Waldbrände: ++ SPD fordert Grundgesetzänderung für Hitzeplan - Gefahrenlage in Monschau entspannt sich ++
Die SPD-Ministerien drängen in der schwarz-roten Koalition auf ein umfassendes Programm gegen die Folgen des Klimawandels und erhöhen damit den Druck auf die Union. In einem Aktionsplan unter Federführung des Umweltministeriums fordern sie unter anderem einen nationalen Hitzeaktionsplan, besseren Schutz für Beschäftigte bei Extremtemperaturen, Anpassungen im Bauplanungsrecht sowie zusätzliche Hilfen für soziale Einrichtungen wie Altenheime und Krankenhäuser. Darüber berichtet der „Spiegel“. Die SPD pocht darauf, Klimaanpassung und Naturschutz noch in dieser Legislaturperiode als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. Begründet wird dies mit zunehmenden Belastungen durch Hitze, Dürre, Waldbrände, Hochwasser und Wasserknappheit. Die Union hatte eine entsprechende Grundgesetzänderung zuletzt abgelehnt. Die Gefahrenlage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich nach Einschätzung der dortigen Feuerwehr entspannt. „Wir fahren zurück“, sagte Einsatzleiter Philipp Krüger am Morgen. Schon in der Nacht habe man einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. „Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.“ Die Stadt werde die Warnung voraussichtlich in Kürze zurücknehmen Man beobachte die Brand-Entwicklung weiter ganz genau und werde im Notfall angemessen reagieren und die Kräfte bei Bedarf wieder verstärken. Seit der Nacht habe sich die Feuerfront aber nicht mehr weiter auf Monschau zubewegt. In Hürtgenwald laufen die Löscharbeiten auch am vierten Tag weiter, die Lage in dem betroffenen Gebiet im Westen Nordrhein-Westfalens entspannt sich aber zunehmend. Wie der Kreis Düren mitteilte, gibt es keine offenen Flammen mehr. „In diesen Stunden geht es vor allem darum, die Glutnester einzudämmen.“ Das gesamte betroffene Gebiet sei nun mit einer Schneise von etwa drei Metern umgeben, so dass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten. Zuletzt waren bis zu 1.800 Einsatzkräften an den kräftezehrenden Löscharbeiten beteiligt. Die Stadt Monschau warnt die Bevölkerung vor „Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen“ ab dem Vormittag. Einwohnern der Siedlungen Plattevenn und Leyloch sowie Teilen des Ortsteils Kalterherberg wird aufgrund möglicher gesundheitlicher Gefahren „dringend“ empfohlen, die Ortschaften bis 10 Uhr zu verlassen „und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen“. Die Empfehlung gilt zunächst bis 18 Uhr. Eine Anlaufstelle wird zudem im Bürgercasino Imgenbroich eingerichtet. Die Flammen des Waldbrandes in Belgien nähern sich in den frühen Morgenstunden vorerst nicht weiter der Stadt Monschau in NRW. Das berichtete „Bild“. „Zurzeit haben wir günstige Windverhältnisse“, sagte ein Sprecher zu der Zeitung. Um kurz nach Mitternacht meldete die Stadt, dass das Feuer noch drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt war. Der Großeinsatz wegen eines Wald- und Wiesenbrands im unterfränkischen Waldaschaff dauert weiter an. Das Feuer flamme nicht mehr auf, es gehe nun darum, Glutnester aufzuspüren und abzulöschen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Damit werde am Morgen begonnen. Seit Samstagabend hatte sich das Feuer den Angaben zufolge von anfänglich etwa fünf Hektar auf inzwischen insgesamt knapp 29 Hektar ausgebreitet. Die Feuerwehr in Monschau beobachtet den Waldbrand in Belgien intensiv, geht aktuell aber nicht von einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet aus. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der Nachrichtenagentur dpa. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.“ Die Lage im Hürtgenwald habe sich „deutlich entspannt“, teilte der Kreis Düren am Abend mit. Befürchtungen, eine Gewitterfront mit Böen könnte das Feuer neu entfachen, hätten sich nicht bewahrheitet. Zuletzt waren bis zu 1800 Einsatzkräften an der Löschung beteiligt. „Die Lage hat sich gebessert, aber das Feuer ist noch lange nicht aus“, sagte ein Sprecher des Kreises Düren der dpa. Unter anderem müssten zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Die Löscharbeiten würden voraussichtlich noch mehrere Tage dauern. Wegen des großen Waldbrandes im Hohen Venn bittet die nordrhein-westfälische Stadt Monschau Bewohner mehrerer Siedlungen, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau und Plattevenn, teilte die Stadt an der deutsch-belgischen Grenze auf ihrer Facebook-Seite mit. Wenig später wurden auch die Ortsteile Kalterherberg und Mützenich für die mögliche Evakuierung eingeschlossen. Eine Sprecherin der Stadt sagte der Nachrichtenagentur dpa, betroffen seien rund 5000 Menschen. Die Stadt forderte die Einwohner dazu auf Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren. Wenn möglich, sollten Anwohner bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Einrichtung von Notunterkünften werde vorbereitet. Es handele sich zunächst um eine vorbeugende Maßnahme, hieß es weiter. Die belgischen Behörden ordneten die Evakuierung der Gemeinden Surbrot, Bütgenbach, Küchelscheid und Leykaul ein. Der Waldbrand im Hohen Venn nahe der deutschen Grenze ist einer größten in der Geschichte Belgiens. Die Flammen verwüsteten nach Behördenangaben inzwischen mehr als 2700 Hektar Wald. Die Flammenfront des Waldbrandes im Hohen Venn ist nach Angaben der Stadt Monschau nur noch drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Feuerwehr ist deshalb „im Vollalarm“ und erkunde „fortlaufend den eventuell betroffenen Bereich“. Es werden Löschmaßnahmen vorbereitet, „damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden kann“. Ein Übergreifen des Feuers auf Teile von Monschau könne nicht mehr ausgeschlossen werden. Der Bevölkerung wurde eine Warnung per Warnsystem übermittelt. Das Lagezentrum des Amts für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der Städteregion Aachen hat den Betrieb aufgenommen.