Warnung vor Sturmböen in Hessen: Herbststurm Luise sorgt für kleinere Schäden
Tief Luise hat in der Nacht zum Samstag starken Wind nach Hessen gebracht. Auf der Wasserkuppe wurden laut der hr-Wetterredaktion schwere Sturmböen mit bis zu 97 km/h gemessen. Ähnlich stürmisch war es auf dem Hoherodskopf. Auch in Darmstadt und am Frankfurter Flughafen etwa erreichten die Böen Windstärke 9.
Schon am Freitagabend zeigten sich die ersten Auswirkungen des Herbststurms. Ein abgerissener Ast fiel nach Angaben der Polizei auf einen Fahrradfahrer in Seligenstadt (Offenbach). Der Mann musste von der Feuerwehr befreit werden und kam leichtverletzt in ein Krankenhaus. Er war mit seinem Rad auf einem Waldweg zwischen den Stadtteilen Klein-Welzheim und Froschhausen unterwegs.
Umgestürzte Bäume und beschädigte Autos
Vielerorts in Hessen waren Auswirkungen des Herbststurms zu spüren, der seit Freitagnachmittag über das Bundesland hinwegzog. Polizei und Feuerwehr rückten zu mehreren Dutzend kleineren Einsätzen aus. Besonders viel zu tun hatten sie in Südhessen. Laut einem Sprecher der Polizei lag die Zahl der Einsätze im mittleren zweistelligen Bereich, oft rückten sie wegen abgebrochener Äste aus.
Das Polizeipräsidium Nordhessen meldete am Samstagmorgen insgesamt 22 umgefallene Bäume. In Offenbach konnten mehrere Verkehrsschilder und Mülltonnen dem Wind nicht standhalten, ein Auto wurde von einem Baum beschädigt. In Mittelhessen zählte die Polizei 14 Einsätze. In einem Fall hat der Wind in Nidda (Wetterau) die Plexiglasscheibe eines Vordachs abgehoben und auf ein geparktes Auto geweht. Ein umgestürzter Baum blockierte am Samstagmorgen die B275 zwischen Niederems und Waldems-Esch (Rheingau-Taunus).
Samstagnachmittag Pause zwischen zwei Tiefs
Im Laufe des Samstags sollen Schauer und Wind vorerst abklingen. "Es gibt eine Pause zwischen zwei Tiefs", sagte Meteorologe Staeger. "Nach dem Sturm ist vor dem Sturm." Tief Manja - größer und stärker als Luise - sorgt am Samstagabend, in der Nacht und bis Sonntagmittag für reichlich Regen sowie auf den Bergen in Nord- und Mittelhessen für Sturmböen von über 100 km/h.
Im Flachland sind laut Staeger Böen zwischen 70 und 85 Stundenkilometer möglich. Staeger warnte eindringlich vor Waldspaziergängen wegen der Gefahr herabfallender Äste. Durch die Trockenheit des Sommers seien sie Bäume besonders geschwächt.
Ruppige Seite des Herbstes
"Der Herbst zeigt sich von der ruppigen Seite", sagte er. Aber auch dieses Tief zieht schnell wieder ab, nämlich schon im Laufe des Sonntagnachmittags.
Bis übers Wochenende und nach beiden Tiefs kommen dem Wetterexperten zufolge Niederschlagsmengen von insgesamt 50 bis 70 Liter in Staulagen wie etwa Westerwald und Upland zusammen. In Mittel- und Nordhessen erwartet Staeger 30 bis 50 Liter in der Summe, in Südhessen 15 bis 30 Liter.
"Der durchschnittliche Niederschlag im Oktober ist bis jetzt schon zu etwa zwei Dritteln gefallen", sagte Staeger am Freitag. In Südhessen sei etwa die Hälfte des für den Monat zu erwartenden Regens gefallen. "Nach den beiden Regen-Ereignissen dürften wir dann vielerorts über dem Soll sein."
Hoch bringt Wetterberuhigung
In der neuen Woche "schiebt sich ein Hoch nach Hessen herein", wie Staeger sagte. "Uns erwartet eine deutliche Wetterberuhigung und -änderung." Der Oktober zeige sich - womöglich bis in den November - von seiner goldenen Seite.
Am Montag und Dienstag seien zwar noch einzelne Schauer möglich, davon abgesehen zeige sich aber häufig die Sonne - "wenn sie es durch den teils zähen Nebel und Hochnebel schafft", sagte Staeger. In höheren Lagen sei es dann unter Umständen sonniger als in den trüben Niederungen.
Tagsüber seien dazu Höchstwerte von 10 oder 12 bis 14 Grad möglich, "vielleicht auch mal milde 17 Grad in Südhessen".