Waldbrand in Oberwössen: Alle Entwicklungen am Freitag (31. Juli) im Liveticker
chiemgau24-de Chiemgau Achental Unterwössen Katastrophenfall in Oberwössen endet – Feuerwehr verhindert zweiten Waldbrand in der Nähe Von: Sebastian Aicher, Marcel Sowa, Tim Niemeyer, Martin Weidner Unterwössen – Am Mittwochabend (29. Juli) ist an einem Berghang an der Lackenbergwand ein großer Waldbrand ausgebrochen. Danach lief ein Großeinsatz von Feuerwehr und anderen Rettungskräften an. Die aktuelle Lage im News-Ticker: Update, 19.51 Uhr Feuerwehr verhindert nächsten Waldbrand im Chiemgau Fast wäre es am Freitag offenbar zu einem weiteren Waldbrand im Chiemgau gekommen. Wie die Polizeiinspektion (PI) Traunstein auf Anfrage von chiemgau24.de bestätigte, gab es im Lauf des Nachmittags bei Marquartstein einen Einsatz. Auch dort brannte es an einem Berg. Die konkreten Hintergründe und Umstände sind noch unklar, die Beamten kündigten allerdings bereits eine entsprechende Pressemitteilung an, in der weitere Details zu dem Einsatzgeschehen genannt werden sollen. Fest steht bislang lediglich, dass die alarmierten Feuerwehren die Flammen noch rechtzeitig unter Kontrolle beziehungsweise vollständig ablöschen konnten, ehe sich auch hier ein größerer Waldbrand entwickelte. Update, 17 Uhr Landratsamt informiert: Katastrophenfall endet um Mitternacht Am Freitag trug der koordinierte Einsatz mehrerer Löschhubschrauber entscheidend zur weiteren Stabilisierung der Lage bei, erklärt das Landratsamt Traunstein in einer Pressemitteilung. Durch eng abgestimmte Wasserabwürfe aus der Luft und den Einsatz der Bodentrupps konnten sämtliche offenen Feuer gelöscht werden, wie die Einsatzleitung mitteilt. Die Kräfte vor Ort sind nun mit den abschließenden Ab- und Nachlöscharbeiten beschäftigt. Verbliebene Glutnester werden gezielt bekämpft, das Brandgebiet wird weiterhin intensiv kontrolliert. Diese Maßnahmen sollen laut Angaben des Landratsamts auch am Wochenende fortgesetzt werden, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Aufgrund der deutlichen Stabilisierung der Lage endet der Katastrophenfall mit Ablauf des heutigen Freitags um 24 Uhr, so das Landratsamt Traunstein weiter. Die weiteren erforderlichen Maßnahmen werden ab Samstag im Rahmen des besonderen Koordinierungsbedarfs nach Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes fortgeführt. Der örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christof Grundner, erklärte, der Hubschraubereinsatz sei „hochwirksam und erfolgreich“ gewesen. Gemeinsam mit den Kräften am Boden sei es gelungen, die offenen Feuer vollständig zu löschen. Nun gelte es, die verbliebenen Glutnester konsequent abzuarbeiten und den Bereich in den kommenden Tagen aufmerksam zu kontrollieren. Landrat Andreas Danzer dankt laut Mitteilung allen beteiligten Einsatzkräften und Organisationen für ihren entschlossenen und hochprofessionellen Einsatz. Die Lage habe sich deutlich stabilisiert. Sein besonderer Dank gelte den Einsatzkräften, die seit Mittwochabend unter schwierigen Bedingungen am Berg, in der Luft und in den Führungsstellen gearbeitet haben. Dass der Katastrophenfall nun beendet werden könne, sei das Ergebnis dieser gemeinsamen Leistung. Für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Stand keine Gefahr. Die über das Modulare Warnsystem MoWaS verbreitete Gefahreninformation zu möglichen Rauch- und Geruchsbelästigungen wird aufgehoben. Auch die vollständige Sperrung der Bundesstraße B305 endet mit Beginn des Samstags. Die Behörden weisen jedoch darauf hin, dass es aufgrund der weiterhin laufenden Einsatzmaßnahmen auch in den kommenden Tagen zu kurzfristigen und situativen Verkehrsbehinderungen kommen kann. