Waldbrände in Frankreich rücken näher an Bordeaux
Startseite Panorama Waldbrände in Frankreich rücken näher an Bordeaux – Evakuierung der Stadt droht Von: Kilian Bäuml, Janine Karrasch Uns auf Google folgen Die Waldbrände in Frankreich haben eine neue Dimension erreicht: Krankenhäuser aktivieren Notfallpläne, mehr als 160.000 Menschen müssen ihre Wohnorte verlassen. Update vom 26. Juli, 9.26 Uhr: Die anhaltenden Feuer im Südwesten Frankreichs führten zu einer der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes. Im Département Gironde mussten laut Innenminister Laurent Nuñez bereits 167.000 Menschen ihre Wohnorte verlassen. Auch in Spanien verließen nach Angaben der Regierung fast 60.000 Menschen ihre Häuser. Angesichts der kritischen Situation verstärkt Frankreich die Unterstützung für die Feuerwehr. Premierminister Sébastien Lecornu erklärte nach einer Sitzung des interministeriellen Krisenstabs, dass die Anzahl der Soldaten, die bei den Löscharbeiten helfen, von 500 auf 1000 erhöht werde. Zusätzlich soll ein Militärflugzeug des Typs A400M mit einem speziellen Löschsystem eingesetzt werden, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann. Die Gesamtsituation in Frankreich ist ebenfalls außergewöhnlich und alarmierend: Seit Jahresbeginn sind laut Innenminister fast 100.000 Hektar Land verbrannt, was einen historischen Höchststand darstellt. Auch in anderen Teilen Frankreichs, wie im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände. Waldbrände in Frankreich rücken näher an Bordeaux Update vom 25. Juli, 21.35 Uhr: Vor allem in Frankreich verschärft sich die Feuerkatastrophe extrem. Dabei hat sich der größte Brand bis auf etwa 30 Kilometer an Bordeaux angenähert. Der Großstadt droht somit – wie es schon den Tag über immer wieder im Raum stand – die komplette Evakuierung. Hierzu hat sich der französische Premierminister Sébastien Lecornu am Abend erneut geäußert. Er sprach via X von „schwierigen Stunden“ und ließ das Volk wissen: „Die abrupte Veränderung der Wetterbedingungen, die gestern eintrat, hat die Dynamik des Feuers tiefgreifend verändert. Nach einer leichten Verbesserung in der Nacht und heute Morgen werden die Vorhersagen erneut ungünstig.“ Entsprechende Maßnahmen (siehe vorherigen Eintrag) wurden bereits eingeleitet oder getroffen. Derweil hat auch Frankreichs Präsident das Wort ergriffen. Ebenfalls via X ließ Emmanuel Macron wissen, dass sein Land „alle zivilen und militärischen Mittel“ mobilisiere. Bei mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland und der Schweiz, bedankte er sich für die Unterstützung. „Wir werden wiederaufbauen, wir werden reparieren, und wir werden so lange vor Ort sein, wie es nötig ist“. Update vom 25. Juli, 20.50 Uhr: Frankreich verstärkt angesichts der dramatischen Lage die Unterstützung der Feuerwehr. Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützen, werde von 500 auf 1.000 erhöht, teilte Verteidigungsminister Sébastien Lecornu nach einer Sitzung des interministeriellen Krisenstabs mit. Zudem soll ein Militärflugzeug vom Typ A400M mit einem speziellen Löschsystem eingesetzt werden, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann. Die Mobilisierung der Einsatzkräfte bleibe weiterhin sehr groß, erklärte der Innenminister. 18 Löschflugzeuge seien im Einsatz. Sie werfen Wasser oder Brandverzögerungsmittel über den Flammen ab, wie der Minister sagte. Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Region Gironde geliefert, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen. Für Reisende gibt es zudem Erleichterungen: Verkehrsminister Philippe Tabarot teilte mit, dass die Eisenbahngesellschaft SNCF angesichts der Brände eine Sonderregelung für Reisen in die betroffenen Gebiete einführt. Fahrten in die Region Bordeaux und andere betroffene Zonen können demnach kostenlos verschoben oder storniert werden. Update vom 25. Juli, 17.27 Uhr: Im Département Gironde wurden nach Angaben des Innenministers Laurent Nuñez inzwischen 167.000 Menschen evakuiert. Besonders betroffen ist das südwestfranzösische Département Gironde rund um Bordeaux. Allein in der Nacht wurden in mehreren Gemeinden im Umland der Großstadt 57.