Waldbrand in Schramberg: Feuerwehr kämpft mit Feuer
Nach einem Großeinsatz hat die Feuerwehr den Brand in einem Waldgebiet bei Schramberg (Kreis Rottweil) weitgehend gelöscht. Am Dienstagmorgen sind Kräfte der Feuerwehr noch einmal ausgerückt, um ein aufflammendes Glutnest zu löschen, wie ein Sprecher der Feuerwehr Schramberg am frühen Dienstagmorgen mitteilte. "Wir wurden heute Morgen gegen 6 Uhr erneut alarmiert. Da war offenes Feuer wieder sichtbar und eine kleinere Rauchentwicklung in mehreren Bereichen", so Patrick Wöhrle, Einsatzleiter der Feuerwehr Schramberg gegenüber dem SWR. Feuerwehr und Polizei bleiben vorerst in Alarmbereitschaft Dabei handele es sich um Nachlöscharbeiten, wie sie nach einem solchen Feuer die Regel seien, so der Sprecher. Auch in den kommenden Tagen werde man das Gebiet in Zusammenarbeit mit der Polizei weiter beobachten und bei Bedarf eingreifen. Falls weitere Glutnester entdeckt würden oder es die Lage erforderlich mache, könnten die Einsatzkräfte am Dienstag erneut ausrücken, so der Einsatzleiter. "Aufgrund der Fläche und der schwierigen Zugänglichkeit kann man das Gebiet nicht so ablöschen, dass jede weitere Rauchentwicklung ausgeschlossen werden kann." Einsatzleiter Patrick Wöhrle im Interview bei SWR 1: Zudem bleibt die Lauterbacher Straße in Schramberg bis auf Weiteres in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Grund sind die Einsatzmaßnahmen sowie die durch den Waldbrand ausgelöste erhebliche Steinschlaggefahr. Die im Brandbereich verlaufende Hochspannungsleitung bleibt bis zu einer abschließenden Prüfung durch den Netzbetreiber außer Betrieb. Anwohner müssen Fenster und Türen allerdings nicht mehr vorsorglich geschlossen halten, wie der Landkreis Rottweil mitteilte. "Man kann wieder lüften", so eine Sprecherin der Behörde. Vegetationsbrand: 20 Hektar Fläche betroffen und 400.000 Euro Schaden Die Feuerwehr Schramberg war am Sonntag gegen 17:37 Uhr zu einem kleinen Vegetationsbrand alarmiert worden. In der Nacht hatte sich der Brand dann durch die Wetterbedingungen und den starken Wind deutlich ausgebreitet. Laut Feuerwehr sind knapp 20 Hektar Fläche betroffen. Der Schaden beläuft sich auf circa 400.000 Euro. Zu trocken und zu heiß in BW Hohe Waldbrand-Gefahr: Warum unsere Wälder brennen und was das Feuer begünstigt Trockene Böden, sandige Standorte und Kiefern-Monokulturen lassen das Waldbrandrisiko steigen. Warum der Mensch Hauptverursacher ist und Mischwälder helfen können. 12:05 Uhr Aktuell SWR Kultur Brand in Schramberg: Unwegsames Gelände besonders herausfordernd Im besonders steilen, unwegsamen Gelände hat es zwei größere Brandstellen sowie mehrere Glutnester gegeben, die schwer zu erreichen waren. Die Brandbekämpfung habe von drei Seiten stattgefunden, um eine Ausbreitung in Richtung des angrenzenden Wohngebietes zu verhindern, erklärte Patrick Wöhrle, Einsatzleiter der Feuerwehr Schramberg. Hilfe aus der ganzen Region - "Löschtag" statt "Badetag" Insgesamt waren bis zu 400 Einsatzkräfte mit mehr als 80 Fahrzeugen im Einsatz, heißt es in der Pressemitteilung der Feuerwehr Rottweil. Auch spezielle Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge, Löschzüge aus angrenzenden Landkreisen sowie zahlreiche Landwirte mit Gülle- und Wasserfässern waren vor Ort im Einsatz. Unterstützung kommt laut dem Landkreis Rottweil auch vom Technischen Hilfswerk (THW), Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Polizei. Um die Wasserversorgung in Schramberg sicherzustellen, könne nur begrenzt Wasser aus dem Trinkwassernetz genutzt werden, hieß es in einer Mitteilung des Kreises. Wasser wurde aus einem Löschteich und aus einem Freibad in Tennenbronn gepumpt. "Heute ist kein Badetag, sondern Löschtag", sagte Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr (parteilos) zur Lage vor Ort. Zusätzlich wurde ein spezielles Löschwassersystem der Berufsfeuerwehr Freiburg aufgebaut, das Wasser aus dem Fluss Schiltach fördert und vor allem die kritische Flanke zum Wohngebiet versorgte. Auch die Feuerwehr Reutlingen war mit einem speziellen, geländegängigen Unimog im Einsatz - einem von nur sechs derartigen Fahrzeugen in ganz Baden-Württemberg. Dieses Spezialfahrzeug kann im schwierigen Waldgelände fahren und während der Fahrt löschen, was mit klassischen Feuerwehrfahrzeugen nicht möglich ist. Die Reutlinger Feuerwehrleute haben die ganze Nacht auf Montag durchgearbeitet und wurden am Montagmorgen durch neue Kollegen abgelöst, wie Reutlingens Feuerwehrkommandant Stefan Hermann berichtete.