Waldbrände in Nähe vom Nürburgring: Ist das DTM-Rennen am Sonntag in Gefahr?
(Motorsport-Total.com) - Nebel gehört am Nürburgring fast zum gewohnten Bild, dichte Rauchschwaden hingegen nicht: Während des ersten DTM-Rennens am Samstag waren die Auswirkungen der aktuellen Waldbrände in der Eifel deutlich zu spüren. Vor allem in der zweiten Rennhälfte wurde es zunehmend diesig, zudem lag Brandgeruch in der Luft. Bereits am Freitag war rund 15 Kilometer vom Nürburgring entfernt ein größerer Waldbrand ausgebrochen, dessen Rauchwolke sogar von der Rennstrecke aus zu sehen war. Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Der Rauch, der am Samstag über die Strecke zog, stammte deshalb vom großen Waldbrand in Hürtgenwald, rund 60 Kilometer Luftlinie vom Nürburgring entfernt. Die Zuschauer wurden bereits vor dem Rennen per Lautsprecheransage darauf hingewiesen, dass der Rauch in Richtung der Rennstrecke ziehen könnte, dabei jedoch keine Gefahr besteht. Die DTM-Verantwortlichen stehen diesbezüglich mit medizinischen Spezialisten im Austausch, um zu klären, ob der Rauch gesundheitliche Folgen haben kann. DTM-Fahrer spüren keine Auswirkungen der Waldbrände Und wie erging es den DTM-Piloten im Rennen am Samstag? "Generell ist man beim Fahren ziemlich fokussiert", sagt Manthey-Pilot Thomas Preining, dass ihn der Rauch nicht gestört habe. "Ich habe es ein paar Mal gesehen, aber der Fokus ist da. Ich habe keine Schwindelgefühle oder so etwas im Auto, also kann ich mich über nichts dergleichen beschweren, aber natürlich sind wir uns der Situation bewusst." "Man hat es auf der Strecke natürlich gut gemerkt", sagt auch Teamkollege Ricardo Feller. "Es ist nichts Schönes, aber zum Glück nichts Schlimmeres jetzt und ich hoffe, dass es sich irgendwann wieder beruhigt. Man riecht es schon, aber während des Fahrens ist es okay." "Ich meine, wenn wir da hintereinander fahren, dann ziehen wir so viele Benzindämpfe in unsere Lunge, das ist noch schlimmer", hat der Schweizer seinen Humor trotz der aktuellen Lage nicht verloren. "Also von dem her sind wir das leider ein bisschen gewohnt." "Natürlich ist es nicht gut, was gerade passiert", ergänzt Preining. "Wir im Team haben natürlich viele Leute, die in der Nähe wohnen, deshalb hoffen wir, dass alles gut läuft und die Familien und Häuser aller sicher sind." Zwar ist die Lage im Kreis Düren mittlerweile weitgehend unter Kontrolle, doch die Situation kann sich jederzeit wieder verändern. DTM-Sonntag am Nürburgring aktuell nicht in Gefahr Auch in unmittelbarer Nähe zum Nürburgring ist die Gefahr von Waldbränden noch nicht gebannt. Angesichts der anhaltenden Trockenheit können jederzeit neue Brandherde entstehen. Die DTM-Verantwortlichen stehen deshalb regelmäßig mit den Behörden in Kontakt, sollte es in der Region zu weiteren Bränden kommen. Dann müssten sämtliche verfügbare Einsatzkräfte ausrücken - darunter auch die Feuerwehr, die während der DTM-Veranstaltung für die Sicherheit an der Strecke zuständig ist. Nach Informationen von Motorsport-Total.com würde das allerdings nicht zwingend eine Rennabsage zur Folge haben. In diesem Fall könnten die E-Unit-Fahrzeuge, die für kleinere Löscharbeiten an der Rennstrecke ausgerüstet sind, den Brandschutz sicherstellen. Nichtsdestotrotz bleibt das Thema der Waldbrände allgegenwärtig. "Es ist wirklich schlimm zu sehen, was gerade passiert, besonders auch in der Nähe meiner Gegend in Italien", sagt Matteo Cairoli, der am Samstag triumphierte. "In Como haben wir dasselbe Problem, also müssen wir leider versuchen, so sicher wie möglich zu sein. Aber wenn du während eines Rennens mit Vollgas fährst, ist der Fokus woanders."