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Innenministers mussten außerdem 31.000 Menschen im benachbarten Département wegen der Brände ihre Häuser verlassen. Update vom 25. Juli, 11:20 Uhr: Gleich mehrere Länder kämpfen aktuell gegen schwere Waldbrände, darunter auch Frankreich. Tausende Menschen mussten bereits vor den Waldbränden fliehen, nun wurden weitere Menschen dazu angehalten, ihre Häuser zu verlassen. Die Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Zahlen vom Freitag hatten von mindestens 110.000 Menschen gesprochen. Besonders betroffen ist das südwestfranzösische Département Gironde rund um Bordeaux, wo die Flammen weiter außer Kontrolle sind. In der Nacht zu Samstag wurden nun weitere Personen evakuiert. Behörden ordneten vorsorglich die Räumung von weiteren Gemeinden am Rand der Großstadt Bordeaux an. Wie viele Personen hiervon betroffen waren, war zunächst unklar. Weitere 31.000 Menschen mussten nach Angaben des Innenministeriums im benachbarten Département Landes ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand inzwischen rund 19.000 Hektar Fläche erfasst - eine Fläche größer als Paris. Etwa 100 Gebäude wurden demnach bereits zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist inzwischen bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen. Waldbrände in Frankreich außer Kontrolle: Streitkräfte mobilisiert Update vom 25. Juli 2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte die Streitkräfte nach Angaben seines Umfelds auf, sich zu mobilisieren und den Zivilschutz „mit maximaler Verstärkung“ zu unterstützen. Regierungschef Sébastien Lecornu berief für den späten Abend einen interministeriellen Krisenstab ein. Er erklärte, insgesamt 1000 Militärangehörige würden eingesetzt, um gegen die Flammen zu kämpfen. Diese haben in dem Gebiet bereits eine Fläche von 22.000 Hektar verwüstet. Ein örtlicher Vertreter warnte, das Feuer bewege sich auf Bordeaux zu. Die dortigen Behörden ordneten die Evakuierung von Orten in der Nähe der Stadt „aus Vorsicht“ vor den herannahenden Flammen an. Die Verkehrsinformationsseite Bison Futé forderte Autofahrer auf, Straßen in dem Gebiet zu meiden, um die Zufahrten für Rettungsdienste freizuhalten. Auf der bei Urlaubern beliebten Halbinsel Cap-Ferret ordneten die Behörden eine vollständige Evakuierung an. Rund 44.000 Einwohner und Urlauber verließen das Gebiet über die einzige Straße in Richtung Bordeaux oder mit Booten über das Becken von Arcachon. Mehr als 800 Menschen erreichten nach Angaben der Stadtverwaltung auf dem Seeweg Arcachon. Etwa 40 der 1000 Feuerwehrleute, die gegen den Brand bei Cap-Ferret kämpften, wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Ursprungsmeldung vom 24. Juli 2026: An der französischen Atlantikküste nahe Bordeaux toben derzeit zwei der schwersten Waldbrände, die die Region in diesem Jahrzehnt erlebt hat. Die Feuer fressen sich durch ausgedörrtes Kiefernland, das nach einem außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer kaum noch Widerstand bietet. Allein im laufenden Jahr sind in Frankreich bereits rund 50.000 Hektar Fläche verbrannt – nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Eine Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. Die Brände treffen eine Küstenregion, die in den Sommermonaten zu den meistbesuchten Urlaubszielen Europas gehört. Campingplätze, Feriendörfer und Wohnwagenstellplätze zwischen Arcachon und Biscarrosse sind besonders betroffen. Die Lage stellt Behörden, Einsatzkräfte und das Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen. Hinzu kommen laut Météo-France ungünstige Wetterbedingungen. Waldbrände in Frankreich: