Warnung: Eine Vergiftung durch die Blätter der *Lagerstroemia*-Pflanze kann bei Kindern eine akute Hämolyse verursachen.
Laut Familienangehörigen litt das Kind seit etwa drei Tagen unter Verstopfung. Anstatt mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen, folgte die Familie einem mündlichen Ratschlag und pflückte etwa drei Zweige der Lagerstroemia, zerdrückte sie und gab dem Kind den Saft zu trinken. Nach der Medikamenteneinnahme entwickelte das Kind rasch Kopfschmerzen, hohes Fieber und Blut im Urin. Untersuchungen in der ersten medizinischen Einrichtung ergaben Anämie und Hämolyse, woraufhin der Patient zur spezialisierten Behandlung in das Provinzkrankenhaus Phu Tho verlegt wurde. Die Untersuchung ergab, dass das Kind an akuter hämolytischer Anämie, erhöhten Leberenzymen, Hämaturie und einer Harnwegsinfektion litt. Der Patient erhielt Bluttransfusionen und Blutprodukte, Kortikosteroide, Antibiotika, Medikamente zur Unterstützung der Leberfunktion und wurde engmaschig überwacht. Nach einer Woche Behandlung stabilisierte sich der Zustand des Kindes, die Blutwerte und Leberfunktionswerte normalisierten sich, und das Kind wurde entlassen. Laut Dr. Ha Thi Bich Van, Leiterin der Abteilung für Intensivmedizin und Toxikologie, ist akute Hämolyse ein Zustand, bei dem rote Blutkörperchen rasch zerstört werden. Dies kann zu Leber- und Nierenschäden und unbehandelt sogar zu Multiorganversagen führen. Das Risiko ist besonders hoch bei Menschen mit G6PD-Mangel, die bestimmte giftige Kräuter oder Pflanzenblätter konsumieren. Ärzte raten dringend davon ab, sich selbst mit Blättern und Kräutern zu behandeln, ohne dabei auf Erfahrungsberichte ohne wissenschaftliche Grundlage zurückzugreifen. Treten nach der Anwendung von pflanzlichen Heilmitteln Symptome wie roter oder dunkler Urin, Gelbsucht, Gelbfärbung der Augen, Fieber oder extreme Müdigkeit auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Bei Kindern mit Verstopfung sollten Eltern diese unbedingt einem Arzt vorstellen, um eine genaue Diagnose und Behandlung zu erhalten und unbewiesene Hausmittel zu vermeiden.