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den Anweisungen der Einsatzkräfte vor Ort Folge zu leisten. Ebenfalls aufgehoben wird die Sperrung des Wössener Sees. Der See steht Badegästen nach Angaben des Landratsamts ab Samstag wieder offen. Trotz der Entspannung der Lage wird die Bevölkerung weiterhin gebeten, das Brand- und Einsatzgebiet im Bereich der Lackenbergwand weiträumig zu meiden. Die dort bestehenden Betretungs- und Befahrungsverbote bleiben bis auf Weiteres in Kraft, damit die Einsatzkräfte die Nachlöscharbeiten sicher und ungehindert durchführen können. Update, 15 Uhr Feuerwehrsprecher „sehr zufrieden“ „Sehr zufrieden“, sagt Hubert Hobmaier, Sprecher der Feuerwehr, auf Anfrage zum Tagesverlauf. Bei der Brandbekämpfung am Berg seien gute Fortschritte erzielt worden. Derzeit gehe man davon aus, die Anzahl der Einsatzkräfte und Hubschrauber reduzieren zu können. „Aber die endgültige Entscheidung darüber und im welchem Umfang, die wird am Nachmittag getroffen“, betonte er. Mit Blick auf das Wetterprognose wären Gewitter durchaus hilfreich, „aber man weiß im Alpenvorland nie genau, wo sie entlangziehen“. Regen wäre wünschenswert, doch Windböen könnten Glutnester wieder entfachen. „Das Wetter ist wie immer die große Unbekannte“, meint der Sprecher. Derzeit gelte die Devise, so viel Wasser wie möglich ins Gelände zu bekommen, um die Glutnester so gut es geht (und so lange es geht) zu ersticken. Für 16.30 Uhr sind weitere Informationen angekündigt worden. Update, 12.55 Uhr Luftbeobachter sollen weitere Waldbrände verhindern Angesichts der hohen Waldbrandgefahr in Bayern werden in den kommenden Tagen in verschiedenen Regionen Luftbeobachter Ausschau nach Feuern halten, um die Einsatzkräfte schnell alarmieren zu können. Das Landratsamt hatte wegen des Waldbrandes in Unterwössen am Donnerstag schon den Katastrophenfall ausgerufen, um den Einsatz zentral koordinieren zu können. Dieser besteht nach wie vor. In Mittelfranken kündigte die Bezirksregierung an, dass wegen der Waldbrandgefahr bis Sonntag in den Nachmittagsstunden Luftbeobachter die relevanten Waldgebiete von oben kontrollieren sollen. Die Behörde rechnet damit, dass durch Ausflügler die Feuergefahr noch steigen könnte. „Bereits kleinste Zündquellen können ausreichen, um Brände zu verursachen“, warnte die Regierung von Mittelfranken. Deswegen werden ehrenamtliche Piloten der Luftrettungsstaffel aufsteigen, mit in den Maschinen werden speziell ausgebildete Beobachter der Feuerwehren und der Forstämter sitzen. Auch die Regierung von Niederbayern ordnete Beobachtungsflüge an. Hier sollen die Flugzeuge von Samstag bis Montag starten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll bis zum Montag nahezu flächendeckend in Niederbayern die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe erreicht sein. Im Landkreis Traunstein waren am Donnerstag rund 300 Einsatzkräfte damit beschäftigt, das Feuer im unwegsamen Berggelände bei Unterwössen einzudämmen. Sechs Hubschrauber aus Bayern sowie dem benachbarten Österreich werfen derzeit Löschwasser über dem Gebiet ab. Update, 11.55 Uhr Lagebesprechung der Einsatzkräfte Seit 11 Uhr sitzen die leitenden Einsatzkräfte und Funktionäre zusammen zu einer internen Lagebesprechung. Dabei wird die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen besprochen. Eine große Herausforderung seien die zahlreichen Glutnester am Boden, sagte Feuerwehrsprecher Hobmaier am Morgen. Wind könnte dort ein Wiederaufflammen des Brandes stark begünstigen. Derzeit liegt der Fokus der Rettungskräfte daher auf der bodengebundenen Löscharbeit. Update, 