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Waren hinter Absperrband! Galeria darf Playmobil nicht mehr verkaufen

Wirtschaft

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Die Krise bei Galeria wird jetzt für Kunden sichtbar.

Spielzeug bis unter die Decke – aber niemand darf es kaufen. In einem Berliner Galeria-Kaufhaus sind ganze Markenregale mit Flatterband abgesperrt. Dahinter steckt offenbar ein Streit um die Ware in der Insolvenz. Jetzt stellt sich die Frage: Wie viel Kaufhaus ist bei Galeria überhaupt noch verkäuflich?

In der Filiale ist die komplette Playmobil-Abteilung abgesperrt. Vor den Regalen mit Rittern, Fahrzeugen und Figuren steht ein Schild: „Die Ware in diesem Bereich ist vorübergehend vom Verkauf ausgeschlossen.“ Ähnlich sieht es bei Waren anderer Lieferanten aus. Auch das Schuhregal von Geox ist mit Flatterband gesichert, auch eine Auslage in der Schreibwarenabteilung sowie weitere Spielwaren.

Nach Angaben einer Verkäuferin steckt die laufende Galeria-Insolvenz dahinter. Die Ware sei Eigentum des Herstellers. Würden die Produkte verkauft, würde das Geld möglicherweise in der Insolvenzmasse von Galeria landen. Genau das wollen Lieferanten verhindern.

BILD fragte den vorläufigen Insolvenzverwalter Frank Kebekus. Aus seinem Umfeld hieß es: „Ja, einige Hersteller haben ihr Eigentumsrecht geltend gemacht und den Verkauf verboten.“ Grund sei die tagelange Unsicherheit, ob die Galeria-Beschäftigten überhaupt Insolvenzgeld erhalten. Diese Zusage liegt jetzt laut einer offiziellen Mitteilung vor.

Playmobil schrieb BILD auf Anfrage: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns grundsätzlich nicht zu Geschäftsbeziehungen mit einzelnen Handelspartnern sowie zu vertraglichen Vereinbarungen oder operativen Details äußern.“

Vermögensberater Markus Schön, der 2023 als damaliger CEO von Buero.de bei Galeria einsteigen wollte, ordnete die aktuelle Situation gegenüber BILD so ein: „Ich habe mich seit 2022 intensiv mit der Finanzlage von Galeria auseinandergesetzt. Dass die Ware offenbar weiterhin dem Hersteller gehört und nun nicht verkauft werden darf, zeigt, wie heikel die Beziehungen zu den Lieferanten in der Insolvenz geworden sind.“

Schön erklärt: „Sollte Galeria weiterhin Waren wie ggf. von Playmobil an Kunden verkaufen, landet der Erlös aktuell in der Insolvenzmasse. Das will – gerade bei vielleicht noch nicht bezahlter Ware – kein Hersteller und nimmt gegenüber dem Insolvenzverwalter das sog. Aussonderungsrecht wahr.“ Dann wird das Sortiment aus dem Verkauf genommen. Ein möglicher Ausweg: Vertraglich wird festgelegt, dass etwa Playmobil-Erlöse nicht in der Insolvenzmasse landen.

Erst Anfang Oktober musste Galeria erneut Insolvenz anmelden. Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete daraufhin ein vorläufiges Insolvenzverfahren an.

In solchen Verfahren spielt die Frage, wem Ware rechtlich gehört, eine zentrale Rolle. Viele Hersteller liefern unter Eigentumsvorbehalt. Das bedeutet: Bezahlt ist die Ware noch nicht vollständig, gehört sie rechtlich oft weiterhin dem Lieferanten.

Dass eine komplette Markenwelt mit Flatterband abgesperrt wird, ist allerdings ein ungewöhnlich sichtbares Signal. Die Botschaft hinter den Playmobil-Regalen: Die Insolvenz ist längst nicht mehr nur ein Thema für Anwälte, Gläubiger und den Insolvenzverwalter.

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