„War die Hölle“: Hammerin war wegen Grippe wochenlang ans Bett gefesselt
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Hamm
„War die Hölle“: Hammerin war wegen Grippe wochenlang ans Bett gefesselt
Von: Maximilian Gang
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Eineinhalb Monate dauerte es, bis Silvia R. nach einer Grippe-Erkrankung wieder zu Kräften kam. Seitdem lässt sich die Hammerin jedes Jahr impfen.
Hamm – Ein klassischer Alkoholkater, mehr nicht. Keine unrealistische Annahme, schließlich war Silvia R. am Vorabend noch auf einer Familienfeier: „Da war ich noch putzmunter“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich bin erst spät ins Bett gekommen und wir haben getrunken. Ich habe das schwummerige Gefühl deshalb erst einmal darauf geschoben.“ Dass eine schwere Grippe-Erkrankung die nächsten Wochen für sie zur „Hölle“ machen würde, damit hat die Hammerin zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet.
Die ersten Symptome setzten am Sonntagnachmittag ein. „Am späten Abend habe ich dann sicherheitshalber mal Fieber gemessen, da waren es noch 38 Grad“, sagt die heute 73‑Jährige. Am nächsten Morgen waren es schon 39 Grad. „Dann ging es richtig los.“ Die Krankheit traf Silvia mit voller Wucht: Zu hohem Fieber kamen Kopf- und Gliederschmerzen, Bronchitis und ein quälender Husten.
Grippe-Erkrankung setzt Hammerin wochenlang zu
Einige Tage lang sank ihre Temperatur nicht mehr unter die 40 Grad. An Fernsehen oder Lesen sei nicht zu denken, schon wenige Schritte seien eine riesige Anstrengung gewesen. „Ich bin eigentlich ein sehr aktiver Mensch. Aber in der Zeit konnte ich nur im Bett liegen. So etwas wünsche ich keinem.“ Sie hatte das Gefühl, als würden die Influenza-Viren ihren ganzen Körper lahmlegen: „Das war wirklich ein Rundumschlag.“
Als auch in Woche zwei der Erkrankung keinerlei Besserung eintrat, setzte die Verzweiflung bei der Hammerin ein: „Ich habe in meinem Wohnzimmer gesessen und Rotz und Wasser geheult. Ich war vorher noch nie so krank und dachte, das hört nie wieder auf. Das ging wirklich an meine Psyche.“ Ihrer Familie gegenüber spielte Silvia die Symptome herunter, wie sie sagt: „Innerlich ging es mir sehr schlecht. Aber mein Mann war Lehrer am Schloss Heessen, der konnte nicht einfach zu Hause bleiben. Meine Kinder waren groß und schon aus dem Haus.“
Ihr damaliger Chef – die Hammerin war Mitarbeiterin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt Joachim Schulz an der Weststraße – kam zweimal die Woche zu ihr nach Hause, um nach ihr zu schauen, Untersuchungen durchzuführen und sie mit Medikamenten zu versorgen. „Er hat sich rührend um mich gekümmert“, sagt Silvia.
Selbst als die Symptome in Woche drei langsam nachließen, war Silvia noch weit davon entfernt, wieder ganz die Alte zu sein. „Ich konnte nur langsam wieder aufstehen. Bis ich wieder fit war, dauerte es noch mehrere Wochen.“
„Ich lasse mir jetzt jedes Jahr einen Piks geben“
Obwohl sie damals als 51‑jährige kerngesunde Frau selbst gar nicht zu einer klassischen Risikogruppe gehörte, habe ihr die Grippe rund eineinhalb Monate lang massiv zugesetzt: „Das Ganze ist mittlerweile bereits 22 Jahre her. Aber ich kann mich noch daran erinnern, als wäre es erst letztes Jahr gewesen. Auch nachher war ich nie wieder so krank.“ Langzeitfolgen, welche bei einer echten Grippe bis zum Tod reichen können, hat sie glücklicherweise nicht erlitten.
Rückblickend sagt die Rentnerin, sie habe die Grippe damals unterschätzt. „Ich habe mich nicht impfen lassen. Damals war das Thema auch noch nicht so präsent, wie es heute ist.“ Seit dieser Erfahrung hat sich das geändert: „Ich lasse mir jetzt jedes Jahr einen Piks geben, mein Mann und meine Kinder auch. So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben.“