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Waldbrand in Bayern: Feuer am Lackenberg bei Unterwössen breitet sich nicht weiter aus

Nation

In der Nacht zum Freitag, als die Hubschrauber nicht starten konnten, seien vereinzelt kleinere Glut- und Brandstellen aufgetreten, teilte der Katastrophenstab mit. „Diese wurden durch die eingesetzten Feuerwehrkräfte rasch erkannt und unmittelbar abgelöscht. Ein größeres Wiederaufflammen konnte verhindert werden.“ Knapp drei Monate nach dem großen Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding hat in Bayerns Bergen abermals der Wald zu brennen begonnen. Das Feuer am Lackenberg, einer bewaldeten und am Gipfel steilen und felsigen Kuppe bei Unterwössen im Chiemgau, ist nach Angaben der Feuerwehr im Landkreis Traunstein am frühen Mittwochabend gegen 18 Uhr entdeckt worden, als über dem Wald eine Rauchsäule aufstieg. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums wurde für die Region am späten Donnerstagvormittag der Katastrophenfall ausgerufen. Der Brandherd liegt auf etwa 1000 Metern Höhe, das Gelände an der Hochwand in der Nähe der etwas bekannteren Lackenbergwand ist für die Feuerwehr schwer zugänglich und nicht mit Fahrzeugen erreichbar. Anfangs drei und laut Innenministerium inzwischen vier Hubschrauber der Polizei bekämpfen den Brand aus der Luft. Am Freitag waren erneut bis zu sechs Helikopter aus Bayern und dem benachbarten Österreich im Einsatz. „Die Wasserabwürfe werden eng mit den Maßnahmen am Boden abgestimmt“, teilte die Kreisbehörde mit. Seit Donnerstag seien Bodentrupps mit spezieller Ausrüstung zur Vegetationsbrandbekämpfung in dem steilen Gebiet im Einsatz. „Diese gezielten Nachlöscharbeiten werden heute weiter ausgeweitet.“ Die Feuerwehrleute werden bei den Arbeiten von Spezialisten der Bergwacht Bayern und der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei gesichert. Die Lage bleibe anspruchsvoll, sagte der Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christof Grundner. „Unser Ziel ist es, die Situation heute weiter zu stabilisieren und die verbliebenen Glutnester konsequent abzulöschen.“ Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Behörde keine Gefahr, die Menschen sollten aber die Umgebung des Feuers meiden. Die Bundesstraße 305 blieb weiter gesperrt, auch das Gelände eines Badesees durfte nicht betreten werden. Denn die Einsatzkräfte nutzen das Wasser aus dem Wössener See für die Löscharbeiten. Bereits am Mittwochabend und am Donnerstag in der Früh hatten etwa 200 Feuerwehrleute am Boden gegen die Flammen gekämpft. Sie legten lange Schlauchleitungen in den Wald, richteten auf den wenigen Forststraßen einen Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen ein und versuchen, Bäume und Boden zu wässern. Auf diese Weise wollten sie einen Riegel gegen die weitere Ausbreitung der Flammen schaffen. An dem Großeinsatz ist neben Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst abermals auch die Bergwacht beteiligt. Ein exaktes Bild über die Größe der brennenden Fläche konnte sich die Feuerwehr zunächst nicht machen. Nach dem Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras am Donnerstag war vorsichtig von etwa zweieinhalb Hektar die Rede. Zur möglichen Ursache des Brandes gibt es bisher keine Angaben. In Bayerns Bergen hat es in diesem Jahr bisher äußerst wenig Niederschläge gegeben. Der Wald und auch die bodennahe Vegetation sind in diesen heißen Sommertagen sehr trocken. Auch darin ähnelt die Situation der von Anfang Mai am nur elf Kilometer Luftlinie weiter östlich gelegenen Saurüsselkopf. Dort hatte sich das Feuer in der ersten Nacht ebenfalls stark ausgebreitet und Richtung Tal gefressen, weil zunächst kaum größere Löscharbeiten und nachts auch keine Hubschrauberflüge möglich waren. Danach kämpften Hunderte Feuerwehrleute fast eine Woche lang gegen die Flammen und auch danach noch eine ganze Weile gegen restliche Glutnester im Boden. Das letzte Gerät holten sie dort erst nach vier Wochen aus dem Wald. Das Feuer am Lackenberg ist bereits der dritte größere Waldbrand im Landkreis Traunstein binnen weniger Wochen. Anfang Juli hatten mehrere Hektar Wald und trockenes Moor im Chiemsee-Moos bei Übersee gebrannt. Die Rauchentwicklung hatte zu einer kurzzeitigen Sperrung der nahen A8 geführt. Dazu kamen zuletzt zahlreiche kleinere Vegetationsbrände, bei denen etwa Hecken oder trockene Wiesen in Flammen standen. Für den Saurüsselkopf hatte der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (FW) nach kurzer Zeit den Katastrophenfall ausgerufen, weil unterhalb des Berges das Trinkwasser für Ruhpolding und die Kreisstadt Traunstein gefördert wird. So konnten die Einsatzleiter leichter auf Helikopter der Polizei zurückgreifen und schließlich auch auf drei schwere Maschinen der Bundeswehr, die pro Flug deutlich mehr Wasser auf dem Brandherd abwerfen können. Auch aufgrund dieser Erfahrungen hat Danzer in der aktuellen Situation ebenfalls den Katastrophenfall festgestellt. „Wir haben uns entschieden, dass wir gleich voll durchstarten“, sagte er am Donnerstag in Unterwössen. Zudem habe man – vorsichtshalber und ohne aktuelle Notwendigkeit – erste Vorbereitungen für mögliche Evakuierungen getroffen. Weitere Hilfe habe man aus dem nahen Österreich angefordert. Von den zeitweise elf Hubschraubern, die am 1270 Meter hohen Saurüsselkopf gleichzeitig im Einsatz gewesen sind, waren die meisten von einem privaten Unternehmen aus Österreich gekommen. Der Waldbrand galt als größter in Bayern seit 50 Jahren. Wirklich gebrannt hat es dort auf einer Fläche von rund 100 Hektar. Überwachungsflüge auch in anderen Regierungsbezirken Angesichts der hohen Waldbrandgefahr auch in anderen Teilen des Freistaats werden in den kommenden Tagen in verschiedenen Regionen erneut Luftbeobachter Ausschau nach Feuern halten. Dadurch sollen die Einsatzkräfte schnell alarmiert werden können. In Mittelfranken kündigte die Bezirksregierung an, dass wegen des Risikos bis Sonntag in den Nachmittagsstunden Luftbeobachter die relevanten Waldgebiete von oben kontrollieren sollen. Die Behörde rechnet damit, dass durch Ausflügler die Feuergefahr noch steigen könnte. „Bereits kleinste Zündquellen können ausreichen, um Brände zu verursachen“, warnte die Regierung von Mittelfranken. Deswegen werden ehrenamtliche Piloten der Luftrettungsstaffel aufsteigen, mit in den Maschinen werden speziell ausgebildete Beobachter der Feuerwehren und der Forstämter sitzen. Die Regierung von Niederbayern ordnete ebenfalls Beobachtungsflüge an. Hier sollen die Flugzeuge von Samstag bis Montag starten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll bis zum Montag nahezu flächendeckend in Niederbayern die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe erreicht sein. Zuvor hatten auch bereits die Bezirksregierungen von Ober- und Unterfranken ihre Luftbeobachter alarmiert.

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