10.35 Uhr Lage weiterhin stabil Die Lage ist weiter stabil, die Anzahl der Einsatzkräfte und Hubschrauber bleibt vorerst wie bisher. Am Boden soll die Bekämpfung verstärkt werden, wie ein Sprecher der Feuerwehr schildert, alles Weitere muss der Tag zeigen. Wie viele Glutnester es gibt, ist derzeit noch unklar: Solange die Hubschrauber fliegen, kann die Drohne nicht aufsteigen, um Wärmebildaufnahmen zu machen. Update, 9.40 Uhr Rund 300 Einsatzkräfte im Tagesverlauf im Einsatz - Feuerwehrmann verletzt Die Lage beim Bergwaldbrand im Bereich der Hochwand nahe der Lackenbergwand hat sich in der Nacht zum Freitag vorsichtig positiv entwickelt. Das bestätigt auch das Landratsamt Traunstein. Eine nennenswerte Ausbreitung des Brandes wurde nicht festgestellt. Der Katastrophenfall besteht weiterhin fort. Die Brandbekämpfung wurde am Donnerstag bis zum Einbruch der Dunkelheit intensiv aus der Luft und am Boden fortgeführt. Mit Einsetzen der Dunkelheit wurde der Flugbetrieb planmäßig eingestellt und die Zahl der Einsatzkräfte im Brandgebiet deutlich reduziert. Während der Nacht kam es vereinzelt zu kleineren Glut- und Brandstellen. Diese wurden durch die eingesetzten Feuerwehrkräfte rasch erkannt und unmittelbar abgelöscht. Ein größeres Wiederaufflammen konnte verhindert werden. Feuerwehrmann am Sprunggelenk verletzt Am Donnerstagabend zog sich ein Feuerwehrmann bei den anspruchsvollen Löscharbeiten im steilen Gelände eine leichte Verletzung am Sprunggelenk zu. Eine rettungsdienstliche Behandlung war nicht erforderlich. Der Einsatz am Freitagmorgen ist planmäßig angelaufen. Im Laufe des Tages werden rund 300 Einsatzkräfte an der Brandbekämpfung beteiligt sein, heißt es von der Behörde. Seit den frühen Morgenstunden unterstützen drei Hubschrauber aus Österreich und zwei Hubschrauber der Bayerischen Polizei die Löscharbeiten aus der Luft. Im Laufe des Vormittags wird ein weiterer Polizeihubschrauber erwartet. Die Wasserabwürfe werden eng mit den Maßnahmen am Boden abgestimmt. Bereits am Donnerstag konnten erste Bodentrupps mit handgeführten Strahlrohren und spezieller Ausrüstung zur Vegetationsbrandbekämpfung in das steile Brandgebiet vordringen. Diese gezielten Nachlöscharbeiten werden am Freitag weiter ausgeweitet. Alpine Bergführer der Bergwacht Bayern und die Alpine Einsatzgruppe der Bayerischen Polizei sichern die Feuerwehrkräfte mit Seilsicherungen und weiteren Maßnahmen in den besonders schwer zugänglichen Bereichen. Erfreuliche Entwicklung „Die Entwicklung während der Nacht ist erfreulich. Die Lage bleibt dennoch anspruchsvoll“, erklärt der Örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christof Grundner. „Unser Ziel ist es, die Situation heute weiter zu stabilisieren und die verbliebenen Glutnester konsequent abzulöschen.“ Keine Gefahr für Bevölkerung Nach derzeitigem Stand besteht weiterhin keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Rauchentwicklung wird fortlaufend beobachtet und bewertet. Die über das Modulare Warnsystem MoWaS verbreitete Gefahreninformation wird auf den Bereich des Achentals begrenzt. Ihre Notwendigkeit wird anhand der aktuellen Wetterlage und der Ausbreitungsberechnungen kontinuierlich geprüft und bei Bedarf angepasst. Lokal kann es weiterhin zu Geruchsbelästigungen durch Brandrauch kommen. Eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung besteht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht. Die Bundesstraße B305 bleibt bis auf Weiteres für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Die Bevölkerung wird weiterhin dringend gebeten, den Einsatzbereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und die