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Wann und wo ist der Einschlag?

Wissenschaft

Startseite Wissen Raketeneinschlag heute auf dem Mond: Wann trifft die SpaceX-Oberstufe und ist der Aufprall sichtbar? Von: Tanja Banner Uns auf Google folgen Mit 8700 km/h trifft eine ausgediente SpaceX-Oberstufe auf die Mondoberfläche. Können Teleskope auf der Erde und die NASA-Sonde LRO den Einschlag beobachten? Frankfurt – Am Mittwoch (5. August 2026) steht dem Mond ein künstlicher Einschlag bevor: Eine rund 3,9 Tonnen schwere Oberstufe einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX (Katalognummer 2025-010D) trifft mit etwa 8700 km/h auf die Mondoberfläche. Der unkontrollierte Aufprall findet voraussichtlich um 8.35 Uhr (MESZ) in der Nähe des Einstein-Kraters am westlichen Rand der sichtbaren Mondseite statt. Während der Vorfall keine Gefahr für die Erde oder aktive Raumfahrtmissionen darstellt, bietet er der Wissenschaft eine seltene Gelegenheit, einen Einschlag in Echtzeit zu beobachten. Die Raketenstufe befindet sich seit Anfang 2025 im All, nachdem sie zwei kommerzielle Mondlander (Firefly Blue Ghost-1 und ispace Hakuto-R Mission 2) in den Weltraum beförderte. Auf einem lang gezogenen Orbit geriet der Schrottzylinder durch die Gravitation von Sonne und Erde schließlich auf Kollisionskurs mit dem Mond. SpaceX-Einschlag auf dem Mond: Wer die Kollision beobachten kann Im Gegensatz zu gezielten wissenschaftlichen Einschlägen – wie die NASA-Sonde LCROSS im Jahr 2009 – handelt es sich um einen unbeabsichtigten Absturz. Dennoch bereiten sich Astronominnen und Astronomen weltweit auf das Ereignis vor. Ein internationales Forschungsteam hat in einem wissenschaftlichen Whitepaper Strategien zur Beobachtung formuliert. Die Kollision findet auf der sonnenbeschienenen Tagseite des Mondes statt – die Beobachtung ist eine Herausforderung. Wer trotzdem versuchen wird, den Einschlag auf dem Mond zu beobachten: Erdbasierte Teleskope: Das Hauptereignis fällt für Beobachter in Nord- und Südamerika in die Nachtstunden. Große Observatorien sowie erfahrene Amateurastronomen versuchen, den extrem kurzen Einschlagsblitz sowie die aufsteigende Trümmer- und Staubwolke aufzuzeichnen. Die aufgewirbelte Staubfahne könnte Regolith bis zu 100 Kilometer hoch in die Mondexosphäre schleudern. Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO): Der LRO der NASA befindet sich in einer Mondumlaufbahn und wird den Aufprall selbst zwar nicht live filmen, stellt aber das wichtigste Instrument für die Nachuntersuchung dar. Die Sonde nimmt das Zielgebiet etwa eine Woche vor und nach dem 5. August auf. Durch hochauflösende Vorher-Nachher-Vergleiche der LROC-Kamera lässt sich der neu entstehende Krater präzise vermessen. Fachleute gehen davon aus, dass er einen Durchmesser von etwa 27 Metern haben dürfte. Raketenteil trifft ungeplant den Mond: Neue Daten für die Forschung Der Aufprall erfolgt mit einer kinetischen Energie von rund 11,4 Gigajoule – was der Sprengkraft von knapp drei Tonnen TNT entspricht. Er wirft erneut Fragen zum Umgang mit ausgedienten Raketenstufen im tiefen Weltraum auf. Während der erdnahe Orbit seit einiger Zeit strengeren Vorgaben zur Wiedereintritts- oder Friedhofsorbit-Entsorgung unterliegt, fehlen für den sogenannten „cislunaren Raum“ zwischen Erde und Mond bislang verbindliche internationale Richtlinien zur Müllvermeidung. Für die Planetenforschung bietet der Einschlag der SpaceX-Raketenstufe auf dem Mond jedoch Daten aus erster Hand: Die Analyse der Staubdynamik hilft Forschenden, zu verstehen, wie Einschläge die Mondoberfläche verändern und welche Risiken aufgewirbelter Staub für künftige Mondstationen birgt. Kann man den Einschlag auf dem Mond von Deutschland aus sehen? Ein Forschungsteam hat sich angeschaut, was genau der Einschlag erzeugen wird und wie das von außerhalb aussehen wird. Die Forschenden schreiben in ihrer Studie: „Die Staubwolke könnte kurzzeitig die Helligkeit des dunklen Himmels um mehrere Größenordnungen übersteigen, wobei sie in der ersten Minute nach dem Einschlag am hellsten ist.“ Das heißt: Theoretisch kann man mit einem Teleskop den Einschlag sehen. Praktisch wird das in Deutschland sehr schwierig, denn der Mond steht hierzulande am Taghimmel. Um 8.35 Uhr ist es bereits seit mehreren Stunden hell. Der Mond steht zwar trotzdem am Himmel (wer ihn sucht, findet ihn hoch am südwestlichen Himmel), doch seine Umgebung ist so hell, dass man den Einschlagsblitz nicht sehen dürfte. In Regionen, in denen der Himmel zur Einschlagszeit dunkel ist, kann man sein Glück mit einem Teleskop versuchen. Mond-Einschlag: Weder Menschen noch Mondmissionen sind in Gefahr Denn eins ist klar: Während bei dem aktuellen Einschlag weder Menschen noch aktive Mondmissionen betroffen sind, könnte das in Zukunft ganz anders sein – für die kommenden Jahre sind zahlreiche Landungen und der Aufbau dauerhafter Forschungsstationen geplant. (Quellen: Space.com, Project Pluto, Studie „Observational planning for the 2026 August 5 Falcon 9 Upper Stage lunar impact“) (tab)

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