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Waldbrände in Hessen: Aufruf zum Wassersparen in mehreren Orten

Allgemein

Die Polizei geht davon aus, dass der Waldbrand bei Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis absichtlich gelegt wurde. Die Kriminalpolizei führe die Ermittlungen weiterhin in alle Richtungen. "Nach dem derzeitigen Stand gehen die Ermittler allerdings von Brandstiftung aus", teilten die Beamten am Dienstagabend mit.

Der oder die möglichen Brandverursacher könnten möglicherweise mit einem Fortbewegungsmittel unterwegs gewesen sein und dabei auch Taschen mitgeführt haben, so die Polizei.

Polizei bittet um Mithilfe

Zeugen, die am Montag im Bereich der betroffenen Waldgebiete verdächtige Personen, Fahrzeuge oder sonstige Auffälligkeiten beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

"Auch Beobachtungen, die zunächst unbedeutend erscheinen, können für die Ermittlungen von Bedeutung sein", hieß es. Ob die einzelnen Brandstellen in einem Zusammenhang stehen, sei noch unklar. Verletzt wurde laut den Angaben niemand.

Mehrere Brände zwischen Ober- und Niederrodenbach

Seit Montagmittag hatten mehrere Brände die Feuerwehren in der Region beschäftigt. Nach Angaben eines Kreissprechers erstreckte sich das Feuer auf einer Fläche von rund 55 Hektar - umgerechnet etwa 80 Fußballfelder.

Am Dienstagnachmittag waren die Einsatzkräfte im Wald zwischen Ober- und Niederrodenbach noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.

Zwischenzeitlich waren 700 Feuerwehrleute aus Hessen und Bayern im Einsatz, teils 500 davon parallel, so der Kreissprecher. Sie lösten sich gegenseitig in verschiedenen Schichten ab, um die immer wieder aufflammenden Glutnester zu bekämpfen.

Kreis rief zum Wassersparen auf

Die Stadtwerke hatten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Bruchköbel, Freigericht-Somborn, Hasselroth, Rodenbach und Langenselbold am Montag vorübergehend dazu aufgefordert, ihren Wasserverbrauch wegen der Löscharbeiten auf das Notwendigste zu reduzieren.

Duschen, Baden oder auch das Bewässern sollten möglichst vermieden werden, hieß es. "Jeder Liter zählt." Am Dienstagmittag hoben die Kreiswerke Main-Kinzig ihre Warnmeldung wieder auf.

Ferienhaussiedlung vor Flammen bewahrt

Kräftiger Wind hatte zunächst die Löscharbeiten erschwert. "Da sich die Brandherde in teils schwer zugänglichem Gelände befanden, unterstützten ein Hubschrauber sowie Drohnen der Polizei die Einsatzmaßnahmen", teilten die Beamten mit.

Das Feuer habe sich auch zeitweise in Richtung einer Ferienhaussiedlung im Wald ausgebreitet, die jedoch auch dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht von den Flammen betroffen gewesen sei, sagte der Polizeisprecher.

Einsätze bei Bad Schwalbach und Kassel

Auch zwischen Bad Schwalbach und Hohenstein (Rheingau-Taunus) stand ein Waldstück in Flammen. Die Feuerwehr sagte der hessenschau, es gehe um eine Fläche von rund 8.000 Quadratmetern. Laut Brand- und Katastrophenschutz wurden bei dem Großeinsatz drei Feuerwehrleute leicht verletzt.

Die Feuerwehrkräfte konzentrierten sich zunächst darauf, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Am Nachmittag hieß es dann, der Brand sei unter Kontrolle. Auch hier wurde die Bevölkerung aufgerufen, den Bereich zu meiden und Zugangswege zur Brandstelle freizuhalten. Bis zum Morgen war der Brand gelöscht.

In Nordhessen wirkte sich ein Waldbrand in Südniedersachsen auf die A7 aus. Sie wurde am Montag wegen eines brennenden Waldstücks zwischen Göttingen und Kassel gesperrt, wie die Polizei mitteilte.

Eine sichere Befahrung der Autobahn sei durch die Rauchentwicklung nicht möglich. Erst in der Nacht zum Dienstag konnte die A7 nach mehr als zwölf Stunden wieder freigegeben werden.

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