Waldbrände in Belgien näher an Grenze gerückt - Feuerwehr wässert Felder bei Monschau
Die Feuerwehr in der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau beobachtet den großen Waldbrand in Belgien intensiv, geht aktuell aber nicht von einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet aus. »Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick«, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der Nachrichtenagentur dpa. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. »Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.« Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt. Zuvor hatte die Stadt Monschau weitere Bewohnerinnen und Bewohner dazu aufgerufen, sich auf eine etwaige Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Ortsteile Kalterherberg und Mützenich mit insgesamt rund 5000 Bewohnern, sagte eine Stadtsprecherin der dpa. Die Feuerfront im Hohen Venn befindet sich nach Angaben der Stadt nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der Hohe Venn ist eine grenzübergreifende Hochfläche zwischen Deutschland und Belgien. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, hieß es. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet. Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2700 Hektar erfasst, was einer Fläche von umgerechnet fast 3800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen. Gute Nachrichten aus Hürtgenwald Allerdings können die Menschen im Hürtgenwald vorerst aufatmen. Die Lage rund um den Ortsteil Gey in Hürtgenwald habe sich »so weit entspannt, dass die Menschen heimkehren können«, hieß es am Samstagabend auf der Website des Kreises Düren. Die gut 1800 Bewohner hatten zuvor in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt. »Die Lage hat sich gebessert, aber das Feuer ist noch lange nicht aus«, sagte ein Sprecher des Kreises Düren der dpa. Unter anderem müssten zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Die Löscharbeiten würden voraussichtlich noch mehrere Tage dauern. Wie außergewöhnlich ist die aktuelle Waldbrandsaison, wo brennt es derzeit und wie viele Flächen sind den Flammen schon zum Opfer gefallen? Der fortwährend aktualisierte Überblick in Karten und Grafiken .