Zufahrtswege für die Rettungskräfte freizuhalten. Die mit Allgemeinverfügung angeordneten Betretungs- und Befahrungsverbote für den Bereich der Lackenberg-Wand sowie den Bereich um den Wössener See gelten weiterhin. Die genauen Verbotsbereiche sind den Übersichtskarten im Sonderamtsblatt zu entnehmen, so das Landratsamt Traunstein abschließend. Update, 9.19 Uhr Feuerwehrsprecher zeigt sich optimistisch Laut einem Sprecher der Feuerwehr vor Ort hat sich die Lage sehr gut entwickelt. Die Hubschrauber bleiben trotzdem weiter im Einsatz. In diesen Minuten sind es fünf. Aktuell herrscht die Hoffnung, dass der Einsatz deutlich schneller abgeschlossen werden kann, als am Saurüsselkopf, aber das muss die weitere Entwicklung im Laufe des Tages zeigen. Erstmeldung Lagebericht über die Nacht und die Situation am Freitag In der Nacht auf Freitag (31. Juli) wurde nach Angaben von vor Ort eine Wärmebild-Drohne eingesetzt, um sich laufend ein Lagebild von der Brandsituation verschaffen und weitere Glutnester ausfindig machen zu können. Mit Anbruch des Tages wurden dann auch die Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen. Um 7 Uhr fand eine Lagebesprechung der Einsatzkräfte statt, um die weiteren Maßnahmen bestmöglich koordinieren zu können. Es wird ein anspruchsvoller Einsatztag erwartet. Am Donnerstag war es den Einsatzkräften gelungen, eine signifikante Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Dennoch war die Situation für die Anwohner teilweise „beängstigend“. Parallel dazu ist die Waldbrandsituation auch andernorts teils brenzlig. In der Nicklheimer Filze bei Raubling (Landkreis Rosenheim) war am Donnerstagmittag zunächst ein Waldbrand befürchtet worden. Gott sei Dank war die Situation rasch unter Kontrolle. rosenheim24.de hatte berichtet. Anders sah/sieht die Situation in Osttirol aus. Im Gemeindegebiet von Matrei war gegen 13.15 Uhr ein größerer Waldbrand bemerkt worden. „Aufgrund des unwegsamen Geländes gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig. Es wurden zahlreiche zusätzliche Einsatzkräfte und Einsatzmittel nachalarmiert. Gegen 17 Uhr erstreckte sich der Brand auf eine Fläche von rund 250 bis 350 Quadratmetern“, teilte die zuständige Landespolizeidirektion Tirol mit. Am Freitag gehen auch hier die Löscharbeiten weiter. Obdachlosenlager löst Waldbrand im Kreis Ebersberg aus Auch im Landkreis Ebersberg gab es Alarm für die Feuerwehr: Im südöstlichen Teil des Höhenkirchener Forsts (Gemeinde Egmating) kam es gegen 13.45 Uhr zu einem weiteren Waldbrand. Daraufhin wurden Kräfte von acht Feuerwehren aus den Landkreisen Ebersberg und München alarmiert. Mit drei Rohren konnten die Flammen, die eine Rodungsfläche und Fichtenjungwald erfasst hatten, unter Kontrolle gebracht werden. Deutlich aufwendiger waren die Nachlöscharbeiten bei 36 Grad an den zahlreichen glimmenden Baumstümpfen und im Bodenbereich, wozu weitere Kräfte nachgefordert wurden. Mögliche Brandursache war vermutlich ein Obdachlosenlager. Der Bereich wurde abgesperrt. Hinweise könnte auch eine Wildkamera liefern, die genau den abgebrannten Teil des Waldes im Blick hatte. Feuer war am Mittwochabend ausgebrochen Das Feuer bei Oberwössen war ursprünglich am Mittwochabend (29. Juli) gegen 18 Uhr bemerkt worden. Im Bereich der Hochwand nahe der Lackenbergwand war in schwer zugänglichem Gelände ein Bergwaldbrand ausgebrochen. chiemgau24.de hatte bereits berichtet. Nahe des Gipfels auf rund 1000 Metern Seehöhe loderten offene Flammen. Zudem war eine deutliche Rauchsäule sichtbar. Im Laufe der Nacht auf Donnerstag (30. Juli) hatten sich die Flammen dann schrittweise weiter talwärts „durchgefressen“.