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Wärmepumpe im Winter: Diesen Fehler solltest du nie machen

Technologie

Eine Wärmepumpe übersteht kurze Stromausfälle im Winter in der Regel ohne Probleme. Kritisch wird es, wenn der Strom bei Frost über viele Stunden fehlt und die Anlage danach einfach wieder anläuft. Eingefrorenes Heizwasser kann dann Bauteile beschädigen, die sich ohne Fachprüfung nicht sicher beurteilen lassen. Vermeiden solltest du vor allem, die Anlage nach einem langen Frostausfall ungeprüft wieder einzuschalten.

Wärmepumpe übersteht kurze Ausfälle meist problemlos

Lange Stromausfälle sind in Deutschland selten. Die Bundesnetzagentur verzeichnete für 2024 im Durchschnitt 11,7 Minuten Versorgungsunterbrechung je Letztverbraucher*in, ein Jahr zuvor waren es noch 12,8 Minuten. „Kurzfristige Stromausfälle von wenigen Stunden überbrücken alle Heizungssysteme in der Regel ohne Probleme, so auch Wärmepumpen“, sagt André Jacob, Leiter Technik beim Bundesverband Wärmepumpe (BWP), im Interview mit der Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie.

Für Debatten sorgen derweil Situationen wie der Stromausfall im Südwesten Berlins im Januar 2026. Nach einem Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal bezifferte die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe am 3. Januar die Zahl der betroffenen Haushalte auf 45.400, dazu kamen 2.200 Gewerbekunden. Danach kam die Behauptung auf, eine Wärmepumpe könne bei Frost explodieren. Fachleute halten das für nahezu ausgeschlossen. Das eigentliche Risiko liegt woanders.

Das Risiko heißt Frost

Als Kältemittel dient bei modernen Geräten meist Propan (R290). Viessmann nennt in einer Pressemitteilung vom Januar rund zwei Kilogramm bei einer Anlage mit 13 Kilowatt. Der Hersteller betont zugleich, dass die Aufstellbedingungen, vor allem die Sicherheitsabstände, immer einzuhalten sind.

Fabian Hüsing on der Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen (WIN) erklärt in einem Interview der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) von Ende Januar, dass für eine Explosion sechs Bedingungen gleichzeitig versagen müssten. „Bei fachgerechter Installation ist dies in der Praxis nahezu ausgeschlossen“, so Hüsing.

Der BWP verweist darauf, dass herstellerseitige Maßnahmen einen Austritt von Kältemittel sowie einen Übergang in den Heizkreis auch bei Stillstand und Vereisung weitestgehend minimieren.

Topaktuell

Monoblock-Geräte sind besonders gefährdet

Hüsing zufolge sind Außenluft-Wasser-Monoblockgeräte die meistverkaufte Bauart. Bei ihnen sitzen wasserführende Teile im Freien. Gefriert das Wasser, dehnt es sich um etwa 9 Prozent aus und kann den Wärmetauscher sprengen.

Ein gut gedämmtes Außengerät hält laut der Deutschen Energie Effizienz Agentur (DEEA) bei etwa minus 10 Grad Celsius 10 bis 12 Stunden durch, bei schlechter Dämmung drohen Schäden schon nach wenigen Stunden. Die Reparatur koste mehrere tausend Euro und lohne sich oft nicht.

Frostschäden sind aber kein Problem der Wärmepumpe allein. Die Innung SHK Berlin hält in ihren Hinweisen fest, dass sie alle Wärmeerzeuger gleichermaßen betreffen, also Öl- und Gasheizungen, Fernwärme und Wärmepumpen.

Nach dem Stromausfall nicht einfach einschalten

Kehrt der Strom zurück, startet die Anlage von allein, auch wenn sie eingefroren ist. Die Innung rät deshalb, das Gerät vom Netz zu trennen. Jacob empfiehlt, die Wärmepumpe über Notausschalter oder Sicherung abzuschalten. Nach einer mehrtägigen Frostphase ohne Strom sollte ein Fachbetrieb sie wieder in Betrieb nehmen.

Selbst eingreifen solltest du nicht. Die Innung rät, die Anlage nur nach Absprache mit dem Fachbetrieb zu entleeren. Viessmann empfiehlt, nach einem Frostschaden nicht selbst zu prüfen, sondern Installateur*innen zu rufen. Auch nach einem unbeschädigten Ausfall sollte das Gerät laut DEEA mehrere Stunden im Standby stehen, damit die Ölsumpfheizung den Verdichter vorwärmt und keine Flüssigkeitsschläge entstehen. Die genaue Dauer solltest du bei Hersteller oder Fachbetrieb erfragen.

Heizung bei Frost nie ganz abstellen

Nach Angaben des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) bersten in Deutschland jährlich mehr als eine Million Leitungen. Der Verband rät, die Heizung bei Kälte nie ganz abzustellen und mindestens den Frostschutzbetrieb laufen zu lassen. Versicherungen zahlen demnach bei Frostschäden nicht, wenn die Anlage nicht wenigstens in diesem Modus lief. Auch ungenutzte Räume solltest du temperieren, gekippte Fenster erhöhen das Risiko, Außenwasserleitungen gehören entleert.

Gegen Frost im Außengerät der Wärmepumpe nennt Hüsing drei Ansätze. Wärme aus Speicher oder Heizstab hilft, solange Strom anliegt. Der Ladekreis lässt sich manuell oder über ein stromunabhängiges Ventil entleeren. Frostschutzmittel ist am sichersten, kostet aber mehr in Anschaffung und Betrieb. Die DEEA ergänzt, dass Glykol die Effizienz senkt, automatische Frostschutzventile nicht gedämmt werden dürfen und Notstrom nur über Inverter-Generatoren funktioniert, die den Anlaufstrom des Verdichters liefern. Hüsings Rat lautet, die eigene Anlage zu kennen, also welche Rohre gefährdet sind und welche Schutzmechanismen sie hat.

Warmwasser nach dem Neustart gründlich aufheizen

Nach einem langen Ausfall kühlt auch der Warmwasserspeicher aus. Die DEEA rät deshalb, das Wasser danach über 60 Grad Celsius aufzuheizen, um Legionellen zu vermeiden. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt generell mindestens 60 Grad am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 Grad im Leitungssystem. Wenig genutzte Leitungsabschnitte solltest du regelmäßig durchspülen.

Quellen: Bundesnetzagentur; Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V.; Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe; Viessmann; Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen; Bundesverband Wärmepumpe e.V.; Deutsche Energie Effizienz Agentur; Innung SHK Berlin; Zentralverband Sanitär Heizung Klima; Umweltbundesamt

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