitung ist der Brand inzwischen vollständig mit Linien aus sogenannten Kreisregnern eingekesselt. Die Beregnungsanlagen sollen heute mit voller Leistung laufen, um den Boden rund um die Brandherde dauerhaft zu befeuchten und eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Bundeswehr-Hubschrauber sollen erneut unterstützen Die Hubschrauber der Bundeswehr sollen auch am Freitag die Löscharbeiten wieder aus der Luft unterstützen und Wasser über dem Brandgebiet abwerfen. Wie genau der Einsatz abläuft, hängt jedoch von der Windrichtung und den Temperaturen ab. Vor der endgültigen Entscheidung wollen die Einsatzkräfte aktuelle Drohnenaufnahmen auswerten, um sich ein genaues Bild der Lage zu verschaffen. Umliegende Seen für Menschen und Boote gesperrt Die Einsatzkräfte pumpen weiterhin Wasser aus den umliegenden Seen und leiten es zu den Kreisregnern. Damit die Bundeswehr-Hubschrauber gefahrlos Löschwasser aufnehmen können, bleiben die Seen in der Umgebung für Menschen und Boote gesperrt. Konkret betrifft das den Dambecker See, der Granziner See, der Priesterbäker See und der Käbelicksee. Unterstützung aus mehreren Bundesländern Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hält die Einsatzkräfte seit Montag in Atem. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind rund 400 Helferinnen und Helfer vor Ort, der Großteil von ihnen arbeitet ehrenamtlich. Unterstützung ist unter anderem aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Sachsen eingetroffen. Die Hilfe ist zunächst bis Sonntag eingeplant. Auch das THW hat seine Kräfte vor Ort verstärkt und übernimmt unter anderem die Betankung der Verstärkerpumpen, die das Wasser zu den Kreisregnern transportieren. Unter den drei Hubschraubern, die die Bundeswehr am Donnerstag schickte, sind zwei CH-53-Transporthubschrauber. Sie können jeweils bis zu 5.000 Liter Wasser aufnehmen. Ob die Hubschrauber auch in den kommenden Tagen eingesetzt werden können, war am Donnerstagabend noch offen. Solidarität mit Einsatzkräften Die Unterstützung aus der Bevölkerung für die Einsatzkräfte ist groß. Viele Anwohner bringen Kuchen oder andere Verpflegung für die Helferinnen und Helfer vorbei. Zudem wurden Schilder mit Dankesbotschaften aufgehängt. Munition erschwert die Löscharbeiten Der Brand breitet sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz aus. Im Boden liegen noch Munitionsreste aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs und der DDR, darunter auch große Panzerabwehrminen. Deshalb dürfen die Einsatzkräfte das Brandgebiet nicht betreten und müssen einen Sicherheitsabstand von rund 1.000 Metern einhalten. Eine direkte Brandbekämpfung ist dadurch nicht möglich. "Ansonsten wäre das Feuer längst aus", weil die Feuerwehrleute längst in das Gebiet vorgedrungen wären, sagte Thomas Müller, Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte (CDU). Stattdessen können die Einsatzkräfte nur indirekt gegen die Feuer vorgehen und Beregnungsanlagen deshalb nur außerhalb des Gefahrenbereichs aufbauen. Granzin bleibt evakuiert Der Ort Granzin bleibt weiterhin evakuiert. Die rund 100 Einwohner können nach wie vor nicht in ihre Häuser zurückkehren. Für sie steht weiterhin eine Notunterkunft im Bürgerzentrum in Peckatel bereit. Bislang kein Katastrophenfall ausgerufen Einen Katastrophenfall hat der Landkreis bis dato nicht ausgerufen. Durch die im Boden liegende Munition komme es immer wieder zu Explosionen. Das sei deutlich hörbar, sagte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Dabei gehe es auch um größere Kaliber. Einsatzkräfte hoffen auf Regen Die Einsatzleitung hofft auf den angekündigten Regen am Freitag. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnte es ab Freitagnachmittag im Brandgebiet regnen. Bei Gewittern seien bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Stunde möglich. Das würde die Löscharbeiten deutlich erleichtern. Ob die Schauer das betroffene Gebiet tatsächlich erreichen, ist jedoch noch offen. Der Landkreis warnt weiter ausdrücklich davor, das Brandgebiet im Nationalpark zu betreten. Auch wenn große Teile des Nationalparks nicht betroffen sind, haben viele Touristen ihren Urlaub in der Region seit dem Ausbruch des Feuers storniert. Auf dem Radfernweg zwischen Berlin und Kopenhagen, der durch den Müritz-Nationalpark führt, sei zwischen Neustrelitz und Waren eine Ausweichstrecke eingerichtet worden, teilte eine Sprecherin des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte mit. Granzin bleibt weiter evakuiert Der Ort Granzin bleibt weiter evakuiert. Am Dienstagabend mussten die rund 100 Einwohner Granzins ihre Häuser erneut verlassen Der Wind hatte gedreht und trieb die Flammen erneut in Richtung der Ortschaft. Die Betroffenen können weiterhin im Bürgerzentrum in Peckatel unterkommen, dort ist eine Notunterkunft eingerichtet. Die Lage dort sei trotz der Belastung ruhig, teilte die Einsatzleitung mit. "Wir haben in der Notunterkunft Feldbetten vorbereitet, die auch eine Möglichkeit zum Schlafen bieten", erklärte der Leiter des Rettungsdienstes, David Bäcker. Auch Essen und Getränke stünden bereit. Granzin war bereits am Montagabend vollständig evakuiert worden. Die Bewohner von Krienke und Speck durften dagegen in ihre Häuser zurückzukehren. Rauchwolke kilometerweit zu sehen Das Feuer war offenbar in der Nähe des Aussichtsturms auf dem Käflingsberg entstanden und hatte sich wegen der Trockenheit und des Windes rasch ausgebreitet. Die Rauchwolke war aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Bürgertelefon eingerichtet Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat für Betroffene und Anwohner unter den Nummern (0395) 57087-8230/ -8070/ -8190 ein Bürgertelefon eingerichtet.

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