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Warner Bros./Paramount: Zwölf US-Staaten klagen gegen 110-Milliarden-Dollar-Fusion

Wirtschaft

Zwölf US-Bundesstaaten haben am Montag Klage eingereicht, um den 110 Milliarden US-Dollar schweren Zusammenschluss von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery zu blockieren. Angeführt wird die Koalition von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta, der den Deal seit dessen Ankündigung im Februar kritisiert. Damals hatte sich David Ellisons Paramount Skydance in einem Bieterwettstreit gegen Netflix durchgesetzt. Die Klage wurde beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Distrikt von Kalifornien eingereicht. Neben Kalifornien beteiligen sich Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington. Warum die Bundesstaaten gegen den Deal vorgehen Aus Sicht der Ankläger würde die Fusion zwei der fünf großen Hollywood-Filmverleiher und zwei der fünf großen Betreiber von Basic-Cable-Sendern vereinen. Der neue Konzern kontrollierte damit in den USA fast ein Drittel der Kinofilme und rund ein Drittel des Basic-Cable-Programms. Kinobetreiber und Kabelanbieter verlören ein wichtiges Druckmittel bei Verhandlungen, weil sie nicht mehr zwischen den beiden Studios wählen könnten. Der kalifornische Generalstaatsanwalt verwies auf die folgenden Zahlen: Im breiten Kinovertrieb halten Warner Bros. und Paramount zusammen rund 27 Prozent Marktanteil. Nach der Fusion würden nur noch drei Verleiher 75 Prozent und vier Verleiher (die Beklagten, Disney, Universal und Sony) 86 Prozent des Marktes kontrollieren. Im Teilmarkt der umsatzstarken Kinofilme (Blockbuster) würden die Beklagten nach der Fusion mehr als 30 Prozent der Filme kontrollieren. Vier Verleiher (die Beklagten, Disney, Universal und Sony) kämen zusammen auf über 90 Prozent. Auch bei der Lizenzierung von Basiskabelfernsehkanälen sind Warner Bros. und Paramount die Nummer zwei bzw. drei im Markt und erreichen gemeinsam einen Anteil von 27 Prozent. Bonta: „Die rechtswidrige Fusion dieser beiden Unterhaltungsgiganten würde zu höheren Preisen, geringerer Qualität und weniger Inhalten bei Film und Fernsehen führen und Kinos, Basic-Cable-Anbietern und letztlich dem Publikum auf jedem Sofa und jedem Kinositz in den USA schaden.“ Die Koalition beruft sich auf Section 7 des Clayton Act, der Fusionen untersagt, die den Wettbewerb erheblich schwächen oder zu einem Monopol führen könnten. Die Bundesstaaten haben Warner Bros. und Paramount gebeten, den Deal bis zum Abschluss des Verfahrens nicht zu vollziehen. Sollten die Unternehmen nicht zustimmen, möchte die Koalition eine vorläufige Unterlassungsverfügung beantragen. Bonta verwies zudem auf Folgen für den Journalismus: Der Zusammenschluss bedeute „weniger Journalisten, die die Wählerschaft informieren“, und weniger Gelegenheiten für das Publikum, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Paramount wehrt sich gegen die Klage Paramount weist die Vorwürfe laut The Guardian zurück. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, die Klage der Generalstaatsanwälte beruhe auf einer grundlegend fehlerhaften Anwendung des Kartellrechts und sei sowohl in den Fakten als auch rechtlich falsch. Eine Verzögerung schade vor allem den Beschäftigten der Unterhaltungsbranche, die in den vergangenen Jahren bereits unter technologischen Umbrüchen und dem Verlust zehntausender Jobs in Kalifornien gelitten hätten. David Ellison und Paramount Skydance argumentieren, die Fusion werde den Wettbewerb sogar stärken und das bestehende Kinomodell erhalten. Die Klage folgt dem grünen Licht des US-Justizministeriums, das eine wichtige Hürde ausräumte. In Großbritannien und Europa steht die Freigabe der Regulierer noch aus. Ende Juni erklärte die britische Kulturministerin Lisa Nandy, sie sei geneigt einzugreifen, und beauftragte die Regulierungsbehörde Ofcom sowie die Wettbewerbsbehörde CMA mit weiteren Prüfungen. Paramount Skydance drängt auf einen Abschluss bis zum 30. September 2026. Danach fällt eine sogenannte „ticking fee“ von zusätzlich 0,25 Dollar pro Aktie je Quartal an, was den Kaufpreis um Hunderte Millionen Dollar erhöhen könnte.

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