Mehr als 63.000 Menschen an der Atlantikküste evakuiert Rund um das Becken von Arcachon und die Halbinsel Cap Ferret mussten zuletzt 20.000 weitere Menschen zehn Gemeinden verlassen. Zusammen mit bereits zuvor evakuierten Personen übersteigt die Gesamtzahl inzwischen 63.000 Betroffene. Zur Unterstützung der Evakuierung wurden von Cap Ferret aus auch Schiffe eingesetzt. Die französische Bahngesellschaft SNCF richtete Sonderzüge ein, um Evakuierte von Arcachon nach Bordeaux zu transportieren, wie Verkehrsminister Philippe Taberot bei X bestätigte. In der Messestadt selbst wurde eine Halle als Notunterkunft geöffnet. Das erste der beiden Hauptfeuer hat sich auf eine Fläche von rund 10.000 Hektar ausgedehnt – ein Gebiet, das in etwa der Größe der Stadt Paris entspricht. Unter den aktuellen Bedingungen würden bis zu 1000 Hektar pro Stunde abbrennen, erklärte ein Feuerwehrsprecher bei BFMTV. 80 Gebäude wurden beschädigt, 50 davon vollständig zerstört. 27 Feuerwehrleute erlitten Verletzungen, darunter Kohlenmonoxidvergiftungen und einen Knochenbruch nach einer Gasexplosion. Aus der Bevölkerung wurden bislang keine Todesopfer gemeldet. Nun verdichten sich laut BFMTV Hinweise, dass das Feuer in der Gironde durch menschliches Handeln bei landwirtschaftlichen Arbeiten ausgelöst wurde. Die Ausmaße der Katastrophe haben auch das Gesundheitssystem erfasst. Das Universitätsklinikum Bordeaux aktivierte nach Berichten der Zeitung Le Monde seinen Notfallplan. Parallel dazu rief die regionale Gesundheitsbehörde (ARS) einen territorialen Notfallplan für alle Gesundheitseinrichtungen im Département Gironde aus. So soll die Versorgung sichergestellt werden, falls einzelne Gesundheitszentren oder Pflegeheime in der Region ausfallen oder evakuiert werden müssen. Erst vor zwei Wochen wütete ein Waldbrand in Paris. Zweites Feuer bei Biscarrosse: Lieferwagen als mutmaßlicher Auslöser des Infernos Südlich von Bordeaux, im Bereich der Gemeinde Biscarrosse, hat ein zweiter Brand rund 23.000 Menschen zur Evakuierung gezwungen. Dort soll ein Lieferwagen auf einer durch den Wald führenden Straße infolge eines technischen Defekts Feuer gefangen haben, woraufhin sich die Flammen rasch auf die umliegende Vegetation ausbreiteten. Dieses Feuer hat inzwischen eine Fläche von 2500 Hektar erfasst. Rund 700 Feuerwehrleute sind vor Ort im Einsatz, 100 Häuser wurden beschädigt. Die Präfektur des Départements Landes meldete am Morgen, dass auch dieser Brand noch nicht unter Kontrolle sei. Starker Wind und Temperaturen, die in der Region auf bis zu 39 Grad steigen sollen, erschweren die Löscharbeiten erheblich. Wann Urlauber und Anwohner in ihre Unterkünfte zurückkehren können, ist nach Behördenangaben aktuell noch unklar. Viele Betroffene mussten Wohnwagen und Zelte auf den verwaisten Campingplätzen zurücklassen, die nun von der Gendarmerie bewacht werden. In Spanien gilt ebenfalls wegen Waldbränden für die Region Madrid und die Provinz Ávila nun der nationale Notstand. Frankreich mobilisiert alle verfügbaren Ressourcen – Auswärtiges Amt erneuert Reisewarnung Frankreich hat den EU-Zivilschutzmechanismus ausgelöst, der die Voraussetzung für internationale Unterstützung bei Waldbränden ist. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, dass zwei kroatische Löschflugzeuge sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei zur Verstärkung der französischen Kräfte entsandt werden. Laut einer EU-Kommissionssprecherin schickte die Union insgesamt drei Löschflugzeuge und zwei Helikopter nach Frankreich. Überdies kündigte das französische Verteidigungsministerium an, ein großes Militärtransportflugzeug vom Typ Airbus A400M kurzfristig für Löscheinsätze umzurüsten. Das Flugzeug soll bereits binnen weniger Tage einsatzbereit sein. Das EU-Programm RescEU verfügt nach eigenen Angaben über 22 Löschflugzeuge, fünf Helikopter und einen Pool von 777 vorab stationierten Feuerwehrkräften.